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Telefonica o2 Germany telefonica: Die Rudolf "Rudi" Gröger Story
INSIDER Telefonica o2 Germany von depliant

11:42 Freitag, 29. August 2008

Rudolf „Rudi“ Gröger, über viele Jahre der ganz große „Zampano“, Entschuldigung, CEO bei Telefonica o2 Germany, München „hat fertig“. Durch Zufall bin ich beim Online-Zappen auf den ehemaligen CEO von o2 Germany gestossen.
Ich bin ganz schön baff wie dieser Rudolf „Rudi“ Gröger mit „Lobhudeleien“ nur so überschüttet wurde; bei seinem Weggang oder soll man besser sagen: bei seinem Rausschmiss und auch schon vorher. Also habe ich mich an die Recherche gemacht.

Es fällt mir etwas auf, das mich fast umgehauen hat. Denn was hat dieser Hero eigentlich für sein üppiges Salär geleistet...?

Um es vorweg zu nehmen, nicht allzu viel, denn immerhin konnte er immer aus dem Vollen schöpfen und der Handy-Markt war wie eine immer sprudelnde Geldquelle.
Es ging immer bergauf, die Kundenzahlen und auch der Arpu. Ebenfalls bergauf ging es auch mit den Werbeträgern: Beckenbauer (...ja ist denn schon Weihnachten...) wurde von e-plus abgeworben, so Typen wie Mattheus etc. wurden aus der Mottenkiste geholt und Netrebko und Villazon machten Werbung für o2 gegen viel,viel Geld, aber leider nur für einen kleinen und elitären Kreis. Dann noch die von vielen nicht unbedingt geliebte Veronica Ferres.

Statt aber auf die Telefon-Mitbewerber zu reagieren, umgab sich „Rudi“ Gröger mit den Schönen und vergaß die wahre Welt um sich herum. „Bunte“, „Gala“ sowie die Glamourseiten der Boulevardpresse waren jetzt sein Reich.

Und statt eine Antwort auf e-plus und deren Töchter Base oder Aldi Talk bereit zu haben, schwafelte er zwar von nach unten gehenden Mobilfunk-Minutenpreisen, tat aber absolut nichts, um den o2 Mitbewerber paroli bieten zu können.
Ein Versäumnis, das o2 später zu bereuen hatte. Denn erst viel später wurde von der Geschäftsführer-Seite reagiert, viel zu spät.
Dafür tat er für sich und seine persönliche Geldvermehrung sehr viel mehr.
Wie sagte er mal so schön in einem Interview auf die Frage, was er als Kind immer gedacht und gern gewollt hätte: ... weiß ich nicht mehr, auf alle Fälle aber „wohlhabend“ werden...

Wohlhabend wurde er durch o2 Germany innerhalb von wenigen Jahren. Hier nur einige herausgegriffene Beispiele:

1. alle 6 Monate das neueste BMW Modell 750 iL geleast, die enormen Leasingkosten durch die Kurzzeitverträge übernahm natürlich o2.

2. ein Learjet nur zu Grögers Verfügung und zur Verfügung seiner Frau, für Dienstreisen, aber auch zum Shoppen in Mailand und Rom. Damit auch alles schön passt, ein BMW stand immer vor seinem Büro und ein weiteres Fahrzeug dort, wo der Learjet landete. Alle Kosten über o2.

3. das gleiche Spielchen, nur anderes Auto, ebenfalls für seine Frau, bezahlt durch o2.

4. Grögers Büro im o2-Tower mal schlappe 350m2 groß.

5. Dann noch sein Gehalt oder wie soll man das jährliche Spektakel nennen: bis zu 6 Millionen Euro.

Also das harte o2 Business geriet natürlich immer mehr ins Hintertreffen, leider hatte der Tag nur 24 Stunden...und die wurden nicht nur geschäftlich genutzt...

Damit das ganze auch schön auf der Geschäftsführerebene blieb, hatte er sich mit dem ebenfalls gefeuerten Gf Axel Salzmann zusammengetan, damals immerhin Finanzchef o2. Der und auch seine Frau hatten die gleichen Vergünstigungen, also BMW, Nutzung Learjet für Trallala, nur das Jahresgehalt war geringer.

Diese beiden hielten wie Pech und Schwefel zusammen, bis sich der damalige „Mister Genion“ Gerhard Mayrhofer mit Salzmann zusammen tat und Gröger stürzen wollte. Durch eine Indiskretion flog dieses einmalige Abenteuer auf, Mayrhofer und Salzmann wurden von Gröger geschaßt und Rudi glaubte nun der Herrscher aller Reusen zu sein.

Leider oder soll man lieber sagen Gott sei Dank hatte die spanische Muttergesellschaft Telefonica Wind von der Sache bekommen und um es abzukürzen: wenige Wochen später gab es keinen Rudolf „Rudi“ Gröger mehr.
30.07.2007 – Ende-der-Glueckseligkeit...


Da der CEO-Vertrag von Gröger noch kurz vorher von der Geschäftsführung abgesegnet und verlängert wurde, wurde sein Abgang noch vergoldet. Man sprach intern von einer hohen siebenstelligen Abfindung. Also irgend etwas zwischen 7-9, vielleicht aber auch 12 Millionen Euro.

Dafür mußten bei o2 aber rund 1000 Mitarbeiter gehen und verloren nicht nur ihren Job, es waren auch 1000 Einzelschicksale. Einige wurden zwar gut abgefunden, viele aber nicht.

Nur davon wurde in der Presse nicht geredet, ist ja wohl auch nicht wichtig, oder?

Mayrhofer heuerte Monate später als Vertriebsboss Deutschland bei Vodafone an und Salzmann bekam einen Job als Finanzvorstand bei ProSiebenSat1.

Als mittlerweile Kenner der Mobilfunkszene tut es mir für Gerhard Mayrhofer leid, Salzmann hätte keine weitere Chance verdient gehabt. Naja die alten Seilschaften haben wohl bei ihm noch funktioniert.

Aber wie es so geht, wenn man Leichen im Keller hat oder hatte, man kann ja vorbeugen, denn Gröger wurde Präsident der Handy-TV Mobile 3.0, einem Plattformbetreiber für mobiles Fernsehen, ein Joint Venture von Hubert Burda Media, Georg von Holtzbrinck und Naspers.

Nun wird Rudi Gröger wohl bald auch dort nicht mehr gebraucht, denn lt. Heise vom 30.07.2008 steht dieses Konsortium vor dem Scheitern und wird wohl aufgeben.

Sie werden sich fragen, warum schreibt einer diesen Quatsch, passiert doch permanent und überall. Oder spielt da eine große Portion Neid mit hinein. Um es vorweg zu sagen, absolut nicht.

Nicht das mir jetzt die Schadenfreude im Gesicht steht und ich mir auf die Schenkel schlage, nein, ganz im Gegenteil.
Ich verstehe einfach nicht und kann mich nur wundern und muss manches mal auch schmunzeln, warum permanent gutes Geld in Konzernen verbrannt wird. Jeder Möchtegern Experte, der drei und drei zusammen zählen kann weiß, warum dieses neuerliche Projekt nicht laufen kann oder konnte.

Und das ein solides und etabliertes Telekommunikationsunternehmen fast den Bach runtergeht, nur weil ein paar Möchtgern Geschäftsführer sich über Jahre hinweg privat bereichern und den völligen Branchen-Überblick verlieren und das wegen u.a. privaten „Trallala“, ist es schon wert, angeprangert zu werden.

Vielleicht regt dieser Blog bei einigen Herrschaften in den Führungsetagen das Hirn zum Nachdenken an, denn seitdem die Telefonica letztendlich die Notbremse gezogen und das gesamte Management ausgewechselt hat, geht es wieder bergauf.
Die neuesten Quartalszahlen machen wieder Mut und auch die neusten innovativen Neuigkeiten bei o2 auch.





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