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CDU Thüringer Schmuddel-Union: Lanu betreibt Aufklärung im Sinne Kants
KOLUMNE CDU von noergler

12:36 Mittwoch, 19. August 2009

Erstaunlich, dass das manchem nicht paßt.
Die wesentliche Eigenschaft des Qualitätsjournalismus besteht in dessen Behauptung, Qualitätsjournalismus zu sein. Getragen von der Hoffnung, die Wirklichkeit werde irgendwann vielleicht folgen, wenn man heute schon das „Qualitäts“-Bapperl aufleimt, lebt der Qualitätsjournalismus als Meta-Zombie:

Während die bislang bekannten Zombies Ergebnis der Umwandlung von Lebenden in Untote sind, ist der Qualitätsjournalismus Zombie von Geburt. Der Sprache nicht mächtig, in ungelenk-stereotyper Denkbewegung und stets dasselbe grunzend, reproduziert der Qualitätsjournalismus die je currenten Vorurteile, die uns erst den Dotcom-Hype, und nun dessen großen Bruder, die so called „Finanzkrise“ brachten, wie um zu beweisen, daß Karl Kraus recht hatte, als er die Quelle allen Übels in der Verjauchung der Gehirne durch die Presse sah.

Schurkin Lanu
Wäre der Qualitätsjournalismus mehr als ein zombistisches „Als-ob-Leben“ (Monoma); wäre er mehr als eine latrinöse Emanation; wäre der Qualitätsjournalismus imstande, seinen eigenen Anspruch zu erfüllen, anstatt unter der von ihm selbst aufgelegten Meßlatte durchzulaufen, dann hätte es sich erübrigt, daß Lanu jenes Interview mit Ramelow führt, da einer der Qualitätsjournalisten es bereits getan hätte.

Dies aber, so meinen manche, sei eine lanuische Aberration, ein Boocompany-Misuse, Meinungsmache, DotComTod-Verrat, und sowieso dann auch irgendwo stalinistisch, wenigstens virtuell, habituell, strukturell, subtextmäßig, eben so irgendwie einem gefühlten Linksverbot nicht gehorchend, so, als sei ein Unterfangen, das, übrigens in bester DCT-Tradition, der Katze die Schelle anhängt, „links“.

Althaus & Merkel: die Stützen jeder Gesellschaft
“Schade schade, Lanu, dass Du jetzt dieses schöne Forum für politische Stimmung nutzt“, meint ein Wichtl, der mit 1-Satz-Boos wie „manchmal ist es für's Geschäft einfach hilfreich, eine Berufsausbildung zu haben, Herr Pooth!“ die Expertise zum Mitreden glaubt sich erworben zu haben, wogegen bereits der Deppen-Apostroph „für's“ spricht. Er „bejaht“ die „gelb-schwarze Politik“ des fanatisierten Markttalibanismus, als wäre es ein Unterschied, wenn er die identische rot-grüne Politik bejahte, und als wären es nicht eben jene Deregulierungs-Privatisierungs-Totalitaristen aus dem marktreligiösen Bible Belt, die uns den aktuellen Absturz ins Desaster bescherten.

„Mein Opa“ hätte fein stille zu schweigen angesichts der SED-Aktivisten und -Karrieristen Althaus und Merkel, anstatt mit sinnfreiem Quatschlaber („Welcome SED“) Lanu in einer Weise zu beleidigen, die zeigt, dass „Mein Opa“ auf das Niveau der mentalen Stubenreinheit sich allererst noch hochzuarbeiten hätte.

„... du gibts in dieser Form und mit diesem Interview den Linken ein bedingungsloses Forum zur Stimmungsmache und somit auch für Wahlwerbung. Das ist zu einseitig und zu offensichtlich. Und viel zu weit weg von DTC. Ich hätte Dir hier mehr Fingerspitzengefühl zugetraut.“

Analphabet ist er also auch noch.
Mit DTC meint er wohl DotTodCom, darauf kommt es jetzt nicht an, aber hierauf schon:
An keiner Stelle des Interviews sagt Ramelow etwas wie 'Weil ich diese und jene tolle Position vertrete, soll man mich wählen'. Einige hier sind offenbar nicht fähig, auch nur das Thema des Interviews zu erkennen. Das Interview argumentiert – leicht erkennbar – nicht für die Linkspartei, sondern nur gegen die ethikbefreiten Maßnahmen der Wahlkämpfer der anderen Seite, indem es diese Maßnahmen öffentlich macht.
Lanu führt exakt das aus, was das Bundesverfassungsgericht in mehreren Urteilen von der Presse fordert: den Bürger aufklären über Mißstände. Und wie denn, bittesehr, sollte das hier dargestellt werden? Indem man im Interview den Namen des Opfers und Interviewpartners Ramelow verschweigt?

CDU-Wahlkampf: die Lemuren aus dem Abwasserkanal
Und wie denn, bittesehr, soll es nicht „einseitig“, sondern 'ausgewogen' dargestellt werden, wenn der Kloake entstiegene Gossenbürscherl Wahlkampf machen? Der opportunistische Blockflöten-Pöbel, der in Treue fest zur SED stand und dann auf Systemwechsel umschaltete ohne zu kuppeln, verfügt zwar über einen IQ in Höhe der Zimmertemperatur, aber um die Frage zu beantworten, auf welcher Seite das Brot gebuttert wird, verfügen sie über einen Wolfsinstinkt.

Tomahawk ist ein Freund, und er bleibt es auch. Er treibt es noch wilder als „Mein Opa“, der immerhin die Kampagne für daneben hält. Das ändert nichts an meiner Freundschaft, doch unter Freunden ist es erlaubt, wenn nicht geboten, dem Freunde zu sagen, wenn sein entgleister Zug gerade an einem Brückenpfeiler gelandet ist.

„Und nun auch noch ungefilterte Wahlpropaganda für die 'gute' alte SED im Schafspelz!“

Wäre Dir gefilterte Wahlpropaganda lieber gewesen? Maßlose Fehlbewertungen drücken in der unsinnigen Verwendung von Adjektiven sich aus, wie bereits Karl Kraus analysierte. Der RAF wurden stets „feige Morde“ vorgeworfen, sodaß ich mich fragte, ob man heldenhafte Morde der RAF dann hätte loben müssen.

Texte, Sprache, Worte, alles was aus Buchstaben besteht, ist Bestandteil meiner Profession. Diktion, Sprachgestus, Tonalität sind mein einheimisches Reich, zumal ich als Musiker auf Töne und Zwischentöne ohnedies geeicht bin. Selbst bei kritischster Betrachtung und genauestem Hinhören stelle ich fest: Was an dem Interview Wahlpropaganda sein soll, wissen die Götter; es sei denn, man betrachtet als Wahlpropaganda das Umdrehen eines Steins, unter dem Übles zu Vorschein kommt, nämlich die ekelerregende Wahlpropaganda des Gegners.

Karl Marx: „Wenn eins gewiß ist, dann, daß ich kein Marxist bin.“
Daß die Linkspartei „die alte SED im Schafspelz“ sei, ist kontrafaktisch. Da Du, im Unterschied zu mir, kein gelernter Politikwissenschaftler bist, sehe ich Dir die fehlende Analytik nach. Bereits für die PDS galt „SED im Schafspelz“ nur cum grano salis. Nach dem Zusammenschluß mit der WASG aber sind die altrealsozialistischen Kräfte in die Bedeutungslosigkeit abgesunken. Daher sind sie ja so sauer. Ein kluger Kommentator sagte während des CDU-Hohmann-Skandals (Juden als „Tätervolk“): „Die Union ist kein braunes Nest, aber es gibt braune Nester in der Union.“ Analoges gilt für die Linkspartei, obzwar selbst die „Kommunistische Plattform“ der Frau Wagenknecht inzwischen nur noch die Verstaatlichung der Banken fordert. Verstaatlicht sind die Banken bereits, nur mit dem kleinen Schönheitsfehler, daß der, der zahlt, nicht das Sagen hat. Wagenknecht fordert nur systemimmanent, was der Systemlogik der Marktwirtschaft entspräche: daß nämlich der Geldbringer auch herrscht. Mit solchen Kommunisten kann der Kapitalismus gut leben.

Die Linkspartei erscheint Dir als monolithischer, gar „marxistischer“ Block, der nicht zu sein die internen erheblichen Probleme der Linkspartei ausmacht. Die immer wieder hochkommenden Spaltungsgerüchte kommen nicht von ungefähr. Zwar umfaßt jede Partei ein breites Spektrum, aber so breit wie bei der Linkspartei ist es nirgends. Der Pluralismus innerhalb der Linkspartei ist extrem. Es gibt dort „Realos“, die Hartz 4 für eine gute Sache halten.

„Was glaubt Ihr denn durch diese lächerliche Anbiederung an den Marxismus zu bewirken“

Die Linkspartei verdankt ihre Entstehung der „Agenda 2010“. Sie besetzt von den Sozialdemokraten geräumte Positionen. „Marxismus“ als Dominante vermag der Blick des Politikwissenschaftlers nicht zu erkennen. Lanu, die hier bloß einen sauberen Journalistenjob gemacht hat, Anbiederung zu unterstellen, kommt von den 1,5 Metern schnittfestem Schaum vor dem Mund, die Dir den Blick aufs Tatsächliche verstellen.

Tolle Idee: Ramelow ist Gulag!
Recht kühn ist ebenfalls Deine Annahme einer „ursprünglich idealistischen Idee, die spätestens in Stalins Gulags ihre hässliche Fratze zeigte und ihre Menschenverachtung offenbarte. Und die weltweit kläglich gescheitert ist.“

Mal davon ab, daß manche gegenwärtig das klägliche Scheitern des Kapitalismus diagnostizieren (nicht meine Position, aber das führte hier zu weit), ist die Aufrufung des Gulag das, was ich meine, wenn ich von 1,5 Metern schnittfestem Schaum spreche. Was möchtest Du uns mit „Gulag“ sagen? Daß die Thüringer Latrinen-Campaigner im Vergleich mit Stalins Verbrechen relativ nur so etwas wie Parken an abgelaufener Parkuhr und damit nicht mehr kritikabel sind? Was, Tomahawk, ist Deine nächste Aufrechnungsidee? Daß die Shoa so schlimm doch nicht war, weil die Amis die Indianer umbrachten?

Die DDR: eine gescheiterte Variante des Kapitalismus
Gescheitert ist übrigens keine „ursprünglich idealistischen Idee“, sondern bloß eine staatskapitalistisch veranstaltete Zentralverwaltungswirtschaft. Das heißt: Eine Kapitalismus-Variante ist gescheitert, sonst nichts. Und was die andere Kapitalismus-Variante betrifft, gibt es da auch gewisse Probleme, wie New Economy und die Gegenwart zeigen. Das SED-Geömmel vom „Sozialismus“ im „Arbeiter- und Bauernstaat“ war Herrschaftssprech aus Orwells Wahrheitsministerium. Darauf muß man, 20 Jahre nach dem Ende der DDR, doch nun wirklich nicht mehr hereinfallen.

Dass und warum ein „Sozialismus“ in einem kapitalistischen Umfeld nicht funktionieren kann, erklärt Marx in seinem Briefwechsel mit Vera Sassulitsch. Deshalb fand ich es dann doch besser, in der BRD zu leben, denn in der DDR hätten sie mich dafür eingesperrt.

Mit dem Hinweis, daß es eine „ursprünglich idealistische Idee“ bei Marx selbst garnicht gibt, habe ich schon seinerzeit die linken Kommilitonen gefoltert.
Da stürzen Weltbilder ein, in diesem Augenblick wohl das von Tomahawk.

Fratze mit System
Eine Idee, die ihre „hässliche Fratze zeigt und ihre Menschenverachtung offenbart“ – frag' mal die aus ihren Häusern rausgeflogenen Familien, die in den USA nun Pappkarton(!)siedlungen bewohnen, was ihnen zu diesem Stichwort einfällt. Ich vermute, dass deren Assoziationen von den Deinigen leicht abweichen.

„Meint Ihr denn, dass ausgerechnet Thüringen mit klassenkämpferischen Rezepten aus dem Papierkorb der Weltgeschichte besser fahren wird?“
Ich kenne keinen, der das meint. Du?

Die peinlich-klebrige Thüringen-Tümelei paßt so garnicht zu dem Tomahawk, den ich kenne:
„Die Thüringer zählen zu den fleißigsten Bewohnern der Ex-DDR, die Erfurt, Gera und Jena (und weitere Regionen) aus großteils eigener Kraft zu neuer Blüte gebracht haben. Die werden den Kommunisten was pfeifen, und sie wissen, warum.“
Solchen Lobpreis der Sekundärtugenden (Joschka Fischer: „Kann man auch ein KZ mit betreiben“) lese ich immer wieder gern.

Da hätten wir erstmal den Soli und dann das organisierte Verbrechen, das nach Expertenmeinung min. ein Drittel der ohnedies schlappen Wirtschaftsleistung ausmacht. Willkommen in der Wirklichkeit. Aber Du sagtest ja auch einschränkend „großteils“. Da kann man debattieren, wie groß der Eigenbeitrag der staatlich und mafiös Alimentierten tatsächlich ist.

„Die werden den Kommunisten was pfeifen, und sie wissen, warum.“ Was nun die von Dir angetrötete Fleiß-Fanfare und das Kommunisten-Wegpfeifen betrifft, so haben bei der letzten Landtagswahl die Thüringer mit Fleiß PDS gewählt und sie mit satten 21,6 Prozent als zweitstärkste Partei herbeigepfiffen.
Irgendwie liegst Du neben der Realität, Tomahawk.


Es scheint mir auch – neben dem Schneewalzerkönig und leitenden SED-Funktionsträger Althaus – jenes Wahlergebnis zu sein, das uns den Grund abgibt für einen CDU-Wahlkampf, der Anleihen beim Wahlkämpfer Tricky Dick Nixon nimmt. Der hatte Schwarze, die zerlumpt und unverschämt auftreten mußten, von Haustür zu Haustür geschickt mit gefakten Flugblättern des Gegenkandidaten, in denen der weißen Mittelschicht so richtig Angst vor den Niggern gemacht wurde.

Nun ist es in Thüringen nicht so einfach sowas aufzutreiben, da der Ausländeranteil unter 2 % liegt, und zieht man die Fidschis und Kanaken ab, und berücksichtigt man weiterhin, daß die verbleibenden Bimbos tot (Schlägerei unter Betrunkenen), im Krankenhaus (Schlägerei unter Betrunkenen), im Gefängnis (Schlägerei unter Betrunkenen) oder abgeschoben sind (zur Vermeidung weiterer Schlägereien unter Betrunkenen), und selbst das eigenbetätigte Hinabstürzen des Negers aus dem 5. Stock eines Polizeipräsidiums, da er vermeiden wollte, als Betrunkener nochmals in eine Schlägerei unter Betrunkenen verwickelt zu werden (mehr dauerhafte Abstinenz geht nicht), so weiß ich nicht, ob das funzt, zumal diese hinterhältigen Baströckchen nicht einmal davor zurückschrecken, mit auf den Rücken gefesselten Händen und ohne Feuerzeug sich selbst anzuzünden.

Der Nörgler rät: more dirty tricks
Aber es gibt Alternativen – der PR-Berater erklärt:
- Eine Hure fällt Ramelow auf offener Straße um den Hals. Das Kamerateam ist zur Stelle. Bewiesen ist: Ramelow fickt osteuropäische Zwangsprostituierte.
- Schulkameraden von Ramelow bezeugen, daß er als Schüler mal sturzbesoffen war. Bewiesen ist: Ramelow hat ein Alkoholproblem.
- Aber jetzt das Beste: Anzeige gegen Ramelow wegen Pädophilie. Liegt die Anzeige vor, egal wie blödsinnig sie ist, muß die Staatsanwaltschaft ermitteln. Dann wird der Öffentlichkeit mitgeteilt: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ramelow wegen Pädophilie.

Und nun frage ich Dich, Tomahawk: Ab welchem Punkt wärst Du bereit, Deine Empörung gegen das empörende dirty campaigning zu richten, anstatt durch Aufrufung außerthematischer Irrelevanzen wie MarxismusKommunismusGulag Hektikflecken ins Gesicht zu kriegen? Was muß noch geschehen? Wo liegt da bei Dir der Schwellenwert?

Lanu, die Bürgerin, hat getan, was getan werden mußte.
Das Interview ist darum der Schulfall eines Qualitätsjournalismus, der diesen Namen verdient, weil zusätzliche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Ramelows Darstellungen sind glaubwürdig, da sie mit Vorgängen kompatibel sind, für die andere Quellen bereits den Wahrheitsbeweis erbrachten.
Die im Interview aufgedeckte manipulative Generierung audiovisueller Ereignisse, die im Produktionsstudio nochmals manipulierbar sind, setzt auf der nach unten offenen Skala der Verkommenheit neue Maßstäbe. Hierüber aufzuklären, war dringend geboten. Das ist es, was das Bundesverfassungsgericht sich unter „Presse“ vorstellt.

Lanus Interview steht für die Gesinnung und Gesittung der bürgerlichen Zivilgesellschaft des Citoyen, an deren Resten sie so verzweifelt wie unbeirrbar festhält. Kant bestimmt Aufklärung als „den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Wer öffentliche Kommunikation – die Verständigung des Gesellschaftssubjekts mit sich selbst – schon auf den Fake hin konzipiert, will dem Erzbürger Kant und der Idee der Aufklärung an den Kragen.

Der Bürgerlichkeit im besten Sinn des Wortes, wider Gegenaufklärung und Refeudalisierung, hat Lanu sich verschrieben.
Nicht die schlechteste Aufgabe in dieser Welt.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Corrections (noergler)
Im Abschitt "Analphabet ..." fehlt in der 2. Zeile bei "für die Linkspartei" ein Blank zwischen "für" und "die".
Im gleichen Abschnitt, an dessen Ende steht, "Ramelow" an der falschen Stelle. Es muß vor, nicht nach "verschweigt" stehen.
Re: Corrections (lanu)
erledigt :)
Re: Re: Corrections (DeinOpa)
Recht so, Lanu! Denn wer sich dermaßen an Tippfehlen Anderer aufgeilen kann, der sollte sich selbst bei dieser wichtigen Sache keine Blöße geben.

Applaus gibt es allerdings für Deinen ungerufen herbeigeeilten Speichellecker keinen. Zu hoch das Ross au dem er sitzt, zu verkrampft-geschwollen die Formulierungen, zu uninteressant der Beitrag und vor allem viel zu langweilig. Der Mann hat definitiv zu viel Zeit. Mit seiner peinlichen Art, seine eigene „Profession“ und Intelligenz über den Pöbel zu stellen, entlarvt er sich als der sprichwörtliche Typ, der gerne vor dem Spiegel onaniert und sich selbst hinterher dafür noch einen Strauß Blumen zuschickt. Das Schweigen lasse ich mir von solchen Langweilern nicht empfehlen.

Wenn also das nächste Mal links die Katzenklappe aufgeht und der feine Herr Noergler erhobenen Hauptes den Saal betritt, dann möge er doch bitte darauf achten, auch etwas von sich zu geben, was die Welt irgendwie interessieren könnte.


Re: Corrections (ngc6543)
@noergler, wenn du Kant gelesen hättest und etwas VWL und BWL hätte aus diesem Geseire etwas werden können.
So ist das polemisch und fast argumentfrei.
Kant
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Think about that.
Re: Thüringer Schmuddel-Union: Lanu betreibt Aufklärung im Sinne Kants (GrooveX)
okay, das hast du nun geschrieben. und was nun? nun weiss ich, wonach niemand gefragt hat, dass du als sprachgewandter akdemiker jemandem mit guten argumenten und feinen rhetorischen schleifchen nachweisen kannst, dass er kaputt gemacht hat, was er kaputt machen wollte.

die gute absicht verliert gegen den bösen willen, immer. ich glaube, bin mir aber nicht sicher, dass wir hier die crux des ganzen haben, nämlich nicht wahrhaben zu wollen, dass wir es mit BÖSEM WILLEN zu tun haben, mit böswilligkeit, mit gemeinheit in ihrem schäbigsten sinne.
Feine rhetorische Schleifchen (Stuff)
Hmm, hmm, hmm; schon daran gezogen? Und? Was ist passiert? Leichtes Knistern? Und? Was ist drin, im Beschleiften? Zuviel Sprachgewandtheit?
Nicht etwa doch SPRACHGEWALT?
Zum BOESEN WILLEN und uterstellter Vergeblichkeit guter Absicht ein Spruch meine Grossvaters, da Opas erwaehnt hier schon sind: Sprachgewalt ist auch nur Gewalt!
Stuff
BTW: Das mit der Sprachgewandtheit liesse sich ja heutzutage leicht bewerkstelligen:
http://corpus1.aac.ac.at/fackel/

Re: Feine rhetorische Schleifchen (GrooveX)
klar hab ich dran gezogen, hat aber nicht geknistert. nein, wirklich nicht. und was drin war? das sag ich jetzt lieber nicht so deutlich. hinweise sind da.

und der kraus kann für diese seltsame diskussion wirklich nix. tiefer hängen!
Saustall. Oder: Warum man gar nicht so viel fressen kann, wie man kotzen möchte. (auch-einer)
Wer einmal gesehen hat, wie Schweine gefüttert werden, erinnert sich: Ein anschwellendes Gequieke und Gegrunze, bis die Schlempe, der Sautrank, in den Trog klatscht. Weiiter anschwellendes Gegrunze und Gequieke, während die Schweine vorn am Trog sabbern und schlabbern, während die Schweine hinter ihnen versuchen, dorthin zu kommen, um ebenfalls am Trog sabbern und schlabbern zu können.

Und so auch anderswo, hier und jetzt beispielsweie in Thüringen und in Sachsen.

Es geht nicht um Ideologien, es geht um Posten.

Wie bereits gesagt (Lemuren aus dem Abwasserkanal - auf solche Metapher wäre ich nicht gekommen) verdankt die CDU-Ost ihre Posten dem Umstand, dass sie in einer historischen Sekunde ihre Gefolgschaft (ja, das ist kein contract social der französichen Aufklärung, das ist das archaische Treue gegen Treue, gib du mir einen Posten und solange du mir den sichern kannst, stehe ich fest zu dir) von der SED auf die CDU-West übertragen hat. Wobei sich da der frühe Feudalismus und das neumoderne business aufs trefflichste amalgamierten: Die Blockparteien waren nicht arm, jrdenfalls waren CDU und FDP nach Übernahme diverser Blockpfeifervereine wirtschaftliche saniert. Ihr das Vermögen, wir die Posten, war die historische Abmachung. Inwieweit diese Abmachung um den Punkt ergänzt wurde, dass ein paar alte Haupthähne stickum so versorgt wurden, dass sie sich im Gegenzug mit Wortmeldungen zurückhielten, muss leider offen bleiben.

Nichts anderes bei der ehemaligen staatstragenden SED. Das, was heute als Revolution verklärt wird (immerhin, wenigstens haben jetzt die Deutschen aueh eine erfolgreich durcvhgezogen, nur eben, dass sie im Gegensatz zu den Engländern und den Franzosen kienen König geköpft haben) hatte seinen Anfang darin, dass die jüngeren Kader Honecker absägten, in der Hoffnung, Krenz würde den Laden berisammen halten. Das klappte dann nicht so, wie gedacht, weil die Arbeiter nicht mehr mitmachten. Denen war klar, dass sie unter Krenz und der SED mehr arbeiten und weniger bekommen würden. Nicht nur weniger Geld, auch die Insfrastruktur zerfiel bereits merklich. Für die alten Kader, die weiter DDR machen wollten, weil sie nichts anderes gelernt hatten (das mit dem von Staats wegen verabreichten Marxismus-Leninismus war eine Test auf Gehorsam, Mitmachen, Botmässigjkeit, Wissenschaftlich war daran so viel und so wenig wir bei dem, was heute in kirchlichen Fakultäten an Gottesgelahrtheit verabreicht wird).

Vor neunzehn Jahren waren da die Bonzen der alten Blockparteien, die eben Kohl zum Kanzler gemacht hatten und sich in ihrem Erfolg sonnten. Da waren die Wessis, die man als Aufbauhelfer geschickt hatte und die jetzt die besten Posten besetzt hatten. Aber noch war alles einerseits neu, andererseit betrieb man das, wass man zu DDR-Zeiten als die Quintessenz der Politik betrachtete: Kaderpolitik. Was in den Ministerien und den Landesbehörden abging, wurde genauso in den Landkreisen und Gemeinden durchgeführt: Postenvergabe an Nahestehende, Willfährige, ruhig auch weniger Qualifizierte, wer Dreck am Stecken hat, ist besonders gehorsam.

Aus diesem Reservoir bildete sich das, was zumindest in den Freistaaten Thüringen und Sachsen das Sagen hat. Wer die Abneigung der eineheimischen Bonzen gegen die Aufbauhelfer West kennt - es gab einmal in Ssachsen-Anhalt eien Gesetztesinitiative der damals noch PDS, Stellen im Land nur an Landeskinder zu vergeben, anderswo hängte man diesen Wunsch nicht so an die grosse Glocke - versteht, worum es im sogenannten Sachsen Sakandal wirklich ging. Wessis abzusägen, Posten freizuschiessen für die eigenen Leute. Wenn zwanzig Jahre nach dem Beitritt ein gewisser Tillich, der früher gern auf dem Minderheiten-Ticket Sorbe reiste, heute seine Grinsegusche mit dem Claim: Der Sachse zur Schau stellt, weiss jeder im Fraistaat, was damit gemeint ist.

Nach dem Abgang von König Kurti I. (dass seine Frau beim Einkauf Prozente erhielt, die andere nicht erhielten, war den Stammtischen des Landes zuviel. Was wirklich an Nepotismus, Durchstecherei, Subventionsbetrug unter Biedenkopf gelaufen ist, interessierte niemand. Soviel zum Primat der Moral in der Politik) kam die Ära Milbradt, eine treuer Paladin, der mit dem vergifteten Lob weines ehemaligen Herrn: Weder menschlich noch fachlich geeignet! sein Ant als Ministerpräsident antrat. Nur, dass inzwischen die alten Kader selbstbewusster geworden waren. Ihnen waren die Wessis und diejenigen, die zu Wendezeiten in die CDU eingetreten waren, gleichermassen im Weg. Seit dem Machtantritt des Herrn Tillich ist klar, wer gewonnen hat: Die Blockflöten von früher, die jetzt noch die nächsten zehn Jahre, die ihnen noch bleiben, am Trog sitzen wollen.

Wer weiss, dass die Kaderauswahl der DDR darauf hinauslief, die im Beruf weniger leistungsfähigen, dafür willigen, anpassungsbereiten Menschen für Leitungsfunktionen vorzusehen - es kam darauf an, dass die Weisungen der Parteiführung nach unten durchgestellt und prompt erfüllt wurden, fürs fachliche hatte man Stellvertreter - wundert sich eigentich eher wenig darüber, dass der nunmehr allerchristlichste Ministerpräsident Althaus ddamit Wahlkampf macht, dass er fahrlässigen Totschlag als Paartherapie empfiehlt.

Bei der nunmehr Die Linke sieht das so aus, dass die zur Wendezeit zu höchsten Hoffningen berechtigten jungen Kader deren Berufspolitiker sind. Ein Blick in die Biografien der Die Linke in Sachsen im Deutschen Bundestaf, der Die Linke - Fraktion im Dresdner Landtag, und was sich da sonst noch in öffentlichen Ehrenämtern befasst, zeigt das. Allerdings zeigte die Aufstelling der KAndidaten zur Lndtagswahl noch etwas: Der alte FDJ-nik Tischendorf beklagte wortreich und vor der Presse, dass in seiner Partei die Jungen sich auf Kosten der altverdienten Genossen so völlig unsolidarisch durchsetzen wollen. Man könnte von einem Generationenproblem sprechen, die alten Zyniker der Macht werden von eienr ebenso zynichen Jugend abgelöst.

Allerdings gibt es auch dort, fernab von Agitation, Propaganda und Ostalgie Momente klarer Einsicht: Schon vor vier Jahren, nach der Landtagswahl 2004, konstatierte der Spitzenkandidat der Die Linke, Dr. André Hahn (Politologe), der Weg zur Macht führe in Sachsen nur über eine Koalition mit der CDU. Was nur für die Bürfer der alten Bundesländer unverständlich ist, im Osten wird anders Politik geamcht: Schon längst funktioniert die informalle Zusammenarbeit zwischen CDU und die Linke in den Gemeinde- und Stadträten und in den Kreistagen.

Wobei in den Kommunalvertretungen zunehmend freie Wähler (zum guten Teil mit Vergangenheit) und lokale Gruppierungen die Mehrheiten stellen, den ehemals Volksparteien traut man eine Vertretung kommunaler Interessen nicht mehr zu.

Wobei auch das Politikverständnsi der Generation DDR ein völlig anderes ist, als im Westen, gerade bei Leuten, die sich als links verstehen. Für den Westlinken ist Pokitik im Prinzip eine Diskussion ohne Ende. Es geht um Sachinteressen, die mit Sachargumenten begründet und von der Mehrheit angemommen werden. Der gelernte DDR-Bürger will keine Teilhabe sondern Wahrnehmung seiner Interessen, verbrämt mit Gemeinwohlformeln. Wie man das vom Zögling eines fürsorglichen Staates nicht anders erwartet.



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