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18:49 Donnerstag, 12. Dezember 2002
Da kommt man weihnachtsdurchgefeiert ins Büro, und dann dieser Knaller: Der Geschäftsführer Dirk "und jetzt.de stirb" Refäuter verlässt mit grossem Knall den Süddeutschen Verlag.
Viele werden nicht weinen, sieht man mal von den erbsenzählenden Hofschranzen ab, die man bisher zu Ungunsten der journalistischen Qualität gehalten hat.
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe, auch wenn es schon früher deutliche Anzeichen gab. Der Stern berichtete von Auseinandersetzungen zwischen Geschäftsführung und Chefredaktion, worauf sich die SZ juristisch echouvierte. Der Flurfunk sprach schon länger vom Abnutzungskrieg, bei dem Refäuter zwischen allen Stühlen sass. Jetzt wird der Kampf ums Erbe beginnen. Die Südwestdeutsche Medien Holding dürfte den Tag verfluchen, da sie beim SV eingestiegen ist. Aber vielleicht können ja jetzt ein paar Schwarzfüss ihre Agressionen loswerden. Ausserdem gab´s heute noch grossen Knall wegen einer Rüge vom presserat, und ein paar Klagen gegen einen Sudler soll angeblich auch schon in der Mache sein. Das wird ein Morden - hach - und ich mittendrin statt nur dabei! Bleibt mir gewogen! Eure Lu. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: SZ: Sueddeutsche kickt Refäuter weg! (Peter_H)
Das vorweihnachtliche Gemetzel geht auch ohne ihn weiter, in meiner E-Mail fand ich gerade Schilderungen heftiger Szenen aus einer Filiale des SVHFI: Geschäftsführer gestern in der Mittagspause abgesägt, während die Truppe in der Kantine mampft, Vorstand mit Hörsturz am Ende - geht ebenfalls "freiwillig" zum Jahresende, sprich: hat die Schnauze gestrichen voll. Johannes Sevket Gözalan, Manager aus der Plattenindustrie mit großer Logistikerfahrung, räumt nun auf. Ergebnis: Heulende gefeuerte Sekretärinnen auf den Gängen. Frohes Fest!
Re: SZ: Sueddeutsche kickt Refäuter weg! (DonAlphonso)
her damit! das will ich lesen!
Re: SZ: Sueddeutsche kickt Refäuter weg! (Peter_H)
Hm, die offizielle Version habe ich auf
http://www.sueddeutscher-verlag.de/index.php?idcat=109&newsart=1 gefunden, bei Kress steht: "Der bisherige mi-Chef Klaus Hengster, 47, verabschiedet sich, Gözalan übernimmt die Leitung in Landsberg zusätzlich. Zwangsweise gehen müssen Karl-Heinz Müller, 43, bisher einer von zwei Verlagsleitern Zeitschriften, und Harald Heim, Geschäftsführer vom mi-Ableger ecomed Medizin und Wissenschaft. Insgesamt werden in Landsberg ca. 30 Stellen abgebaut. Im gesamten SVHFI müssen wegen der Sparmaßnahmen im Süddeutschen Verlag 133 Leute ihren Hut nehmen." Das trifft es eher. Wobei es allerdings bei der Verkündung einer Entlassung eines Managers in der heutigen Betriebsversammlung standing ovations gegeben haben muß. Die Originalmail will ich hier nicht reintun, die war eindeutig zu alkohohaltig. Weihnachtsfeier war wohl nicht der Anlaß, außer man nimmt das "h" raus. Wer das cool findet, kann sich ja mal beim SV als Praktikant bewerben - da ist wohl ständig Fasching...
Re: SZ: Sueddeutsche kickt Refäuter weg! (mch)
[Lu]
"Das wird ein Morden - hach - und ich mittendrin statt nur dabei!" Das klingt schon wieder so richtig zweideutig. Wollüstiges Schaudern ergreift mich. Ist das noch Lu oder schon Lady McBeth? [ph] "Geschäftsführer ... abgesägt, ... Vorstand mit Hörsturz am Ende ... Heulende gefeuerte Sekretärinnen auf den Gängen" Mehr! Mehr! Wie schätze ich da meinen Beamtensessel wenn um mich der Dreissigjährige Krieg wieder neu inszeniert wird. Entvölkerte Landstriche, äh, Redaktionen, verwüstete Städte und das alles in Technicolor. Mehr! Mehr!
Sueddeutsche mal wieder peinlich (DonAlphonso)
Da wird sonst jede Kleinigkeit bei den anderen ausgiebigst bemäkelt - gerade erst die FAZ -aber zu den eigenen Pleiten kein Wort. Leitmedium. Aber klar doch.
Waidmannsheil (PorscheKiller)
Lucy, Du hast anscheinend den Spitzenplatz! Eine Bude, die sich von innen und aussen zerfleischt - besser kann kein Jäger seine Beute antreffen;-)
In NRW scheint's im Gehege nur noch um die beste Tarnung zu gehen: "Wer hat das verbockt?!!" ist wohl momentan der Standardsatz der Morgenmeetings von Heims. Und die Antwort auch immer die gleiche: "----". Selbst Cheffe ist es müde, beständig mit kehligen Leitsatz-Kommentaren gegen die kannibalistischen Verirrungen der Schäfchen anzubocken - den Waidmann freuts auf ruhigem Ansitz und dem Korn locker auf die Lichtung gerichtet.
Spitzenplatz (mch)
Vom Jäger zur Beute ist es oft nur ein kurzes Stück weg, das musste schon Caesar erfahren.
Wollen wir also hoffen, dass unsere Lu am Ende wieder aus dem Kampfgetümmel auftaucht. Eine Mühldorferin, die m.W. auch bei der SZ arbeitet, scheint schon was abbekommen zu haben. So ganz ungefährlich ist der Aufenthalt dort also zur Zeit auch für schöne junge Frauen nicht ....
Re: Spitzenplatz (Peter_H)
Gerade für schöne junge Frauen nicht. Die hübschen Sekretärinnen aus der Mail haben nicht um ihren Chef geheult sondern um ihren Job. Nur alte Drachen sind ihres Jobs im SV noch sicher.
Re: Spitzenplatz (mch)
Da hast Du aber Glück (oder war es doch Überlegung?) gehabt, dass Du Deine versteckte Prämisse mit dem Wort Sekretärinnen qualifiziert hast. Sonst könnte Dir Lu, so sie wieder auftaucht, gehörig Feuer machen. Das können nämlich auch schon die Drachen in spe :)
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