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ACI Alternative Capital Invest ACI: Insolvenzantrag für vier Fonds gestellt
FINAL ACI Alternative Capital Invest von KLP

22:31 Samstag, 11. September 2010

Angekündigt war nur die Pleite eines Fonds, doch ab heute sind gleich vier Dubai-Fonds und ihre Beteiligungsgesellschaft des Emissionshauses Alternative Capital Invest (ACI) aus Gütersloh auf einen Schlag offiziell pleite. Aber ACI-Juniorchef Robin Lohmann (35) hat schon wieder eine neue Firma.

Seit dem frühen Morgen hatte man am heutigen Freitag (10. September 2010) in der Insolvenzabteilung des Amtsgerichts Bielefeld auf das am Vortag telefonisch angekündigte Erscheinen der ACI gewartet. Eine halbe Stunde vor Gerichtsschließung um 14.30 Uhr tauchte schließlich die ACI-Rechtsanwältin auf, um für die Fonds II, III, IV und V und die Beteiligungsgesellschaft Insolvenz zu beantragen. Ein Richter war allerdings nicht mehr da.

Das bestätigte Justizobersekretär Roy Pawelek von der Einreichungsstelle der Insolvenzabteilung dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net. Pawelek: "Über den Antrag wird ein Richter am kommenden Montag entscheiden."

ACI-Junior-Chefin Nadine Lohmann (35) sprach gegenüber der Neuen Westfälischen Zeitung von 70 Millionen Euro verlorener Gelder, die rund 1.800 Anleger in die Fonds II bis V eingezahlt haben sollen. Im Juni 2010 hieß es aus der ACI-Geschäftsleitung noch, der Verlust belaufe sich auf 160 Millionen Euro. Die genaue Höhe wird wohl das Insolvenzgericht bestimmen müssen.

Seit 2004 hat die ACI aus Nordrhein-Westfalen sieben Fonds aufgelegt, nur der erste wurde erfolgreich abgeschlossen. Für alle sieben Fonds sammelte die ACI von 8.000 Anlegern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 210 Millionen Euro ein und nahm Kredite auf, um für insgesamt 600 Millionen Euro Hochhäuser im Wüstenstaat zu bauen. Viele Anleger vertrauten dem Marktführer in Sachen Dubai-Fonds, weil er mit Sportgrößen wie Boris Becker, Michael Schumacher und Niki Lauda warb, die dafür jeweils zwei, fünf und eine Million Euro Anlegergelder kassierten. Von den Türmen sind nur die Fundamente fertig, die Baustellen sind verwaist.

Mit Warnungen von GoMoPa.net (Dubai-Fonds: ACI droht Anlegern mit Insolvenz und Millionen-Kollekte für ACI-Manager) sowie einer Klage des Siegburger Anwalts für Bank- und Kapitalmarktrecht Hartmut Göddecke (53) vor dem Landgericht Bielefeld (Aktenzeichen 12O27/10) sind die Anleger zu Jahresbeginn davon abgehalten worden, die Geschäftstätigkeit der Fonds mit freiwilligen, zusätzlichen Einlagen in Höhe von 1,1 Millionen Euro pro Jahr weiter zu ermöglichen. In Dubai vorgeschriebene Abschreibungsraten von bis zu 80 Prozent seien laut Göddecke nun auf die deutschen Fondsbilanzen durchgeschlagen. Darum sei nur der Weg zum Insolvenzgericht geblieben.

Die Anträge für die Fonds II bis V musste nun ein Familienfremder des Lohmann-Clans unterschreiben - Rouwen Kielon (33), der erst seit 58 Tagen Geschäftsführer der vier Fonds ist. Denn Seniorchef Hanns-Uwe Lohmann (65) hatte bereits am 30. Juni 2010 das Handtuch geworfen und trat als Geschäftsführer zurück, weil die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen ihn und seinen Sohn, Robin, wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetruges ermittelt.

Bei einer Razzia am 22. Juni 2010 waren die Geschäftsräume in der Berliner Straße 7 in Gütersloh und in der Kanzlei des Treuhänders in der Bismarckstraße 57 in Gütersloh sowie die Privatwohnungen der Lohmanns durchsucht worden.

Auch in Dubai hatte die dortige Staatsanwaltschaft schon vor längerer Zeit Ermittlungen gegen Robin Lohmann aufgenommen:
Die Zeitung Arabian Business zeigte letzten Sommer Robin Lohmann auf dem Cover und fragte: Wo ist das Geld hin, Robin?

Laut dem arabischen Nachrichtendienst Arabianbusiness ermittelt gegen die ACI auch die 2008 neu geschaffene Immobilienaufsicht Real Estate Regulatory Authority (RERA) wegen geplatzter Schecks, Scheinbesitzes an Grundstücken und Zweckentfremdung anvertrauter Gelder. Der Chef der RERA, Marwan Bin Ghalita, wird mit den Worten zitiert, dass seine Behörde gegen die ACI insbesondere bei dem internationalen Vorzeigeobjekt Niki Lauda Twin Towers überprüft, ob und inwieweit Gelder unrechtmäßig erlangt und verwendet wurden.

Die ACI habe offenbar gegen Dubais Gesetze und Vorgaben verstoßen. Die Staatsanwaltschaft Dubais zog zeitweilig den Pass von Robin Lohmann ein. Vorabimmobilienkäufer der jetzigen Bauruinen und arabische Banken, die mehr als 300 Millionen Euro Kredit ausgereicht haben, zeigten die ACI wegen Betruges an.

Deutschen Firmen bot Lohmann von Dubai aus sein eigenes kapitalkräftiges Engagement als "Weisser Ritter" über Unternehmensbeteiligungen an. Ein Unternehmer berichtete GoMoPa.net: "Der Lohmann tat so, als könne er ganz persönlich über das viele Geld verfügen." Tatsächlich hat die ACI all die Jahre bei ihren Dubai-Fonds keine externe Mittelverwendungskontrolle bestellt, sich also nur selbst "kontrolliert".

Anleger werden dreifach bestraft

Mit der Pleite der Fonds sind die Anleger gleich drei Mal bestraft. Ihr eingezahltes Geld ist weg. Zweitens müssen sie ihre in den vergangenen Jahren ausgezahlten Gewinne an den Insolvenzverwalter zurückzahlen, weil die ACI gar keine Gewinne gemacht hat und die Ausschüttungen aus neuen Anlegergeldern oder Kreditmitteln vornahm. Und das Finanzamt verlangt zum Dritten sowohl auf die ausgezahlten als auch auf die nicht ausgezahlten Scheingewinne, wie bei dem als Paket verkauften Fonds II bis V, bei denen der Kaufpreis vom Käufer gar nicht aufgebracht wurde, auf jeden Fall die Steuern.

Robin Lohmanns neue Firma mit Vermögen der ACI

In der Öffentlichkeit stellte sich der Familien-Klan gern als Opfer der Wirtschaftskrise dar. Doch, nachdem der Verkaufsdeal für die Fonds II bis V im Dezember 2008 an den arabischen Kohlen- und Geschenkartikelhändler YAMA LLC geplatzt war und die ACI an 1.800 Anleger weder die versprochene Rendite von 60 Millionen Euro noch den Verkaufspreis von 124,5 Millionen Euro ausbezahlt hat, war Juniorchef Robin Lohmann nicht wirklich auf der Suche nach neuen Investoren, sondern gründete ein neue Firma aus dem Vermögen der Mutterfirma ACI.

Am 16. Juni 2010 wurde in der Berliner Straße 7 in Gütersloh, dem Sitz der ACI, eine "Platin 567. GmbH, Frankfurt am Main" gegründet. Anderthalb Monate stand der Firma eine Antje Borcherdt (42) als Geschäftsführerin vor, dann übernahm Robin Lohmann den Job. Sein Wohnort wird mit Emirates Hills/Dubai angegeben.

Aus dem Handelsregister geht hervor, dass die neue Firma "Teile des Vermögens (DUBAI BRANCH) der Alternative Capital Invest GmbH & Co. KG mit Sitz in Gütersloh als Gesamtheit im Wege der Umwandlung durch Abspaltung übernommen" hat.

Gläubiger haben nun laut dem öffentlichen Registereintrag seit dem Stichtag 2. August 2010 sechs Monate Zeit, "ihren Anspruch nach Grund und Höhe schriftlich" anzumelden. Ansonsten wird die Abspaltung des Vermögens an Robins neue Firma rechtswirksam.

Quelle: GoMoPa





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ACI-Anleger - WAS TUN? (KLP)
Re: ACI-Anleger - WAS TUN? (prili)


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