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19:30 Dienstag, 26. Februar 2002
Clemens von Frentz (ein Kundiger in der Welt des Scheins), © mm.de:
"Der Vorstand der Edel Music AG hatte am 25.2.2002 per Ad-Hoc-Meldung mitgeteilt, dass ein umfangreiches Sanierungsprogramm erfolgreich abgeschlossen wurde. Wörtlich hieß es in der Meldung: 'Durch Umstrukturierungen und Desinvestments verlustreicher Unternehmensteile sowie einen teilweisen Forderungsverzicht der beteiligten Kreditinstitute konnten die Bankverbindlichkeiten der edel music AG, die im letzten Jahresabschluß zum 31.12.2000 noch 152 Millionen Euro betragen hatten, vollständig abgebaut und die komplette Entschuldung der edel music AG erreicht werden.'"
Wie kommt's, dass das Heck dieser "Titanic" dem Bug beim Sinken so zögerlich folgt? Meister Haentjes hat Substanz verscherbelt: sein prunkvolles, nagelneues Hauptquartier in HH (vor wenigen Wochen, um das Ding anschließend zu leasen), ein paar ausländische Label-Deals und jüngst seine Verlage; letztere sind aufgrund der langjährigen Urgeberrechte, die sie verwalten, die verlässlichste Rettungsinsel im Mediengewerbe. Aber ein bescheidenes Schlauchboot ward schon vorher klammheimlich aufgepustet: [Die Ad-Hoc wurde um etwa 15.45 Uhr verbreitet.] "Bei der Aktie des Unternehmens war jedoch schon einige Stunden vorher ein deutlicher Kursanstieg zu beobachten. Nach einer Eröffnung von 0,74 Euro (Börsenplatz Frankfurt) stieg das Papier inner-halb kurzer Zeit stetig an und legte bis zur Ad-Hoc-Meldung etwa 30 Prozent zu. [Tags darauf um weitere 30%, heute vormittag. Jetzt natürlich im freien Fall.] Nun wird das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel eine Analyse einleiten, um den Sachverhalt zu prüfen. BAWe-Sprecherin Regina Nößner: "Wir werden den Fall sehr genau untersuchen, um auszuschließen, dass es sich bei dem Kurssprung um einen Zufall handelt. Mit einem Ergebnis ist in einigen Wochen zu rechnen." No, nebbich. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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