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18:19 Sonntag, 15. März 2009
Fehler machen kann jeder, denn wir alle sind menschlich. Politiker sind auch Menschen, also machen sie auch Fehler. Und Herr Dierkes von der LINKEN in Duisburg hat einen großen Fehler gemacht, als er vor einigen Wochen zum Boykott von Israel-Waren aufrief. Deswegen trat er als OB-Kandidat in Duisburg zurück - und sucht jetzt die Schuld unter anderem bei einem "dubioses" Netzwerk von Bloggern... Doch rollen wir den Fall von vorne auf.
Momentan geistert nämlich durchs Internet ein Interview, dass der Ex-OB-Kandidat dem Muslim-Markt gegeben hat. Darin schildert Herr Dierkes die Version des Ganzen aus seiner Sicht: Ich erwähnte, dass es einen Aufruf der Versammlung der sozialen Bewegungen vom soeben zuende gegangenen Weltsozialforum im brasilianischen Belém gebe, der den 30.03. zum Tag der internationalen Solidarität mit dem palästinensischen Volk proklamiert hat. Als Aktionsformen, um die israelische Politik zu einer Änderung zu bewegen, werden darin vorgeschlagen; Boykott, Desinvestment, Sanktionen. Ich fügte hinzu, ich halte diese Maßnahmen für vollkommen legitim. Jede und jeder könne sich zum Beispiel ganz persönlich entscheiden, ob er/sie im Supermarkt Obst und Gemüse aus Israel kaufe oder nicht, ich tue das angesichts der schweren Menschenrechtsverletzungen durch Israel schon lange nicht mehr. [...] Ein Bericht von der Versammlung wurde kurze Zeit später auf die Internetseite des Kreisverbands der Duisburger LINKEN, Ortsverband Hamborn gestellt. Da steht er immer noch. Am 23.02.2009 rief mich ein Journalist der WAZ an und wollte sich bestätigen lassen, ob ich auf der Veranstaltung zum Boykott israelischer Produkte aufgerufen habe. Ich bestätigte ihm das, er könne das auf der Internetseite nachlesen. [...] Wenn man einen Boykottaufruf entsprechend "drehe", bekomme das einen bösen Beigeschmack. Ich fügte aber sogleich hinzu: Wir haben hier aber zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte. Die Nazis haben zur rassistischen Ausgrenzung aufgerufen, das Weltsozialforum will die Menschenrechte und das Völkerrecht durchsetzen. Das dürfe man nicht gleichsetzen. Ich sagte dem Journalisten weiter, dass während des Gaza-Kriegs in Norwegen und Griechenland Hafenarbeiter sich geweigert hätten, israelische Schiffsladungen, darunter Munition, anzupacken und sich die internationale Boykott-Bewegung BDS, zu der zahlreiche Persönlichkeiten wie die jüdische Globalisierungskritikerin Naomi Klein und Professoren aufriefen, derzeit stark entwickle. Da der Anruf des Journalisten – wie wir heute wissen – Teil einer Intrige war, um mich und DIE LINKE zu diskreditieren, wurden meine Aussagen am folgenden Tag so verdreht und verkürzt dargestellt, als hätte ich in bewusster Anlehnung an die Nazi-Propaganda zum Boykott aufgerufen. Die infame Falschdarstellung wurde von einem dubiosen Netzwerk und Bloggern verbreitet, einschließlich über Presseagenturen. Soweit Herr Dierkes Darstellung der Dinge. Jetzt könnte man das ganze als Rechtfertigung eines Verlierers abtun - hat er halt nichts draus gelernt, nun gut. Wer sich allerdings in der Duisburger Bloggerszene auskennt, der wird wissen, dass Herr Dierkes hier offensichtlich auch Duisburger Blogger mit diesem "dubiosem" Netzwerk meint. Einen Satz später wird Herr Jurga erwähnt. Dieser ist kein Blogger, nein, aber er hat sich kritisch mit der Sicht von Dierkes auseinandergesetzt und auf seiner Webseite etliche längere Artikel geschrieben. Nun wäre dies nicht von Belang - wenn nicht das Unkreativ-Blog einige dieser Titel mit der Genehmigung von Herrn Jurga wiederveröffentlich hätte. Zudem wurden im Blog auch kritische Fragen an die Linken in Duisburg gestellt - eine Beantwortung blieb Herr Dierkes bis jetzt offenbar schuldig. Hier hätten wir also schon mal eine Schnittstelle eines "dubiosen Netzwerkes": Die Artikel, die Herr Unkreativ freundlicherweise nochmal veröffentlichen durfte. Die andere Schnittstelle: Natürlich wird in einem Blog auch kommentiert. Auch kritisch. So auch von Christian "Prospero" Spließ, der in einem Kommentar bei Herrn Unkreativ dezidierte Fragen stellte. Die dann in einem eigenen Posting zusammen mit allen anderen kritischen Fragen an die Linken erneut von Herrn Unkreativ veröffentlicht wurden. Dass Herr Dierkes darauf nicht reagierte ist nicht verwunderlich - die Kommunikationsunfähigkeit der LINKEN spottet zuweilen jeder Beschreibung. Stellen wir das Ganze nochmal in einen zeitlichen Ablauf, dann sehen wir, dass es kein Netzwerk gibt - es gibt einfach nur Blogger in Duisburg, die kritische Fragen an die LINKE gestellt haben: Herr Jurga und Herr Dierkes tragen einen Meinungsstreit über die Medien, auch übers Netz, miteinander aus. Herr Unkreativ wiederum veröffentlicht einige der Artikel von Herrn Jurga in seinen Blog. Unabhängig davon stellt er in einem anderen Posting eine Linkliste zusammen, die sich über mehrere Wochen in seinem Blog angesammelt haben. Beides ist erstmal völlig unabhängig von einander. Auf die Fragen von Herrn Unkreativ kommt von Herrn Dierkes keine Antwort - bis heute nicht. Unabhängig davon hat auch Christian "Prospero" Spließ, der die Bloggertreffen in Duisburg organisiert - natürlich geheime, total abgeschottete konspirative Treffen bei denen man zusammensitzt und gegen die LINKE intrigiert - auch so seine Fragen, die ihm auch nicht beantwortet werden. Auch das ist völlig unabhängig voneinander passiert - zudem gibts noch andere Blogger, die über den Fall Dierkes in Duisburg berichtet haben. Falls es Herrn Dierkes also immer noch nicht klar sein sollte: Es gab - gibt - wird es nicht geben - eine Verschwörung, eine Intrige, eine inszenierte Hetzkampangne. Nein, es gab nur Individuen, die sich kritisch mit der LINKEN in Duisburg auseinandergesetzt haben - und offenbar möchte Herr Dierkes keine kritischen Fragen beantworten... Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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