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18:43 Mittwoch, 09. Oktober 2002
nach personalabbau, der einstellung des jugendmagazins geht der sparkurs des Süddeutschen Verlags weiter. jetzt wird an den verkauf der regionalzeitungen gedacht. offensichtlich hat die waz schon interesse gezeigt.
offiziell gibt es natürlich keinen kommentar dazu. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Süddeutsche Verlag wird schlanker (MaxMaier)
Ist schon komisch zu erleben, dass Verlage wie der der SZ es nicht geschafft haben, ein paar Mark aus den goldenen Zeiten des Anzeigenwettkampfes (z.B. Mannesmann vs. Vodafone) beiseite zu legen. Selbst wenn man sich heute eine aktuelle Ausgabe der SZ zulegt, fallen einem regelmäßig die ganzseitigen Farbanzeigen auf Seite 5 oder noch besser die auf Seite 6-7 auf. Ich als ökonomischer Laie frage mich, wo das ganze Geld für diese Anzeigen hingeht? Können die nicht rechnen? Hat sich jedes Mitglied der Firmenleitung auf Kosten des Verlages einen Maybach zugelegt, nachdem sie sich ansonsten jedes Jahr ein neues Modell der S-Klasse haben kommen lassen? Oder verdienen Verlagsleitung und Redakteure zu fiel?
Gleichzeitig fällt dem geneigten Leser auf, dass die Inhalte der Artikel immer dünner werden, resultierend aus der vermehrten Übernahme von Agenturmeldungen. (Ganz abgesehen von sich häufenden Rechtschreibfehlern). Wenn dann noch die Einstellung von Beilagen wie dem jetzt-Magazin oder der Berlin-Seite, der Abdruck von Artikeln, die in der selben Form auch im Tagesspiegel und der taz zu lesen sind, hinzukommen, wundere ich mich, weshalb die SZ noch so oft gelesen wird. Hier läuft doch grundsätzlich etwas schief?! Wollte ich einfach mal so aus mir rauslassen!
Re: Süddeutsche Verlag wird schlanker (DonAlphonso)
Lieber Max,
es lief so einiges schief bei der SZ. Da hat man es jahrelang versäumt, einer Gruppe von laberköpfen die Gurgel abzudrehen. Diese Gruppe faselte etwas von Business Development und faselte die Konzernspitzen in jede Pleite, in der auch andere schon geblutet hatten. Sei´s nun der Versuch, die Kleinanzeigen als Plattformen ins Internet zu bringen, seien es teure Blättchen wie e-market, seien es value-Chain-Ideen wie der Content Syndicator Altraglobe, sei es der versuch, online dem Spiegel Konkurrenz zu machen. da bürdete man den Redakteuern eine ganze Meute von caipifordernden Apparatschiks von der BAW auf, man holte sich Berater, den ganzen ABSCHAUM der new Economy. Und erst gegen Ende 2001 zog man die Reissleine und warnte die Leute. Zu doof, dass dann überall die "Wir sind ein Qualitätsprodukt uns trifft das nicht"-Haltung herrschte. Als nichts passierte und die Einnahmen runtergingen, durfte die dreckige New Eco Bande nochmal ran und Vorschläge zur Rationalisierung machen. Was glaubst Du, schlägt so ein Berater-Bückling vor? Ihn selbst zu killen oder jetzt:? Die Schnappsdrossel aus dem Marketing, die immer mit dem Turner von Scholz & Friends turtelt, oder die Berliner Seiten und ein paar Freie? Nix Maybach. Schlicht inkompetent.
Re: Süddeutsche Verlag wird schlanker (MaxMaier)
Werter DonAlphonso,
wahrscheinlich lief es tatsächlich genauso, wie Du es beschrieben hast. Nur, und das werde ich wohl nie nachvollziehen können, wie kann die Leitung eines Unternehmens wie des SZ-Verlages auf Unternehmensberater jeglicher Coleur, so sie nur mit dem heißesten Scheiß ankommen, in dieser Weise reinfallen und gutem Geld noch mehr Geld hinterherwerfen? Ich kann es einfach nicht verstehen! Eine Zeitung ist eine Zeitung ist eine Zeitung und kein Internetportal! Und ein Unternehmensberater ist verdammt nochmal nur ein dummer BWL'er, der in der Regel nur die Theorien der letzten drei Jahre im Kopf hat und auf sein eigenes Einkommen erpicht ist. Wofür braucht dann ein Verlag wie die SZ überhaupt eine separate Geschäftsführung, wenn sie dermaßen inkompetent ist? Und wo war das Controlling, auf altdeutsch: die Finanzbuchhaltung ? Und das mit dem Qualitätsprodukt ärgert mich deswegen, weil in etlichen Artikeln von Bedeutung einfach nur die halbe Wahrheit drinsteht. Gut, war schon immer so, aber manchmal fällt es noch deutlicher auf als sonst. Wer ist die BAW und was sind bitte "value-Chain"-Ideen? So, hier ist jetzt Schluss.
Re: Süddeutsche Verlag wird schlanker (DonAlphonso)
http://www.baw-online.de">Die BAW ist die bayerische Akademie für Werbung und Marketing, lustigerweise heisst der Boss auch Maier. Maier ist der Erfinder der Danone Fruchtzwerge und erzählt schon mal, dass seine Leute ihren Aufstieg der "BAW-Mafia" (O-Ton) verdanken. Lange Zeit musste man die Leute von der BAW einfach haben, um was zu sein. Inzwischen ist die BAW trotz Netzwerk im DownturnM; der Lack ist ab. Ein paar der schlimmen Pleiten in München gehen auf das Konto von BAW-Leuten; Tussis, die auch 2002 noch alles toll finden, wo Internet draufsteht. Da könnte ich stundenlang erzählen...
Altraglobe war die Idee, zusätzlich Geld aus Content zu machen und sich optimal in der Value Chain zu positionieren. Auch eine lange Geschichte. Das Grundproblem ist, dass der SV immer leichte Minderwertigkeitsgefühle hat. Gegen Burda, Holtzbrinck, Springer und G+J ist der SV halt nur ein kleines Haus. Als der Boom losging und überall das Ende des Prints verkündigt wurde, als Burda Abermillionen in den E-Sektor pumpte, hatte man Angst, ins Hintertreffen zu geraten. Man ist hinterher gedackelt, und hat - so sagt man - dem alten Partner Scholz & Friends zu sehr das Ohr geliehen und die falschen Leute Konzepte machen lassen. Gleichzeitig schaltete man auf Expansion und kaufte, was man kriegen konnte, und dann wurden nicht schnell genug die Konsequenzen gezogen. Der SV hat schlichtweg das Ausmass des Downturn unterschätzt. Allerdings muss man auch sagen, dass alle anderen mehr verloren haben, nur fällt es bei einem Qualitätsprodukt mehr auf als bei einer Bunten oder Bild der Frau.
Re: Süddeutsche Verlag wird schlanker (MaxMaier)
Danke für die Informationen.
Hihi, hatten beim SV wohl Angst, beim Wettbewerb um den größten *** hinten anstehen zu müssen?! Dabei ist doch klein, fein und wendig meistens attraktiver. Oder wer möchte schon Kapitän eines Supertankers sein? Nur ärgerlich, dass mal wieder die eute gehen müssen, die tatsächlich arbeiten!
S-Zett: "drohende Insolvenz" (nihilism)
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,217928,00.html
SCHEISSE! Das war das erste was mir durch den Kopf ging, und wohl auch das treffendste :( Das wars dann wohl. Und NRW-Beilage? Und Freitags-Magazin? Und "Wochenende"? VERDAMMT !
Re: S-Zett: (ENOTTY)
>SCHEISSE!
>Das war das erste was mir durch den Kopf ging, und wohl auch das treffendste :( Allerdings. Es ist eine Schande. >Das wars dann wohl. Und das zu dem Zeitpunkt, wo ich statt einer Pendellektüre (wobei die SZ diesem Zweck immer genügt hat) eine lange-ausschlafen-und-dann-ins-Cafe Zeitung brauche. So kommt eines zum anderen. >Und NRW-Beilage? Rheinischer Merkur. >Und Freitags-Magazin? Bäckerblume. >Und "Wochenende"? Ich verkaufe ein 'E'.
Re: S-Zett: (nihilism)
>SCHEISSE!
>Das war das erste was mir durch den Kopf ging, und wohl auch das treffendste :( Allerdings. Es ist eine Schande. zelebrierter Kulturpessimismus. >Und NRW-Beilage? Rheinischer Merkur. Kirchendreck. >Und Freitags-Magazin? Bäckerblume. hochgradig uninteressant, dient einzig und allein als Lehrbeispiel fuer Brand-Consultants. >Und "Wochenende"? Ich verkaufe ein 'E'. E wie: Eberbacher Zeitung Ebersberger Zeitung echo online Südhessen Eckernförder Zeitung Ehinger Tagblatt (Südwest Presse) Eichsfelder Tageblatt Eichstätter Kurier Eifeler Zeitung (via Aachener Zeitung) Einbecker Morgenpost Elbe-Jeetzel-Zeitung Elbmarschpost (Bleckede) Elmshorner Nachrichten Emder Zeitung Emsdettener Volkszeitung (via Westline) Erdinger Anzeiger Erkelenzer Volkszeitung (via Aachener Zeitung) Erlanger Nachrichten Eschweiler Zeitung (via Aachener Zeitung) Eßlinger Zeitung Express (Köln, Bonn, Düsseldorf) Express - Ausgabe Bonn Express - Ausgabe Düsseldorf Express - Ausgabe Köln
Re: S-Zett: (ENOTTY)
>zelebrierter Kulturpessimismus.
Würdest du mein Aufstöhnen ob der Ahnung, dass nun auch auf DCT Sarkasmus extra als solcher gekennzeichnet werden muss, auch so bezeichnen? Anders als sarkastisch waren meine Ersatzvorschläge nämlich nicht gemeint. >>>Und "Wochenende"? >>Ich verkaufe ein 'E'. >E wie: > >Eberbacher Zeitung [lange Liste] *Ver*kaufen, nicht kaufen. |
Mir nach!
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