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22:23 Freitag, 12. Oktober 2001
Noch ein ehemalig-T-Venture-Rohrkrepierer: Die Telesens AG braucht
dringend einen netten Kumpel, der nächste Woche noch 'ne Kiste Krimsekt reinschiebt. Ansonsten ist Insolvenz angesagt, wobei schon Ende August die letzte Bestellung unerhört verhallte. Schade.
Als ich mit den Jungs vor 2 Jahren mal 'ne Pressereise in die Ukraine gemacht habe ('ne eigene 737 von Köln/Bonn aus;-), war der Abend in der teuersten Edeldisko des Landes (Zarenqualität, sowohl Krimsekt als auch Mädels - und ich Dummbatz hatte meine Karre am Flughafen stehn:-((( das Highlight der Saison. Und die Telesens-Vertriebler an Bord danach das Besoffenste, was ich seitdem im europäischen Luftraum angetroffen habe... Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Ja, was ist schon Telesens.. (PorscheKiller)
könnte hier die nächsten Tage als Frage auftauchen. Um das mal klar zu machen: Telesens verkauft (und hat es getan) Billing-Software an grosse TK-Firmen. Dies ist immer noch ein zentrales Thema bei der Strategie einer jeden TK-Firma. Ohne Billing-SW kannst du dir den gesamten Sermon an Marketing, Vertrieb, Technik und sonstwas sparen. Wenn nicht abgerechnet werden kann, dann gibts auch keine BMWs oder Options oder letztendlich kein Gehalt mehr am Monatsende.
Telesens hat einen Grosskunden: Den rosa Riesen. Dessen Billing-SW ist entscheidend in den letzten 3 Jahren von Telesens auf "neu-dynamisch-anpassbar", IP-basiert, DSL-symphatisch, Datenmengenorientiert getrimmt worden (sonst wäre es ja kein T-Venture-Spiel gewesen). Was passiert nun, wenn Telesens *samt seiner ukrainischen SW-Spezialisten* (denn kaum was wird hier in DE gecodet) den Bach runtergeht? Das Problem für angehende Ökonomen besteht darin, dass man nicht einfach die Manpower und das Inventar in Form von Code aus der Ukraine rausziehen kann. Dafür hat ein gewisser Genadi Man, seines Zeichens Firmengründer und Lichtgestalt des Unternehmens (bevor er seine Aktien vor einer Woche rauszog), schon allein deswegen gesorgt, weil er in seinem ukrainischem "Sklaventempel" für ausgewogene Verhältnisse gesorgt hatte - sprich: Wer nicht mir gehorcht, der gehorcht dem Feind. Um es auf die Spitze zu treiben (und ich weiss, dass es jetzt Schelte ohne Ende hageln wird): Genadi Man ist seines Zeichens ein sehr intimer Kenner der israelischen SW-Industrie, soweit es um Verschlüsselungsverfahren und Firewall-Technologien geht, denn er hatte seine ersten Gehversuche als Firmengründer in Europa (in Köln) mit ebensolchen Produkten. Dieses (seit zwei Jahren feststehende) Recherche-Ergebnis sei mir erlaubt, auch wenn ich der absoluten Überzeugung bin, dass *Niemand* aufgrund seines Glaubens, seiner Hautfarbe und seines Gewissens und Religion abgeurteilt werden darf. Das Einzige, was ich zu meiner Entschuldigung anbringen kann, ist die Tatsache, dass ich Genadi Man vor Ort, in der Position des unabhängigen Journalisten, als eine Art Heilsbringer für usbekische IT-Fachkräfte kennengelernt habe, der sich nicht scheut, *dort* als ein russischer Superhero der 21. Jahrhunderts gefeiert zu werden. |
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