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09:15 Freitag, 28. Februar 2003
Lieber Herr Baron,
da sind Sie jetzt endlich die HTML-Frickler von Economy One losgeworden. Sie haben ein neues Design, sind keine Website mehr, sondern ein Magazin im Netz, mit dem Look&Feel der Printausgabe. Sitzen Sie bequem? Gut. Man merkt natürlich das Bestreben, dem Ruch der New Economy zu entgehen. Die Internet-Rubrik wurde ersatzlos gestrichen, Venture Capital oder gar die Unternehmer-Show haben keinen Platz mehr. All das wurde aus dem Netz entfernt; nur wir bei Dotcomtod bewahren die Erinnerung. Ihr Liebesentzug rechtfertigt aber nicht, dass Sie und Ihr Team jetzt von allen Zwängen befreit im Internet rumschludern.
Nur 3 Dinge, die mir aufgefallen sind: 1. Die Netzkompetenz ihrer Printredakteure ist, vorsichtig gesagt, bescheiden. Nicht nur der klassische Printfehler, dass die Sätze für das Netz zu lang sind. Man kann, man darf Print nicht 1:1 ins Netz übernehmen. Internet ist ein anderes Medium, auch wenn es mit Schrift arbeitet. 2. Dass mein Anwurf mehr ist als eine Unterstellung, können sie bei den meisten Printtexten beobachten. Die Redakteure kopieren aus dem Printsystem heraus und fügen in die Online-Ausgabe ein. Und zwar inklusive aller Trennungszeichen, die aus den schmalen Printkolumnen resultieren. Die Trennungszeichen stehen online natürlich mitten im Text. Hier nur ein Beispiel. Es zeigt leider, dass es in Ihrem Haus keine funktionierende Internet-Endkontrolle gibt. Economy One, mit Verlaub, wäre das nicht passiert. 3. Und dann noch ein Fehler, wie ihn Scholz & Friends nicht schöner hätten machen können. Mag ja sein, dass die neue Website nett aussieht. Man hat das System allerdings nicht ordentlich getestet, bevor man es online gestellt hat. Geben Sie in die normale Suchmaske Begriffe wie München oder Köln ein. Ihr System spuckt jeweils 15 Artikel aus - 10 auf der ersten Seite und -oops keines der restlichen 5 auf der zweiten Seite: "Suchbegriff: München Zu Ihrer Suchanfrage konnte leider kein Artikel gefunden werden!" Das uralte Umlaut-Problem. Das, Herr Baron, ist peinlich. So beweisen Sie keine Kompetenz. So ist die Online-Ausgabe ein Hinweis auf tiefgreifende Strukturprobleme in Ihrem Haus. Darf ich Ihnen einen Rat geben? Scheuchen Sie die Typen von der Agentur auf, machen Sie Druck und sorgen Sie dafür, dass die ihren Job machen. Mit unfertiger Technik und unfähiger Mannschaft ein heftig beworbenes Produkt auf den Markt werfen - das, mit Verlaub, Herr Baron, ist typisch New Economy. Und da wollen Sie doch eigentlich weg von. Oder so. sis felix Don Alphonso Porcamadonna (Sentinel der Wiwo-Website-der Woche Dotcomtod.com) Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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