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21:37 Donnerstag, 09. Dezember 2010
Tja, der Vögel-Verlag war immer schon seiner Zeit voraus: Lange vor Jörg Kachelmann und Julian Assange zeigte ein Chefredakteur der Damenwelt, was er von ihr hält.
Doch auch die Adressaten des betreffenden Blatts kommen nicht ungeschoren davon. Für sie wurde ein neuer, besonders -äh- charmanter Begriff erfunden: Sie sind LUSER! Zugegeben, die Editorials der Elektronikpraxis, die mir die Kollegen immer noch hartnäckig alle 14 Tage auf den Tisch legen, sind nur selten besonders geistreich. Ich erinnere mich unter anderem mit Grausen an eine Dame, die zum Thema Autoradios, Navigationssysteme und sonstige Autoelektronik etwas zusammenschwadronierte, das mit den Beatles begann und zu den Klängen von Why don't we do it in the road mit der erotisch höchst verqueren Phantasie endete, daß John & Yoko sich daselbst (also mitten auf der Straße) paaren würden, um dann von der Editorialschreiberin beim gedankenverlorenen Herumfummeln (an ihrem Navigationsgerät) kurzerhand mit Tempo 120 überfahren zu werden!
Krude, geschmacklos und überflüssig - schließlich starb John Lennon bereits heftig genug vor 30 Jahren durch den Mord eines Irren. Da muß man ihn doch Jahrzehnte später nicht noch ein zweites Mal auf so merkwürdige Art in einem Editorial hinrichten! Über die Dame, die nach dem üblichen Gelaber zu aktuellen Heftthemen auf Seite 3 vor einigen Wochen verkündete, daß sie nun nach 15 Jahren eine Kreativpause einlegen würde (weil sie (nicht als erste(r)) dazu mit einem blauen Brief "überredet" wurde, versteht sich), wollen wir an dieser Stelle auch lieber den Mantel des Vergessens ausbreiten. Ach nein, geht nicht, der bedeckt ja schon John & Yoko. Naja, sagen wir es mal so: Die Trauer in der Branche hielt sich in diesem Fall in Grenzen. Den Vogel (klar, ist ja auch der Vogel-Verlag!) schießt in den Editorials aber regelmäßig der bereits bekannte Chefredakteur ab. Mal verkündet er selbstsicher Das Schwein ist los, mal sagt er schon in der Überschrift, für was er seine Leser ab sofort hält:
Ok, wenn jemand im November bei Minusgraden spontan in einen Biergarten gehen will, scheint es gar nicht mehr wirklich notwendig zu sein, noch etwas zu trinken, dann muß es bereits einen guten Stoff gegeben haben. Und auch was ELEKTRONIKPRAXIS (EP) sein soll (gibt es denn auch ELEKTRONIKPRAXIS (c't) oder gar ELEKTRONIKPRAXIS (DDR) ?), bleibt unklar. Aber es gibt Wortspiele, die nicht mal ich wagen würde...ich bin jedenfalls kein Luser, ich habe nach dem Editorial nicht mehr weitergelesen. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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