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08:10 Sonntag, 10. Oktober 2010
Der Schweinezyklus hat wieder zugeschlagen, o2 macht neben einem Outsourcing von Callcentern auch noch einen Abbau von 1100 Arbeitsplätzen in Deutschland und verkleinert damit sein Personal in Summe von 6700 auf 5000.
Das ist das dritte Mal in vier Jahren, dass solche eine radikale Entlassungswelle läuft, bisher wurden die abgefundenen Mitarbeiter im Anschluss wieder aufgebaut, sodass nach einem Jahr der vorherige Mitarbeiterstand wieder erreicht oder übertroffen wurde. Diesmal gehen dabei auch 6 Technikstandorte drauf. Die 'Ressourcen' die man wegen Ihres Knowhows noch nicht schlachten kann, sollen Arbeitsplätze in Hamburg, Köln, Teltow, Nürnberg oder München angeboten werden. Die offiziell 3500 externen Mitarbeitern sollen dagegen noch aufgestockt werden. Aber das ist nur der erste Schritt, angestrebt ist alle 'Festnetz'-Tätigkeiten an die Konzern-Schwester in Tschechien abzugeben, während München den Mobilfunkbetrieb für Tschechien machen soll. Im aktuellen Reorganisationschritt sollen schon die kompletten Funktionsüberwachungstätigkeiten nach Tschechien abgegeben werden. Das bedeutet das die Mitarbeiter die diesmal noch davon kommen im nächsten Jahr dann einen Kopf kürzer gemacht werden. Von den verbleibenden Technik-Standorten in Deutschland wird am Ende wohl nur noch München übrig bleiben. Wie allein der aktuelle Personalabbau/verlagerung funktionieren soll, ist dem Management aber offenbar unklar, so ist das neue Organigramm für de Netzwerkbereich einfach das alte, und das obwohl man beabsichtigt die unteren Führungsebene um 50% zu reduzieren, die Managementebenen darüber bleiben von der Anzahl nahezu gleich. Weiterhin ist unklar welche Funktionen von den wegfallenden Standorten an welchen Ort transferiert werden sollen. Die Standort-Kompetezen durch 'Knowhow-Transfer' und wechselwillige Mitarbeiter aufzufangen dürfte aber eh ein schwieriges Unterfangen sein. So ist bei dem erst vor einem Jahr vom o2-Konzern geschluckte Standort Verl (ehemals mediaWays und ab 2003 Telefonica Deutschland) technologisch für viele Leistungen verantwortlich auf denen o2, Hansenet und viele weitere Kunden Ihre Geschäftstätigkeiten aufbauen, z.B. Voice over IP (o2dsl, AOL/Hansenet, 1&1, ...), DSL (o2DSL, AliceDSL, freenetDSL, United Internet, ...), Hosting/Housing (Spiegel, Focus, Pro7, StudiVZ, MyVideo, ...), VPN-Anbindungen (Lotto, Finanzinformatik, Edeka, ...), Netzwerkbackbone (u.a. auch für o2-Mobiltelefonie) Durch das Schliessen dieses Standortes ist davon auszugehen, das die Qualität dieser Vorprodukte in den Keller geht, und sich Ansprechpartner massiv ändern. Die Technikexperten sind nach den Management-Volten und -Saltos (Festnetzkompetenzzentrum Verl) der Mobilfunkmanager aus München, die auch heute noch in SIM-Karten denken, sauer gefahren. Diese werden sicherlich selbst bei Ortswechselbereitschaft lieber bei einem anderen vertrauenswürdigeren Arbeitgeber schaffen wollen als bei jemanden von dem sie sich belogen fühlen, und Ihnen möglicherweise in der nächsten Reorganisation dann die Tür zeigt. Ob die davon betroffenen Kunden begeistert sind, darf bezweifelt werden. Auch dürfte interessant sein wie der Service funktioniert, wenn er erst nach Tschechien verlagert ist. Aber vermutlich fragen die Kunden bereits Ihre Ansprechpartner nach Kündigungsfristen. Diese Art Kunden werden für die SIM-Karten-Experten in München wohl für immer eine nicht fassbare Erscheinung bleiben... so wie auch der Mobilgrosskunde BMW. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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