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20:53 Mittwoch, 21. Juli 2010
Viel zu lange ist er mit seiner eigenwilligen Interpretation der ordnungsgemäßen Aufgabenwahrnehmung als Berater, CEO oder Aufsichtsratsvorsitzender unbehelligt geblieben. Doch spätestens seit Dezember 2008 ist Eckis Stern am Sinken; jetzt scheint er am Verglühen zu sein.
Eckhard Spoerr hat fertig und nach dem Rausschmiss bei der freenet AG nun auch (ganz freiwillig versteht sich) seinen Sessel als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Conergy AG geräumt. Wie immer bringen nur wahrnehmungsgestörte Menschen dieses Ereignis mit Eckis Problemen in Sachen Normenakzeptanz in Verbindung. Sei's drum: dieser Schritt war richtig aber vor allem überfällig. Doch sicher ist: Ecki fällt tief aber weich. Er hat seine Schäfchen (und damit meine ich nicht nur Franziska Oelte) längst im Trockenen, die Verjährungsregelungen des StGB im Kopf und (noch) genug Kumpels bei freenet (damit meine ich auch Franziska Oelte) und anderswo, die ihn (zunächst) vor weiteren Unannehmlichkeiten schützen dürften. Immerhin ist Ecki nun zum zweiten Mal publikumswirksam vom Hof gejagt worden und darf sich - als Vorbestrafter (so das LG Hamburg und der BGH wollen) - seiner Resozialisierung widmen. Sicher ist auch: Aktionäre und Aufsichtsräte haben - schon aus Selbstschutzgründen - ein verdammt schlechtes Gedächtnis und eine Neigung zu narzisstischen Persönlichkeitsstörungen. Der Boden für Eckis Comeback ist also heute schon bereitet. Offen bleibt nur, in welcher Liga er zukünftig spielen wird oder darf. Eckhard Spoerr wäre nie so weit gekommen, wenn man ihm nur ein wenig (mehr) Einhalt geboten hätte. Die Ecki-Ich-AG 2.0 ist auch ein Ergebnis der Unfähigkeit von Aufsichtsräten, der Willfährigkeit von Führungskräften, der Ecki-hat-das-Seepferdchen-Presse und der moralischen Inhaltsfreiheit von Finanzinvestoren. Gar nicht so sicher ist, ob der Sumpf, den Eckhard Spoerr bei freenet hinterlassen hat, wirklich ausgetrocknet werden wird. Hier sind in den letzten Monaten auch Ecki-Jünger und Normakzeptanz-Freestyler in Führungspositionen gelangt. Eckhard Spoerr und auch Permira scheinen günstige klimatische Voraussetzungen dafür geschaffen haben, dass wir auch zukünftig noch ein wenig aus dem freenet-Sumpf berichten können. Selbst der als Wunderheiler gepriesene Christoph Vilanek soll ein recht eigenwilliges Verhältnis zur Normenakzeptanz (gehabt ?) haben; zumindest wenn es um die Wünsche von Vorständen oder Finanzinvestoren im Zusammenhang mit Kundendaten ging. Auch den als Krieger-Nachfolger hoch gehandelten ex-debitel-CFO Joachim Preisig soll das eine oder andere Defizit plagen. Oliver Steil (kurzfristig nach freenet/debitel tief gefallen aber als CEO bei Sunrise - Permira sei dank - sehr weich gelandet) könnte - wenn er nur wollte und vor allem dürfte - hierzu sicher viel mehr berichten. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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