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16:10 Samstag, 23. November 2002
Der SPIEGEL widmet dem unaufhaltsamen Abstieg der Pixelpark AG eine launige kleine Story, die schon allein wegen der ersten Sätze lesenswert ist.
Ich zitiere: "Sie waren Pioniere unendlicher Weiten:
Captain Kirk und seine Crew, die mit ihrem Raumschiff U. S. S. Enterprise in Galaxien vordrangen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Ähnlich fühlten sich die Programmierer von Pixelpark, wenn sie in den Cyberspace vorstießen ..." Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: pixelpark: Grande Finale (krizz)
complete and utter crap. Pixelpark hatte eine ganze Menge sehr talentierter und hochmotivierter Programmierer und Graphiker. Ich betone das *hatte*.
"Da haben sich zwei ähnliche Unternehmerpersönlichkeiten getroffen" Well, Bullshit. Der Mehrwert liegt in der Kompetenz der Mitarbeiter, nicht in der Sangeskunst der selbsternannten Offiziere. Oh Wunder, nachdem man die ach so teuren Mitarbeiter gechasset hat, geht die Produktivität gegen Null. Woran wohl könnte das liegen? Krizz
Re: pixelpark: Grande Finale (seinedudeheit)
ich finde, 'nachdem man die ach so teuren Mitarbeiter gechasset hat' ist die qualität von pp (zdf.de usw.) besser geworden...
früher schiens mir, trennte wahnsinn und verstand nur ne ziemlich dünne wand.
Re: pixelpark: Grande Finale (Tomahawk)
Das Ende dieses hübsch sentimentalen Spiegel-Artikels stimmt vollends traurig:
Captain Kirk a.k.a. Neef hievt demnächst den Havarie-Experten Berger an Bord des kläglich leckenden Vergnügungsdampfers. Der wie alle Unternehmensberater Havarien nicht abwendet, sondern vollendet. "Also endlich auch du, mein Sohn Paulus", wird Lotse Roland nuscheln. "Höchste Zeit, per Flüstertüte nach mir zu rufen. Ich hab' zwar von deinem Geschäft keinen blassen Schimmer -- wie von so vielen, aber behalt's für dich, gell? Egal. Für dich als Captain ist meine KeKo wichtig: der allheilende Nebel. Er tarnt die notorische Ideen- und Entscheidungsschwäche deutscher Unternehmenslenker seit Jahrzehnten. Und ich liefere meine Nebeltöpfe in allen opportunen Tarnfarben. Natürlich wird meine Lotserei deinen Pott razz-fazz durchkentern lassen; da kann ich mich auf meine nautischen Azubis verlassen ... so daß du, mein Paulchen, schließlich als einziger Überlebender ins Bild kommst, während ich die Nebel kunstvoll lichte. (Zuvor hat Bertelsmann mein Millionenhonorar natürlich bezahlt.) Also, du sitzt auf dem Kiel, die Hubi-Kamera zoomt auf dich, den von Stürmen Umgischteten, und du gurgelst: 'Ich habe alles versucht. Aber auch der beste Consultant der Welt konnte dieses Schiff nicht retten.' (Kurzer Schnitt auf mich, der natürlich im Hubi mit dem Fläschlein Riechsalz deiner harrt.) Das Schiff gluckert unter dir weg, wir hören die Hilfeschreie der eingeschlossenen Matrosen; aber Einzelschicksale sind weder dein noch mein Ding, Paulchen. -- Wir ziehen dich mit der Winde hoch. Im Hubi warten die Fotografen der Wirtschaftspresse."
Wenn der Berger zum Propheten rollt... (solipsist)
Der Artikel liest sich fast wie Zynismus: "Skalierbare Business-Modelle" und Geschäftsverlagerungen nach St. Petersburg" ?
Wenn die Realität aller Pixelparks irgendetwas bewiesen hat, dann, dass "skalierbare Business-Modelle" im Knowhow-intensiven Dienstleistungsgeschäft nicht bzw. nur in natuerlichen Grenzen funktionieren. Was bitte war denn das Hochblasen von ein paar Dutzend auf ueber 1.000 Leute in ein paar Jahren? Oder soll PP jetzt als 50-koepfige Mustereinheit geformt und dann 2004 als Franchise weltweit ausgerollt werden??? Herr Berger, für diese Idee bitte ich um eine Spende zugunsten von Aktion Sorgenkind. Und zu Geschäftsverlagerungen nach St. Petersburg sollte Herr (Prof.!) Berger mal den Case Popnet lesen: Dort war Kiev die Lösung - kurz vor dem Exitus. Herrn (Prof.! univ.?) Berger würde ich gegen ein kleines sechsstelliges Beratungshonorar auch gern empfehlen, dass er seine Berater am besten in St. Petersburg ansiedelt. Ein paar Key Accounter in good old germanski tun es voellig. Kopfschuettel.
Pixelparks MBO oder das Profitabilitätswunder aus der Rotherstrasse zu Berlin (Klingonenschwuchtel)
Machen wir mal keinen neuen Boo draus, gibt schon zu viele Pixel-Threads...
Pixelparks MBO oder das Profitabilitätswunder aus der Rotherstrasse zu Berlin-Friedrichshain... Ihr liebe Leut! Ja, es ist wahr, daß ein MBO des IT-Bereichs geplant ist. Nun ist es an der Zeit, die Sache mal genauer, wenn auch nicht jedoch umfassend zu beleuchten. Zunächst sollte man sich einmal genauer die Zahlen und die angeblichen IT -Projekterfolge der letzten Jahre ansehen. Die Behauptung, daß der IT-Bereich (Systems sowieso nicht) von Hrn. Wiedfeld der einzig profitable sei, stimmt leider nicht - dies ist im übrigen auch die Meinung anderer Pixelpark-Manager, weshalb es reichlich Querelen in den oberen Etagen gab und gibt. Viele Projekte sind nicht zuletzt wegen einer falschen IT-Planung ins Rutschen gekommen. Das aktuelle Beispiel ist das bereits erwähnte Bertelsmann/Springer-Projekt. Dieses Projekt hängt nicht zuletzt wegen einer verkorksten IT-Planung in den Seilen, wie unschwer nachprüfbar ist. Die Fehler sind immer wieder dieselben: A. die Aufgabenstellung wird von Wiedfelds IT-Managern falsch verstanden (von ihm selbst sowieso nicht, aber das ist ja auch nicht sein Job laut Peter-Prinzip), sodann wird das Budget falsch eingeschätzt - dem Kunden wird die Leistung X zum Preis Y verkauft. Irgendwann auf dem letzten Drittel der Wegstrecke merkt man, daß man mit der Planung nicht hinkommt - und schwupp!, ist die Marge aufgezehrt. B. schwaches Projektmanagement gekoppelt mit der Unfähigkeit, mit dem Kunden zu verhandeln bzw. Probleme aufzulösen C. ungenügendes Zeitmanagement, die Planung greift fast immer zu kurz D. Vergeudung von Projektgeldern in überzogenen internen IT -Spielereien wie Enterprise -Softwarepaketen zur Befriedigung der Egos einiger IT-Manager oder nutzlose Anschaffungen teurer Hardware (ja leider, liebe Kunden - auch das ging zu Euren Lasten, durch MBO wird es gewiß nicht besser!) - etc. - etc. In der Zwischenzeit hat der Wiedfeld-Adlatus T. Wiik seinen nichts verstehenden Chef B. Wiedfeld vom "ordnungsgemäßen Verlauf" des Projektes überzeugt, welcher wiederum den noch weniger interessierten P. Neef bzw. den derzeit amtierenden CFO H. Rönneberg informiert. Das grüne Licht wird so an das Controling weitergereicht, das gerne mittels der vorhandenen Informationen die "Wirtschaftlichkeit" von Wiedfeld´s IT-Bereich feststellt. Daraufhin gibt es dann in regelmäßigen Abständen ein entsprechendes Lobes-Mail von Neef (schreibt er nicht selbst) mit der Botschaft, daß die Barmer oder das ZDF alles retten. Die Rechnung ging und geht leider nie bis zum Ende auf: in der Endphase sieht man die IT krampfhaft amWochenende Fehler ausbessern oder im Dauereinsatz zu größeren Gruppen zum Kunden fliegen. Und in der Zeit darauf ist der Kude - na? Genau: Weggebrochen! Warum? Will keiner mehr so genau wissen, die Erfolgsmeldung war ja schon raus. Schließlich werden die IT-Manager Wiedfeld + Co. noch für ihren auf eigener Fehlplanung beruhenden Arbeitseinsatz gelobt. Keiner schaut dann mehr so nach den Kosten, die durch diese Mehrarbeit bzw. falsch geplante Technik entstanden sind und so - liebe Gemeinde, ihr könnt es euch denken – entsteht ein erheblicher Teil der roten Zahlen, die in der übersichtlichen Grafik von Spiegel Online zu bewundern sind und somit der wahre Beitrag des "profitablen" IT Bereichs. Das gilt im übrigen nicht nur für Bertelsmann/Springer, sondern auch für Adidas (eine lustiger Schwank), Barmer, ZDF oder das alte Conrad-Projekt, Siemens and much more! Weitere Beispiele der Geldvernichtung sind der ständige Wechsel von sogenannten "IT- Strategien" z.B. im Softwarebereich - hier hört der Chef den Einflüsterungen des Adlatus und folgt diesen ungeprüft, weil qualifizierte Ablehnungen eines gewissen Fachwissens bedürften... Ach ja und dann war da noch etwas: haben nicht viele der guten IT-Manschaft bereits das sinkende Schiff verlassen ? Da hilft es auch nicht, daß man nun krampfhaft versucht, mit der 2. Garde Löcher zu stopfen bzw. irgendwelche neuen Genies zu finden. Sollte es also Leute geben, die sich einen derart hochprofitablen IT-Bereich, diese Perle des e-business, einkaufen wollen - Boys, werft euer Geld bitte lieber auf die Rotherstrasse - so freuen sich noch einige Pixel, die bald dort auf der Strasse stehen... Jetzt könnte man noch hoffen, daß etwaige Sanierer wie Roland Berger genauer und vor allem ohne direkten Einfluß von den ihnen zugeteilten Gesprächspartnern die Zahlen ansehen und rechtzeitig verhindern, daß dort noch mehr Dinge verdreht werden, aber Herr Berger ist wohl dem Vernehmen nach nur für die Abwicklung des wahrhaft ätzenden Mietvertrages zuständig. Ist’s vielleicht ein ganz anderer Winkelzug? Nur eine Begründung für die Standortschliessung, eine Fake-Ausgründung, die dann nach einigen Monaten nicht abzusehenden??? schlechten Geschäfts leiderleiderleider auch dichtgemacht werden muss, wobei die übergewechselten Damen und Herren dann erst richtig dumm aus der Wäsche schauen, mit neuen Arbeitsverträgen mit zwei Wochen Kündigungsfrist... Aber das wär dann doch zu bös, so ein Gedanke.... Abschliessend noch ein Tipp für die Jungunternehmer Wiedfeld und Wiik: Das ABC der frisierten Bilanz Grundlagen, Feinheiten und Unfeinheiten des Buchens Der ideale Einstieg für Auszubildende in kaufmännischen Berufen und Studierende im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich und ein unerläßliches Hilfsmittel in der Buchhaltung eines jeden Unternehmens! Autor: Nikolaj Schmolcke OPS Verlag München ISBN 3-930487-31-4 231 Seiten Hardcover 12,50 Teuro, Paulus zahlt KS
Re: Pixelparks MBO oder das Profitabilitätswunder aus der Rotherstrasse zu Berlin (booooster)
An ihren Taten sollt Ihr sie erkennen:
Roland Berger wird seinen Worten Taten folgen lassen müssen: Am Wochenende noch hat er von der wundervollen Herausforderung als Unternehmensberater gesprochen. Man bräuchte die Kraft, für die eigene Analyse einzustehen. Deshalb werde in seinem Unternehmen auch die eigenen Persönlichkeit jedes einzelnen Mitarbeiters gefördert - anders als bei den Brain-Wash-McK-Amis. Komisch, ich habe bisher nur ziemlich schlechtes Feedback bei Berger-Consultants gehört (jung, unerfahren, lernen auf Kosten des Kunden, etc. pp.) Das kann nur eines Bedeuten: auch bei PP werden die Bearter mit breitem Kreuz fehlen. Gemacht wird, was PN sagt, oder was was RB sagt. In der Zwischenzeit ist der Beratungsauftrag nichts mehr und nichts weniger als Substanz-Verzehr. Nach dem Inso: Masse-Verzehr. R.I.P. PP. Von Dir bleibt nichts mehr übrig. Die Fehler waren für eine intergalaktische Firma einfach zu gewöhnlich. |
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