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09:43 Mittwoch, 06. Februar 2002
Wohl nicht zuletzt auf Initiative der Gütersloher Medien-Magnaten wird verschwiegen im kleinsten Kreis an einer Zerschlagung der Kirch-Gruppe gezimmert. Dies ist beschlossene Sache.
Sowohl Banken als auch die Medienkonzerne Bertelsmann und Springer arbeiten gemeinsam an einer Auffanglsöung für den strauchelnden bajuwarischen Kozern. „Niemand hat ein Interesse, Murdoch den roten Teppich auszurollen“ heisst es aus höchsten Berliner Koalitionskreisen. Im Boot sind die Bayerische Landesbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank u.a.. Die Medien-Seite liest sich wie das who-is-who der deutschen Meinungsmacher.
So wird denn auch gleich von einer „nationalen Lösung“ gesprochen. Und die sieht wie folgt aus: 1. Verkauf der Formel 1-Rechte an Autokonzerne wie Daimler-Chrysler und BMW. 2. Die 40%-igen Springer-Anteile sollen an Burda, Holtzbrinck und die WAZ-Gruppe veräußert werden . 3. Premiere wird wohl an Bertelsmann verscheuert. 4. Kirch beschränkt sich auf den Film- und Sportrechtehandel sowie ProSieben/SAT1. Im Kern steht die Angst von Politik und Medien ihren Einfluss auf den heimischen Markt auf’s Spiel zu setzen und an Murdoch zu verlieren. Damit deutsche Medien leben können, muss Kirch sterben. R.I.P. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Kirch stirbt, damit Bertelsmann leben kann (black-unicorn)
Ich fürchte da wird der Leo etwas unterschätzt. Wenn der sich mit seinem Filmehandel dann wieder erholt hat kommt der wieder. Zum anderen hat Bertelsmann sich nicht umsonst aus dem defizitären Pay-TV zurückgezogen. Warum sollten die also den Mist zurück haben wollen? Neue Strategie von Dr. M.??? Wäre ja mal was Neues. Obwohl in Pixelpark wird ja auch fleißig Geld gepumpt. Die Rechnung folgt in der nächsten Bilanzpressekonfi!!!
Re: Kirch stirbt, damit Bertelsmann leben kann (jo_mei)
Was haben Kirch und Berlin gemeinsam? Abartige Schulden und es geht aber nicht ohne sie. So werden uns beide auf lange Zeit erhalten bleiben.
Re: Kirch stirbt, damit Bertelsmann leben kann (klinischtot)
Was Kirhc, Murdoch, Malone und Co. betrifft. Die deutschen PLAYER sollten über folgendes Sprichwort aus Indien nachdenken:
"Wo Elefanten sich bekämpfen, hat das Gras den Schaden." (Indisches Sprichwort) Man braucht eben nicht unbedingt GreenCards zu verschenken, um an indischen Hirnschmalz ranzukommen.
Worum es wirklich geht (noergler)
Die Tendenz der Head gibt nicht wieder, worum es geht:
Die Politik- und Medienzaren hierzulande möchten unter sich bleiben, hat man sich doch aufs Beste miteinander eingerichtet. Wenn Murdoch und Malone kommen, reißt dieser Filz auf. Den Kollegen in den Redaktionen freilich kann es egal sein, welcher Paß derjenige hat, der ihnen die Löhne drückt, die Arbeitshetze verschärft und sie um ihre Urheberrechte prellt.
Re: Worum es wirklich geht (jo_mei)
Gut den Head kann man schärfer formulieren. Trifft aber den Kern der Sache: Bertelsmann wird nur bestehen können, wenn die Golbal-Player der Medien in Deutschland außen vor bleiben.
Bertelsmann ist zwar reich, aber auch nur im deutschen Maßstab. Und auch nur bei einem Media-Markt in den Formen eines Oligopols. Der Widerstand gegen Liberty ist da nur ein Symptom. Und der Widerstand gegen Murdoch ein zweites. Was meint denn sonst der üble Ausspruch einer "nationalen Lösung"? |
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