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05:46 Mittwoch, 08. Januar 2003
Eine Stunde Recherche, und ich werde schizophren. Der eine Teil meines Kopfes tickt korrekt mit den Informationen über CRM, Uservehalten und Data-Mining, der andere Teil hat das Passwort, guckt sich die verbotenen Bilder von High Potentials an und kichert irr vor sich hin.
Sie lachen, sie schreien und tanzen auf den Bildern, ich kenne sie zum Teil, eine hat mich gestern um drei Uhr morgens angesprochen, weil sie Geld für Zigaretten brauchte. Sie hatte nur einen 100 Euro Schein. Kein CRM konnte ihr helfen, aber ich hatte noch eine Schachtel, die jemand im Auto vergessen hatte, und die gab ich ihr. Sie nahm sie, wie ein Junkie nach der Nadel greift.
Früher wurde der Zigarettenautomat jede Woche gefüllt. Seit die Elite-Studenten da sind, wird die Maschine alle zwei Tage mit Lungenkrebs zugestopft. Das ist echtes offline CRM, effektiv, einfach, direkt, solang man Münzen und noch eine halbe Lunge hat. TickTickTick rattert der andere Teil die CRM-Texte durch, der Schreiber ist Professor und hat sich was dabei gedacht, und mann, er weiss wovon er spricht und den Elite-Studenten was erzählt. Im Mikrokosmos der Provinz sehen sie, dass seine Schüler Consulting mit vierstelligen Tagessätzen machen, und ahnen nichts von der toten Welt, in der der andere Teil meines Hirns schwimmt und es nicht fassen kann, wieviel Zuversicht auf den Bildern ist. Es ist angetrunkener Glaube, es ist die Sicherheit der Sandkastenspiele, und die Unerschütterlichkeit der Dummheit, eine dünne Schicht gefrorene Personality und darunter sind Abgründe, in die sie nachts stürzen und morgen verdrängen. Nur manchmal kollidieren die Welten; dann neigt sich der ernste Teil hinab in den toten Sumpf zum blöden Grinser im Schlamm und glaubt nicht, was da geschrieben steht über das Kadaver einer CRM-Bude, die ich mit der Recherche seziere. Sie kommen zusammen, die Gehirnhälften, die Synapsen brennen und spucken Unglauben aus. Es ist alles tot. Nichts lebt mehr. Wir sind alle schon längst tot, aber wir schauen uns in die leeren Augenhöhlen und sagen, das wird schon wieder. Klar geht´s uns klasse. Die Bilder. Die Bilder sagen es doch. Sie umarmen sich. Sie sind vernetzt, sie saufen das gleiche Bier und löffeln den selben Frass von den Papptellern. Ihre Rituale bilden unsere Zeit der Hochgeschwindigkeitsverbindungen perfekt ab. Connectivity ist Primärtugend, auf Stil und Form kann man verzichten. Keiner steht abseits. Alle sind zusammen. Synergie oder Tod ist die Devise, und wer nicht will, soll nicht sein, denn nur wenn sie verbunden sind, wird aus ihnen eine Verwertungskette, an der entlang die Absatzwirtschaft blüht und die Kadaver der Ideale stinken zum Ruhm des Return on Investments. Jeder muss mitmachen. Es gibt nirgendwo Zweifel, nicht in den Gesichtern und nicht in den Texten. Der Glaube an die grosse Konsumgemeinschaft des Internets hat sich nur etwas relativiert, aber das kommt schon wieder. Wer bin ich eigentlich, ich bin ein Ausgeschlossener, ein Verrückter, der früher einer der Ihren war, nie ganz, nur ein dunkelgrauer unter schwarzen Schatten, aber irgendwie doch. Früher haben wir im Kerzenschein zusammen gegessen, heute ich komme heimlich über sie wie der Dieb in der Nacht, mein rückwärtsgewandter Asset-Deal-Auftrag ist nichts gegen ihren grossen Zukunftsentwurf des komerziellen Internets, da Liebe und Treue sich begegnen, Gerechtigkeit und Frieden sich küssen wie die Elite-Studenten auf den Bildern. Noch tiefer treibt mich die Recherche in das zuversichtliche Netz, mein korrektes Hirn jagt entlang der Glasfasern zu immer neuen Bestätigungen, alle glauben daran und alles widerspricht meinen Thesen und meinem irrigen Glauben. Und in diesem Moment, da mich all die Zuversicht der anderen umfängt, das Lächeln und die Gewissheit der Bilder, da sage ich: Finternis wird mich umhüllen, so wird die Nacht zum Licht um mich herum und, kaum geflüstert gegen die Heerscharen der glücklichen Kühe -stosse ich auf Link-Factory.com. Ei astreiner Final, nicht nur für die Macher von Fuchs Websolutions, sondern auch für alle, die mir etwas vom Benefit und Profit der Vernetzung erzählen wollte. Die 1000 tollsten Links, von wegen, brülle ich den Professor an, und das gesunde Hirn und das kranke vereinen sich im Hass, Du aufgeblasenes Nichts von einem BWLer, niemand interessiert es, woran Du und Fuchs Websolutions geglaubt haben. eCRM und Webmarketing durch Newsletter, seht es Euch an ihr Studenten, da SEHT HER, es ist tot, tot, TOT! So tot wie alle bunte Theorie, die man Euch lehrt. Die Leute haben einfach keine Lust sich von Euch und Euresgleichen mit Infokot zuschütten zu lassen, sie sind nicht dumm und wissen, wie man Google bedient. Niemand will es! Niemand braucht es! Das ist keine Glotze wie die, mit der ihr Euch die Nachts zudröhnt, wenn die letzte Flasche getrunken ist. Das hier ist das Internet! Es ist ein MEDIUM und keine BWLer-Kloake, kein stinkender Absatzkanal! Wer hier auch nur einen der Fehler von Link-Factory macht, ob nun auf zu engem Markt agiert, keine Einnahmen bekommt, nicht die nötige Awareness hat und vor allem: kein Produkt hat, das jemand braucht, es sei denn, er glaubte an den genzen Schwachsinn der Webkataloge, der wird zum Kadaver! Da helfen auch keine 30.000 Visits im Monat. Also, nehmt Euren eitlen Glauben an Data Minig und Marketing Information Providing mit und VERPISST Euch! Und als sie sich von meinem kranken Hirn lösen, schreie ich ihnen nach in die stille, tote Nacht der Munich Area: Mögen sie wie Bienen mich umgeben, umlodern wie Dornenfeuer, im Namen meines kranken Hirns vernichte ich sie! Denn besser ist es, Schutz zu suchen bei meinem kranken Hirn als zu trauen den Fürsten der Absatzwirtschaft und Sichon, dem König der Emoriten und von Og, König von Baschan und allen Könige Kenaans und des Neuen Marktes. Ich starre immer noch ins Nichts, da flattert der Würgeengel vorbei, guckt rein und fragt besorgt: Alles ok bei Dir? Klar, sage ich, komm doch auf ein Glas Badreiniger rein. Aber nur, wenn es Meister Propper ist. Was sonst? Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Link-Factory goes 404, I go nuts. (olala1)
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