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Freenet freenet: Betriebsrat will 150% mehr für den Aufsichtsrat nicht akzeptieren
INSIDER Freenet von lanu

14:23 Donnerstag, 02. Juli 2009

Der Betriebsratsvorsitzende in Büdelsdorf hat eine Vorladung von Vorstand und Aufsichtsrat zu einem Gespräch bekommen.
Anlass war wohl dieser Brief:

Donnerstag, 02. Juli 2009
Offener Brief an den Aufsichtsrat der freenet AG

Den nachfolgenden Brief haben wir heute dem Aufsichtsrat der freenet AG zustellen lassen:
An den
Aufsichtsrat der freenet AG
Hollerstraße 126

24782 Büdelsdorf
Büdelsdorf, den 1.07.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Befremden hat der Betriebsrat des Standortes Büdelsdorf vom Tagesordnungspunkt 18 der diesjährigen Hauptversammlung der freenet AG Kenntnis genommen. Auf Vorschlag des Aufsichtsrats sollen durch Beschluss der Hauptversammlung die festen Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder von derzeit 12.000€ auf 30.000€ angehoben werden (Vorsitzender das Doppelte, Stellvertreter das Eineinhalbfache). Dies entspricht einer Steigerung um 150%!
Nur wenige Wochen vor der Hauptversammlung haben über 1000 Kolleginnen und Kollegen in Elmshorn und Ettlingen ihre Kündigungen erhalten. Darunter Familienväter und –mütter, die viele Jahre mit großem Einsatz die Firmen debitel und Talkline zu erfolgreichen Telekommunikationsunternehmen aufgebaut haben. Des Weiteren ist auffällig, dass zumindest in dem von uns übersehenen Bereich die Gehaltsentwicklung in den vergangenen 7 Jahren durch einen deutlichen Rückgang der Realeinkommen geprägt gewesen ist.
Die Begründung für die vorgenannten Maßnahmen war die wirtschaftliche Situation der freenet AG, insbesondere das betriebswirtschaftliche Erfordernis, Kosten zu senken um die Darlehensbelastungen der debitel-Akquisition tragen zu können und das neue, gewachsene Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Die Arbeitnehmer der freenet AG erhalten diese Last mit den anhaftenden sozialen Risiken aufgebürdet, während die Mitglieder des Aufsichtsrats nicht bereit sind, ihre Bezüge auf dem Niveau der Vorjahre zu halten und so ebenfalls einen Beitrag zur Kostensenkung zu leisten.
Das instinktlose Erhöhungsverlangen des Aufsichtsrats nimmt in den Gesprächen der empörten Kolleginnen und Kollegen breiten Raum ein. Die freenet AG steht vor weichenstellenden Veränderungsprozessen und sollte sich unseres Erachtens eine solche Diskussion sparen können.

Wir maßen uns keinesfalls an, darüber zu urteilen, ob die vom Aufsichtsrat zu leistenden Arbeiten durch die bestehende oder die vorgeschlagene höhere Vergütung angemessen honoriert werden.
Wir möchten aber darauf hinweisen, dass die Lasten der Neuausrichtung des Unternehmens in offensichtlich ungerechter Art und Weise einseitig den Arbeitnehmern aufgebürdet werden.

Der Büdelsdorfer Betriebsrat fordert Sie daher auf, sich Ihrer Verantwortung dem Unternehmen gegenüber zu stellen und einen eigenen persönlichen Beitrag zu leisten.
Halten Sie Maß und ziehen Sie den Tagesordnungspunkt 18 zurück!

Mit freundlichem Gruß
Christian Teufel
Betriebsratsvorsitzender





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: freenet: Betriebsrat will 150% mehr für den Aufsichtsrat nicht akzeptieren (widerstand)
unglaublich ..
Re: freenet: Betriebsrat will 150% mehr für den Aufsichtsrat nicht akzeptieren (ZerSpoerrer)
...Nebenbei seih noch erwähnt das die Geschäftsführung unmittelbar vor der heißen Tristar-Migrationsphase (und somit noch gefühlte Lichtjahre vor Start des Rainbow-Projekts) allen Mitarbeitern eine frohe Botschaft und Motivationsspritze überbracht hat:

Eine Gehaltsüberprüfung der Mitarbeiter-Gehälter findet dieses Jahr nicht statt.

Wir brauchen jeden Cent für die Kredittilgung, jeden Euro für die Dividenden-Auszahlung und jeden 1.000er für die Erhöhung der Aufsichtsrat-Bezüge.

den Laden sollte man dichtscheissen!


Mir nach!



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