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Freenet AG Neues Schreiben an den AR der freenet AG
INSIDER Freenet AG von hans.mueller

11:24 Mittwoch, 19. Januar 2011

Club Billionaires? Hotelzimmer für 1.000€ die Nacht? --> VILANEK!
Mitarbeiter aus Kostengründen rauswerfen? Rigide Reiserichtlinie? --> VILANEK!
Predigt Wasser und trinkt selbst Wein? --> VILANEK!!!!!!!!!!

From: hans.mueller@hush.com Add contact
To: Aufsichtsrat freenet AG
Date: Mon, 17 Jan 2011 23:00:22 +0100

This message is not encrypted, and is not digitally signed by .


--------------------------------------------------------------------------------
Sehr geehrte Damen und Herren vom Aufsichtsrat,

Sie haben zuletzt am 6.12.2011 aus dem Führungskreis eine anonyme
eMail
zu Vorgängen innerhalb der freenet group erhalten. Diese
eMail wurde im Internet veröffentlicht und hat ihre Verbreitung im
Unternehmen gefunden.
An sich halte ich überhaupt nichts von anonymen eMails, da man sich
dagegen schwer wehren kann. Allerdings glaube ich auch, dass der
Zweck die Mittel heiligt, wenn es um das Wohl unseres Unternehmens
geht.
Und da es noch zwei wichtige Aspekte gibt, die auf jeden Fall dem
Aufsichtsrat zur Kenntnis gebracht werden müssen, wähle ich
ebenfalls diesen Weg.
1.
Nach der Übernahme der debitel AG durch die freenet AG wurde nach
längerer und intensiver Analyse eine strategische Neuausrichtung
der neuen freenet group ausgearbeitet, im Aufsichtsrat und Vorstand
offiziell beschlossen und in die Organisation kommuniziert. Nach
dem Wechsel des Vorstandsvorsitzenden wurde diese Strategie nicht
in Frage gestellt, sondern wurde im Gegenteil noch einmal explizit
bestätigt: vom Aufsichtsrat und auch vom neuem Vorstand.
Entsprechend wurde dies auch kommuniziert.
Gleichwohl hat entgegen der geltenden Beschlussfassung tatsächlich
eine drastische Abkehr von der formulierten Strategie
stattgefunden, insbesondere bei der Schaffung von Synergien durch
eine Verzahnung der Online-Kompetenz der ehemaligen freenet.de mit
der Mobilfunk-Kompetenz der ehemaligen mobilcom, debitel und
Talkline.
Organisatorisch ursprünglich in einem eigenen Vorstandsressort
gebündelt, wurden nach dem Ausscheiden von Eric Berger bis heute
etliche wichtige und langjährige Führungskräfte entweder entlassen
oder sind frustriert selbst gegangen.
Noch vorhandene Führungskräfte der Online Gesellschaften sind
komplett kaltgestellt und gleichfalls stark frustriert. In den
Vorstands-Sitzungen finden die Gesellschaften und Geschäftsführer
praktisch nicht mehr statt. Es gibt keine Führungsrunde (OpsCom,
Steuerungskreis, Ressortmeetings, Steering Committee, IT-
Lenkungsauschuss etc.) an denen die operativen Geschäftsführer
teilnehmen und ihre Kompetenzen einbringen könnten. Der für das
Resort verantwortliche Vorstand Vilanek involviert sich kaum und
bringt sich weder strategisch noch operativ ein.
Darüber hinaus wurden keinerlei Anstrengung unternommen den
Geschäftsbereich Online auszubauen oder zu verstärken. Im
Gegenteil: die aktiencheck AG wurde verkauft, zur freeXmedia,
freenet.de und 4 Players haben bereits mehrfach Verkaufsgespräche
stattgefunden und damit Mitarbeiter und Führungskräfte
desillusioniert.
Die new directions GmbH wurde für die Vermarktung externer Produkte
geschlossen und 16 Mitarbeiter inkl Geschäftsführer der
Organisation entlassen. Es hat keinerlei fundierte Analyse zu einer
Entscheidung des Gesamtvorstands geführt. Vielmehr glaubte der
Vorstandsvorsitzende Vilanek „nicht an das Geschäftsmodell“ und hat
die Änderungen nach eigener Aussage ohne ausreichende Beteiligung
der übrigen Vorstandskollegen umsetzen lassen.

Dazu wurde das Leuchtturmprojekt „freenet Inside“ eingestellt, der
verantwortliche Manager Jens Kintrup verließ daraufhin entnervt das
Unternehmen. Mobiles Internet findet heute fast ausschließlich in
der Vermarktung von hochsubventionierten Smartphones und Netbooks
(vor allem mit Warengutscheinen bis zu €800,- in der MSH) statt.
Die Durchdringung an Datenkunden im Mobilfunkbestand hinkt trotzdem
noch immer dramatisch dem Markt hinterher. Eine ausreichende
Steigerung der PIs auf dem mobilen Portal der freenet.de und ein
verstärkter Verkauf dieses hochmargigen Inventars findet daher auch
nicht statt. Eine Verzahnung von Mobilfunk-Kunden und Online-Kunden
gibt es praktisch nicht und wird weder vorangetrieben noch
überhaupt irgendwie gemanagt. Im Gegensatz dazu lohnt ein Blick auf
unseren Wettbewerber United Internet. Ursprünglich hatte die
freenet group ähnliche Startvoraussetzungen im Bereich Online.
Heute sind wir komplett abgehängt: in keinem Feld in dem wir im
Wettbewerb mit UI stehen sind wir wettbewerbsfähig oder
wirtschaftlich besser aufgestellt. Grund dafür ist unter anderem,
dass United Internet seine Online Kompetenzen konsequent nutzt
während wir diese abschaffen. Inzwischen nutzt UI seine Online
Kompetenzen erfolgreich dazu, uns im Mobilfunk und insbesondere im
mobilen Internet den Rang abzulaufen.
Das Affiliate Partnermanagement ist eines der größten
Wachstumsfelder im Onlinebereich mit enormen Potential.
Wettbewerber wie Zanox oder affilinet (Tochter der United Internet)
erwirtschaften hohe Umsätze und hohe Umsatzrenditen und arbeiten
seit Jahren wirtschaftlich. Lange Zeit war die new directions ein
starker Wettbewerber der beiden Marktführer. Nach dem Verkauf des
DSL Geschäfts hat der Vorstand aber eine Neuausrichtung nicht
konsequent verfolgt und entsprechende Unterstützung der
Geschäftsführung nicht ermöglicht.
Vielmehr ging der Vorstandsvorsitzende Vilanek hier, wie auch in
den meisten anderen Fällen, den einfachen Weg: Schließung statt
Restrukturierung und Neuausrichtung. Folge ist der Verlust eines
enormen Potentials und eine deutliche Schwächung der freenet group.
Es ist kaum eine Initiative des Vorstandsvorsitzenden Vilanek
bekannt, mit der er auch nur ansatzweise versucht hätte im Bereich
Online Wachstums- oder Ergebnispotentiale oder auch nur Potentiale
bei der Geschäftsausrichtung zu suchen, zu unterstützen oder
voranzutreiben.
2.
Darüber sollten dringend die Spesen- und Reisekosten-Abrechnungen
des Vorstandsvorsitzenden Vilanek überprüft werden.
Incentive- und Lustreisen des Vorstandsvorsitzenden Vilanek mit
seinen „Kumpels“ der Supernova und im sehr kleinen Kreis
ausgewählter Personen sind derzeit Dauergesprächsthema bei den
Mitarbeitern der freenet group.
Für eine Incentivereise zur WM nach Südafrika soll angeblich ein 6-
stelliger Betrag ausgegeben worden sein. Für eine Lustreisen nach
Sardinien im ganz kleinen Kreis, aber mit allen Annehmlichkeiten
sollen Kosten in Höhe von über 30.000 Euro angefallen sein,
alleine Hotelkosten von rund €1.000,- pro Person und Tag! Dazu soll
eine Luxusyacht gemietet und eine Party im „Club Billionaires“
gefeiert worden sein. Mit natürlich entsprechenden Kosten.
Besondere Brisanz wird dies auch noch im Rahmen der
Lohnsteuerprüfung erfahren. Es ist schwer vorstellbar, dass diese
Ausgaben als betriebliche Aufwendungen anerkannt werden. Ebenso
bleibt zu vermuten, dass hier Herr Vilanek noch keinen geldwerten
Vorteil der Versteuerung unterworfen hat. Vermutlich soll auch
diesen Nachteil am Ende still und heimlich die Fimra übernehmen.
Jedenfalls aber ist es eine unerträgliche Doppelmoral seinen
Mitarbeitern eine rigide Spesen- und Reisekostenrichtlinie
aufzuerlegen, aber selbst die Gesellschaft mit nicht vertretbaren
Summen für eigene Incentive- und Lustreisen zu belasten.
Dazu kommt ohnehin noch, dass die Gesellschaft mit enormen
Heimreisekosten von Vilanek und anderen Führungskräften belastet
wird! Diese Kosten werden zudem noch durch die Häufung von
wohnortnahmen Terminen an Wochenrandtagen unvertretbar erhöht.
Diese Vorgänge hinterlassen bei den Mitarbeitern ein Gefühl
ohnmächtiger Wut. Denn während bspw. Mitarbeiter der new directions
ihren Job/ihre Lebensgrundlage für den sie 10 Jahre gekämpft haben
aufgrund einer Fehlentscheidung von Vilanek verlieren, kommt eben
dieser Montags stets erst gegen mittag braun gebrannt ins Büro .
Man kann dies natürlich ohne weiteres als unqualifizierte Bemerkung
abtun, jedoch besitzt diese eine emotionale Sprengkraft in der
Organisation die gewaltig ist:

Vilanek predigt Wasser, trinkt aber selbst Wein!

Mit freundlichen Grüßen,
Ein Mitarbeiter der freenet group





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Re: Neues Schreiben an den AR der freenet AG (Sentinel 2.0)


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