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12:21 Sonntag, 24. November 2002
Ihr lieben Leut!
Ja, es ist wahr, daß ein MBO des IT-Bereichs geplant ist. Nun ist es an der Zeit, die Sache mal genauer, wenn jedoch auch nicht umfassend, zu beleuchten: Zunächst sollte man sich einmal genauer die Zahlen und die angeblichen IT -Projekterfolge der letzten Jahre ansehen. Die Behauptung, daß der IT-Bereich (Systems sowieso nicht) von Hrn. Wiedfeld der einzig profitable sei, stimmt leider nicht - dies ist im übrigen auch die Meinung anderer Pixelpark-Manager, weshalb es reichlich Querelen in den oberen Etagen gab und gibt. Viele Projekte sind nicht zuletzt wegen einer falschen IT-Planung ins Rutschen gekommen. Das aktuelle Beispiel ist das bereits erwähnte Bertelsmann/Springer-Projekt. Dieses Projekt hängt nicht zuletzt wegen einer verkorksten IT-Planung in den Seilen, wie unschwer nachprüfbar ist.
Die Fehler sind immer wieder dieselben: A. die Aufgabenstellung wird von Wiedfelds IT-Managern falsch verstanden (von ihm selbst sowieso nicht, aber das ist ja auch nicht sein Job laut Peter-Prinzip), sodann wird das Budget falsch eingeschätzt - dem Kunden wird die Leistung X zum Preis Y verkauft. Irgendwann auf dem letzten Drittel der Wegstrecke merkt man, daß man mit der Planung nicht hinkommt - und schwupp!, ist die Marge aufgezehrt. B. schwaches Projektmanagement gekoppelt mit der Unfähigkeit, mit dem Kunden zu verhandeln bzw. Probleme aufzulösen C. ungenügendes Zeitmanagement, die Planung greift fast immer zu kurz D. Vergeudung von Projektgeldern in überzogenen internen IT -Spielereien wie Enterprise -Softwarepaketen zur Befriedigung der Egos einiger IT-Manager oder nutzlose Anschaffungen teurer Hardware (ja leider, liebe Kunden - auch das ging zu Euren Lasten, durch MBO wird es gewiß nicht besser!) - etc. - etc. In der Zwischenzeit hat der Wiedfeld-Adlatus T. Wiik seinen nichts verstehenden Chef B. Wiedfeld vom "ordnungsgemäßen Verlauf" des Projektes überzeugt, welcher wiederum den noch weniger interessierten P. Neef bzw. den derzeit amtierenden CFO H. Rönneberg informiert. Das grüne Licht wird so an das Controling weitergereicht, das gerne mittels der vorhandenen Informationen die "Wirtschaftlichkeit" von Wiedfeld´s IT-Bereich feststellt. Daraufhin gibt es dann in regelmäßigen Abständen ein entsprechendes Lobes-Mail von Neef (schreibt er nicht selbst) mit der Botschaft, daß die Barmer oder das ZDF alles retten. Die Rechnung ging und geht leider nie bis zum Ende auf: in der Endphase sieht man die IT krampfhaft amWochenende Fehler ausbessern oder im Dauereinsatz zu größeren Gruppen zum Kunden fliegen. Und in der Zeit darauf ist der Kude - na? Genau: Weggebrochen! Warum? Will keiner mehr so genau wissen, die Erfolgsmeldung war ja schon raus. Schließlich werden die IT-Manager Wiedfeld + Co. noch für ihren auf eigener Fehlplanung beruhenden Arbeitseinsatz gelobt. Keiner schaut dann mehr so nach den Kosten, die durch diese Mehrarbeit bzw. falsch geplante Technik entstanden sind und so - liebe Gemeinde, ihr könnt es euch denken – entsteht ein erheblicher Teil der roten Zahlen, die in der übersichtlichen Grafik von Spiegel Online zu bewundern sind und somit der wahre Beitrag des "profitablen" IT Bereichs. Das gilt im übrigen nicht nur für Bertelsmann/Springer, sondern auch für Adidas (eine lustiger Schwank), Barmer, ZDF oder das alte Conrad-Projekt, Siemens and much more! Weitere Beispiele der Geldvernichtung sind der ständige Wechsel von sogenannten "IT- Strategien" z.B. im Softwarebereich - hier hört der Chef den Einflüsterungen des Adlatus und folgt diesen ungeprüft, weil qualifizierte Ablehnungen eines gewissen Fachwissens bedürften... Ach ja und dann war da noch etwas: haben nicht viele der guten IT-Manschaft bereits das sinkende Schiff verlassen ? Da hilft es auch nicht, daß man nun krampfhaft versucht, mit der 2. Garde Löcher zu stopfen bzw. irgendwelche neuen Genies zu finden. Sollte es also Leute geben, die sich einen derart hochprofitablen IT-Bereich, diese Perle des e-business, einkaufen wollen - Boys, werft euer Geld bitte lieber auf die Rotherstrasse - so freuen sich noch einige Pixel, die bald dort auf der Strasse stehen... Jetzt könnte man noch hoffen, daß etwaige Sanierer wie Roland Berger genauer und vor allem ohne direkten Einfluß von den ihnen zugeteilten Gesprächspartnern die Zahlen ansehen und rechtzeitig verhindern, daß dort noch mehr Dinge verdreht werden, aber Herr Berger ist wohl dem Vernehmen nach nur für die Abwicklung des wahrhaft ätzenden Mietvertrages zuständig. Ist’s vielleicht ein ganz anderer Winkelzug? Nur eine Begründung für die Standortschliessung, eine Fake-Ausgründung, die dann nach einigen Monaten nicht abzusehenden??? schlechten Geschäfts leiderleiderleider auch dichtgemacht werden muss, wobei die übergewechselten Damen und Herren dann erst richtig dumm aus der Wäsche schauen, mit neuen Arbeitsverträgen mit zwei Wochen Kündigungsfrist... Aber das wär dann doch zu bös, so ein Gedanke.... Abschliessend noch ein Tipp für die Jungunternehmer Wiedfeld und Wiik: Das ABC der frisierten Bilanz Grundlagen, Feinheiten und Unfeinheiten des Buchens Der ideale Einstieg für Auszubildende in kaufmännischen Berufen und Studierende im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich und ein unerläßliches Hilfsmittel in der Buchhaltung eines jeden Unternehmens! Autor: Nikolaj Schmolcke OPS Verlag München ISBN 3-930487-31-4 231 Seiten Hardcover 12,50 Teuro, Paulus zahlt KS Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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