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Vogel-Verlag Vögel-Verlag: Bei uns stirbt keiner am Schreibtisch!
INSIDER Vogel-Verlag von Peter_H

11:13 Samstag, 08. November 2008

Hm, so richtig einen saftigen Boo schreiben, danach ist mir jetzt grad gar nicht. Diese Seite hieß einst Dotcomtod, und man schrieb über den sudden death von Unternehmen. Daß es mal um den Tod von Mitarbeitern gehen könnte, hätte ich nicht gedacht. Doch ein wirklich netter Freund starb zur Dotcomhochzeit am Schreibtisch, wie ich erst dieser Tage erfuhr.

Dabei scheint es im Journalismus nichts Ungewöhnliches zu sein, am Schreibtisch zu sterben: Gesetzliche Arbeitszeitregelungen, die ja nicht zum Spaß eingeführt wurden, sind dieser Branche offensichtlich piepegal.

Doch von meinem Freund Martin Müller wußte ich gar nicht, daß er sich unter jene Halsabschneider begeben hatte. Ich kannte ihn als Mitarbeiter eines Elektronik-Distributors, Atlantik Elektronik hieß der, und war als Arbeitgeber wohl ok. Dort war Martin viele Jahre tätig.

Warum er dort weg ist, ich weiß es nicht. Er dachte wohl, sein Leben ist zu langweilig. Wenn es dem Esel zu warm wird...

Nun, langweilig wurde es danach definitiv nicht mehr - und auch nicht lang.

Er ging zu einem Magazin, das für eine hohe Frauenquote bekannt war. Als Frau war es nur bedingt ratsam, dort zu arbeiten. Als Mann aber anscheinend noch viel weniger.

Jedenfalls wurde Martin ziemlich gemobbt und gestreßt. Schleppte sich schließlich auch mit Grippe weiter ins Büro, wurde dabei immer kränker.

Das gefiel seinem Chef nicht. Doch zu schlechten Leuten - und für schlecht hielt er Martin nun, obwohl der einfach nur sterbenskrank war - war er normalerweise nett, lobte diese zur Konkurrenz oder anderen Unternehmen, die er nicht leiden konnte, um diese zu "schädigen".

Martin begann nun also einen PR-Job. Eigentlich besser bezahlt. War aber immer noch krank. Sein Arzt sagte ihm, wenn ihm sein Leben lieb sei, solle er zuhause bleiben. Er war pflichtbewußt und verängstigt, sagte "ich bin in der Probezeit, ich muß ins Büro!".

Das ging so drei Monate. Dann bekam er einen Herzkasperl von der verschleppten Grippe.

Dann ging es noch drei Minuten, bis Martin erlöst war. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Und der eigentliche Verursacher war froh, daß Martin auf einem fremden Schreibtisch gestorben war. Und er stattdessen wieder eine Blondine einstellen konnte.





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Re: Vögel-Verlag: Bei uns stirbt keiner am Schreibtisch! (widerstand)




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