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22:16 Mittwoch, 19. November 2008
Gruner + Jahr nimmt weiter "Portfolio-Maßnahmen" vor und killt nach der Wirtschaftspresse auch das Society-Magazin, das die Society nicht lesen wollte.
Die Society-Transe ist tot. Das ist im Tumult um das Gemetzel in den Wirtschaftsredaktionen fast untergegangen. Erst zum Begräbnis räumt der Verlag ein, dass Park Avenue eigentlich eine Totgeburt war. Das vom inzwischen zum Berufsadligen abgestiegenen Grafen von Schönburg auf absehbarem Weg vor die Wand gestartete "Gesellschaftsmagazin" war auch drei Jahre nach dem Launch weit davon entfernt, die Gesamtkosten refinanzieren zu können, wie G+J-Vorstand Bernd Buchholz konzedieren musste. Aber das ist ja nun mal keine Überraschung. "Die Auflage ist in Ordnung", sagte Buchholz. Klingt fast ein bisschen trotzig. Imerhin, 102.000 Stück hört sich auch gut an. Das war die zum Start ausgegebene Zielvorstellung. Nur die Werbekunden waren wenig beeindruckt. Vielleicht waren sie schlauer. Vielleicht waren sie auch nur skeptisch, nachdem es schon 2006 geheißen hatte, das Gros der Auflage würde an nicht immer nüchterne Passagiere in Billigfliegern verramscht. Auch wenn sich das Magazin zwischenzeitlich fast zur besseren deutschen Vanity Fair gemausert hatte, ist nun Schluss mit Society. Das Ende hatte sich schon angedeutet. Wieviel Geld der Verlag in das Besserverdienenden-Blatt versenkt, will er nicht sagen. Für G+J bleibt: ein Kostenfaktor weniger und die bittere Erkenntnis, das große US-Vorbild VF gründlich missverstanden zu haben. Das Missverständnis kostet jetzt 23 Leute den Job. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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