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07:24 Dienstag, 02. Dezember 2008
Anfang 2008, Moose's in North Beach, San Francisco Freitag abend und ich hatte schwer einen sitzen.
Schuld daran war - wie so oft bei Problemen in meinem Leben - Microsoft. Am Morgen waren Gerüchte über eine Übernahmeangebot für Yahoo durchgesickert. Daher hatten wir bei dem wöchentlichen Valleywag-Drinkup einen Yahoo-Infrastruktur-Manager der seine (vermeintlich) wiedererlangte Jobsicherheit dadurch äußerte, dass er dem crazy german neben ihm sofort ein neues Glas Pinot Grigio ($12) bestellte, sobald sich dieser auch nur bei der Hälfte des vorherigen Glasses angekommen war. Zwei Gläser sind sonst mein Limit, nach dem Dritten hörte ich diesmal auf - mit dem Zählen. Möglicherweise fehlte es mir daher an Feingefühl, als ich meinen Sitznachbarn auf der anderen Seite befragte. Das wöchentlich Drinkup des Silicon Valley Gossip-Magazin Valleywag ist - am Rande bemerkt - ein formloses Treffen von Startup-Gründern, VC-Mitarbeitern und Journalisten beim dem die Letztgenannten hoffen, dass die beiden anderen Parteien im Suff etwas mehr erzählen als der PR-Abteilung lieb sein kann. Und so hatte ich auch einen dieser hoffnungsvollen Startupgründer neben mir; ursprünglich aus Frankreich war er über ein Arbeitsvisum in die Usa gekommen und hatte soeben sein Startup gegründet. Der alkoholgetränkten Konversation konnte ich immerhin entnehmen, dass das Startup ein "social network" für business professionels sein sollte, also nicht sowas Profanes wie mySpace oder Facebook. Vom Grauburgunder enthemmt fragte ich nach den Unterschieden zu LinkedIn und bekam nur Wages wie "exklusiver Nutzerkreis". Mein Nachharken nach "unique selling points" und seine Marketingsstrategie liess die Raumtemperatur merklich sinken. Um das Thema von so Nebensächlichkeiten wie Zukunftsaussichten und Benutzung-des-Gehirns-vor-Gründung abzulenken ließ ich den Techie raus und fragte danach womit er das Ganze umgesetzt hatte ... als dann VB.NET als Antwort kann, ging mir endgültig der Gesprächsstoff aus. Dezember 2008 ... pownce is dead ... po..what? Pownce ist ein Twitterclone mit kleineren Ergänzung wie Dateiversand zwischen den Teilnehmern und einer anderen Basistechnologie (Django statt Rails). So gesehen ist das Ende weder eine Überaschung noch ein großer Verlust. Die Berühmheit von Pownce (zumindestens in den USA) rührt auch eher von dem Aussehen und dem (Selbst-)Vermarktungsgeschick der Chefentwicklerin Leah Culver (http://flickr.com/photos/hyku/2299888327/). So gab es kaum einen Kongreß und kaum eine Veranstaltung, die sich nicht mit der schicken Startupgründerin schmücken wollte und die wußte dies umtriebig für die Werbung von pownce zu nutzen. Dazu kamen dann auch noch die Verbindungen und das Kapital vom Digg-Gründer Kevin Rose. Geholfen hat das - wie wir nun sehen - nichts. Pownce schließt am 15.12 den Betrieb (http://blog.pownce.com/2008/12/01/goodbye-pownce-hello-six-apart/) und die beiden Chefentwickler schlüpfen bei einem etablierten Unternehmen unter. So what? Wenn die geballte Mischung aus Kapital, sehr gutem Marketing und besten Verbindungen nicht reichen einen graphisch ansprechenden und technisch soliden - wenn auch nicht sonderlich originellen - Clone am Leben zu halten, was soll dann aus den 99% der anderen Startups werden bei denen nicht nicht einmal diese Voraussetzungen komplett erfüllt sind? Also Lanu; Vergiß man Deinen Zwist mit der ARD, sieh lieber nach ob noch genügend Platz auf dem Server ist, in den nächsten 12 Monaten könnte der knapp werden... Twitter-Clones (pownce), LiveShopping-Sites (schutzgeld.de) sind ja schon über den Jordan; bei vielen Mashups und social networks warte ich stündlich auf das letzte Röcheln. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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