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Pixelpark Berliner Filz oder: Die Hochzeit des ZLU und Pixelpark
INSIDER Pixelpark von klingonenschwuchtel

05:42 Montag, 09. Dezember 2002

Es ist bemerkenswert, daß sich bisher niemand der üblichen Verdächtigen mit der hinreichend spannenden Übernahme des ZLU durch Pixelpark beschäftigt hat, daher wollen wir das an dieser Stelle einmal nachholen, solange es von Pixelpark keine News zu diesem Thema gibt.
Das folgende ist übrigens zum grössten Teil aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen (um internen hate-mails gleich entgegenzutreten).
Aus der Ad-hoc Meldung vom 30.03.00
Die Pixelpark AG übernimmt (Einschub: mit Wirkung zum 19.12.2000) 100 Prozent der Anteile der Zentrum für Logistik und Unternehmensplanung (ZLU) GmbH. ZLU hatte 1999 einen Umsatz von 26,9 Mio. DM und ein vorläufiges (!) Ergebnis vor Steuern von 5,4 Mio. DM. Zwischen Pixelpark und ZLU bestehen seit Jahren enge Geschäftsbeziehungen. Die Zentrum für Logistik und Unternehmensplanung GmbH wurde 1990 von Prof. Dr.-Ing. H. Baumgarten in Berlin gegründet.

Mitgründer war übrigens Dr.-Ing. Frank Straube, der in 2001 von Pixelpark als kurz-angestellter Geschäftsführer der ZLU für einen siebenstelligen DM-Betrag "entsorgt" wurde, man hats ja. Straube ist Dozent für Logistik in St. Gallen (wo er gerade habilitiert) und an der TU Berlin und stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung Logistik.

Der Geschäftsbericht 2001 weist für die ZLU einen Kaufpreis von 35.951.000 Euro aus, davon 23.008.000 Euro in Bar, 669.000 Euro Zinsen und 93.552 Pixelpark-Aktien zum Wert von 131,20 Euro. Der Kauf von ZLU wurde bereits Ende 2001 "ausserplanmässig" mit 27.218.000 Euro abgeschrieben. In einem Zeitraum von knapp 12 Monaten war ZLU also plötzlich 75% weniger wert, denn die Übernahme der Anteile wurde erst am 19. Dezember 2000 wirksam - bis dahin sah offensichtlich niemand Handlungsbedarf, den Kaufpreis noch einmal der Realität anzupassen. Um ein besonders langlebiges Wirtschaftsgut hat es sich offensichtlich nicht gehandelt.
Selbstverständlich waren die von PN seinerzeit überall verkündeten Synergieeffekte durch den Kauf des ZLU nicht die Powerpoint-Folien wert, auf denen sie standen, aber das ist bei jemandem, der gleich mehrere Assistenten zum Folienmalen beschäftigte, auch nicht weiter verwunderlich. Auch intern prallten zwei unvereinbare Unternehmenskulturen aufeinander, selbst eine Putzfrau in Teilzeit hätte das erkannt. Im Geschäftsbericht 2001 findet sich dann auch der Hinweis auf eine extreme Fluktuation im ZLU nach Bekanntgabe des Pixelpark-Deals. Heute gibt es keine Meldungen und Äusserungen mehr zum Schicksal des ZLU, über die nur für einige wenige gelungene Transaktion deckt man lieber den Schleier des Vergessens.

In jedem Falle waren von den 26,9 Mio. DM Umsatz aus dem Jahr 1999 bei der ZLU überraschenderweise im Gb 2001 nur noch 7,4 Millionen Euro Umsatz übriggeblieben, die ZLU-Homepage spricht sogar von nur 6,3 Millionen Euro. Nun war das Jahr 2001 auch für die Konkurrenten schwierig, aber ein Umsatzeinbruch von über 50% lässt auf ein völliges Versagen der Integration des ZLU schliessen. Wie praktisch, daß man für das Jahr 2000 leider gar keine Vergleichszahlen präsentieren konnte. In 2002 jedoch konnte man für das erste Halbjahr nur mehr einen Umsatz von 2,225 Mio. Euro bei einem stark negativen EBITDA vermelden. Für diesen Pommesbuden-Umsatz braucht man heutzutage beim ZLU fünf überbezahlte Geschäftsführer, einer davon - welch Zufall - Ex-Roland-Berger Berater.
Seit Integration war das ZLU der mit Abstand unprofitabelste Konzernbereich, der für jeden Euro Umsatz bald zwei Euro aufwendete.
Daher liegt es auf der Hand, die Frage zu stellen, welcher Berliner Filz die absurde Bewertung des ZLU zertifiziert hat und wie kreativ das Ergebnis des ZLU von 1999 eigentlich berechnet worden ist. Und vor allem: warum um alles in der Welt kauft ein Pixelschubser einen Logistikberater? Warum hat dann nicht die Stinnes AG eine Multimediabutze gekauft, wenn die Kunden so nach interaktiven Geschäftsmodellen geschriehen haben, wie PN meinte?

Here is why: Professor Baumgarten ist Berater von führenden Wirtschaftsunternehmen und Mitglied in diversen Aufsichtsräten und Beiräten. Er ist Gründer der Zentrum für Logistik und Unternehmensplanung GmbH (ZLU), der Logplan GmbH und der LMC International Holding für Logistik und Management Consulting GmbH sowie Gründungsgesellschafter der Pixelpark AG. (Quelle: http://www.logistik.tu-berlin.de/Baumgarten/) Prof. Baumgarten hat also mehrfach ordentlich eingecasht: beim Einstieg von Bertelsmann in die Pixelpark GmbH Mitte der Neunziger sowie beim Verkauf seines überbewerteten, unprofitablen ZLU. Denn ohne die graue Eminenz, dessen Kapital und dessen Verbindungen hätte PN es wohl kaum bis hierhin geschafft.
Nebenbei ist die Wahl des Kaufs des ZLU auch aus anderen Gründen kein Zufall - alles für den Spatzl:
Eine der Töchter von Prof. Baumgarten war bereits früh als Pressefrau, später als Personalleiterin, Projektleiterin und als Mit-Geschäftsführerin von Pixelpark sowie einige Zeit auch als PN-Freundin tätig. Ferner war sie an Vatis Betrieb mitbeteiligt und ist somit bei der Übernahme auch monetär gut weggekommen. Zum Zeitpunkt der Übernahme war sie nach einem kurzen Ausflug in die Selbständigkeit als Vorstand des nächsten Megaflops Venturepark Incubator AG tätig, welche - am 9.5.2000 erstmals tätig - bereits zum 1.11.2001 liquidiert wurde (gleich von der i.G. in die i.L.) und mit einem zusätzlichen Minus von 11,7 Mio. Euro zu Buche schlug.
Die Umverteilung von Aktionärs- und AG-Eigenkapital hin zu Friends and Family schien also auch für die einäugig Blinden der KPMG voll in Ordnung zu gehen. Denn das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel von minus 13,9 Mio Euro im Rumpfgeschäftsjahr 2000 auf satte minus 82,5 Mio. Euro in 2001. Bis heute fallen bei der ZLU kontinuierlich Abschreibungen an....

The saga continues...

KS





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