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06:59 Mittwoch, 12. November 2008
Das Angebot von Jamendo klang so schön. Musiker bekommen die Gelegenheit, ihre unter "creative commons" lizenzierten Werke dort zu veröffentlichen, Nutzer können sich anhören, was es so an guter Musik jenseits des Mainstream gibt und die veröffentlichten Alben sogar in guter Qualität herunterladen. Der Profit sollte über verschiedene Zusatzprogramme und eingeblendete Werbung erzielt werden. Ein tolles Projekt, eine tolle Idee für die Kunst im Zeitalter des Internet...
...aber anscheinend hat es doch ein bisschen an der Kalkulation gemangelt, und jetzt ist die große Krise da und es wird nach jedem Strohhalm gegriffen, um noch ein paar Klickercents vor dem Untergang zu erwirtschaften. Dabei wird auch nicht vor gewaltsamer, sich an viele AdBlocker vorbeidrängelnde Werbung durch Layer Ads zurückgeschreckt, und wie das für die geschäftliche Neuverdrahtung der Neuronen unter dem Diktat des Geldes so typisch ist, muss in der Anwendung werbender Gewalt auch nicht mehr darauf geachtet werden, dass wenigstens ein lockerer Bezug zum Thema der künstlerischen Ausdrucksform der Musik gegeben ist. Natürlich hat man diese Idee nicht vorher den ganzen dort veröffentlichten Künstlern kommuniziert, und so mancher hat sich dann gewundert, dass er auf einmal ein Layer Ad wegklicken musste, dass Werbung für McDonalds macht. Völlig unverständlich und keiner weiteren Erwähnung wert scheint man es nun bei Jamendo zu empfinden, dass einige Künstler das als eine ganz große Zumutung betrachten und sogar laut im Jamendo-Forum über Alternativen zu Jamendo reden und darüber nachdenken, ihre Werke dort zu entfernen. Es wird interessant, wie wohl das Konzept des Geschäftes eingeblendeter Werbung bei "user generated content" aussehen wird, wenn der "content" verschwindet - oder, kurz auf den Hintergrund von Jamendo gesprochen, wenn nur noch die Musik von Menschen übrig bleibt, die so unsensibel sind, dass ihnen ein solcher Missbrauch ihrer Werke als Köder für gewaltsame Reklame gleichgültig ist. Eine besonders interessante Musik ist von der Mehrzahl dieser Menschen jedenfalls nicht zu erwarten. Ob die im hilflosen geschäftlichen Strokeln geschaffenen Zustände wohl Jamendo bekommen werden? Wir erfahren es beim Final. Jamendo arbeitet jedenfalls daran. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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