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18:22 Mittwoch, 19. Juni 2002
Wer Kapitalismus sagt, muss auch Kündigung sagen: Beim FAZ Businessradio in München ist Schlottern angesagt. Letzten Dienstag kam die Funkanalyse für das Millionenprojekt, und da ist es zappenduster.
Der direkte Konkurrent B5 aktuell hat gut 15 mal so viele Hörer in München, und FAZ selbst ist praktisch kaum messbar. Die durchschnittliche Hördauer liegt bei 0 Minuten, der Marktanteil liegt bei satten 0%. Kein Schreibfehler.
Damit ist die Münchner Frequenz - wie schon von vielen erwartet - ein Rohrkrepierer. Der Obermacher Langemann hatte davor auf gleicher Welle schon Relax FM in den Sand gesetzt. Die Vorgaben von der Berliner Mutter waren sehr viel höher - angeblich 2% Marktanteil für diese MA. Allerdings klingt FAZ gegen B5 wie Praktikantenschule gegen Profisender - was es ja auch ist. Jetzt fragt man sich in der Redaktion, wann das grosse Feuern oder Schliessen beginnt. Langemann hat da einschlägige Erfahrungen. Am Ende von Relax FM kam den üblichen informierten Kreisen zufolge sogar der Verkehrsfunk vom Band, denn wozu braucht man schon Leute? Trotz der Übernahme weiter Sendestrecken vom Berliner FAZ Radio ist München ein richtiges Verlustgeschäft, ähnlich schlimm wie Internet. Nachdem das Radio auch nicht für mehr Abos bei der FAZ führt, gilt meinen Informanten ein Ende als logische ökonomische Konsequenz. "Wir sind ein Luxus, den man sich nur im Boom leisten kann", sagt einer. FAZ Radio als Idee stammt schliesslich von vor 2000, als alle Welt nach Börseninformationen schrie. Aber selbst wenn: Damals, als FAZ die Frequenz in München bekam, hatte auch schon Focus/Burda mitgeboten. Focus ist auch Berlin an Ex-Gafrons Schmuddelfunk im Gespräch, und warum sollte Focus nicht auch mal dort Schlamm fressen, wo die FAZ schon die Schnauze voll gekriegt hat? Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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