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20:30 Donnerstag, 10. Juli 2008
Dieser Autofahrerfachmarkt befindet sich momentan im Abwärtssog, allerdings hat gerade die gesamte Branche (Reifen, Autoteile) zu kämpfen. Die Reifensparte dümpelt auf den Umsatzzahlen von 1993. Die Firma Auto-Teile-Unger hat gesamt ein tägliches Umsatzminus von 450000 Euro, wie lange die Firma das noch durchhält, kann keiner sagen.
Der Finanzchef der ATU Müller (Head of Financial Konstruktion-Player of Consulting Management ;-) hat diese Woche seinen Rücktritt angekündigt. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff? Ungefähr 3/4 der 600 ATU Filialen werden von derzeitigen 2 Schicht System in 1 Schicht überführt und somit auch die Öffnungszeiten vieler ATU (nur noch von 9 bis 19 Uhr statt bisher 8 bis 20Uhr) Filialen für die Kunden reduziert. Eine weitere Folge davon wird sein, ein massiver STELLENABBAU. Alles, was bisher doppelt vorhanden war, wird nur noch einfach benötigt. Hier mal ein Blick auf die Kursentwicklung der ATU- Anleihe. Ich glaube das richtige Wort dafür ist freier Fall. Update: Der Gesamtbetriebsrat der ATU traf sich am 10.07.08 mit der Geschäftsleitung der ATU zu einer Sondersitzung. Die wirtschaftliche Lage der ATU ist momentan so, das die Firma ohne Einsparungen ihre Verbindlichkeiten bei den Banken nicht mehr bedienen könnte. Als nächstes geht man den Mitarbeitern befristet bis Ende des Jahres ans Geld. Die bestehende Prämienregelung wird geändert, was bedeutet, es gibt keine Prämien mehr. Weiterhin ist der Personalabbau amtlich und unvermeidlich. Allerdings konnte der GBR einen Anspruch auf eine Abfindung bei Kündigung aushandeln. Man muß natürlich festhalten, das der Gesamtbetriebsrat der ATU ein ziemlich zahnloser Tiger ist. Nur 100 von den 620 Flilialen haben einen Filialbetriebsrat und so sind Arbeitskampfmaßnahmen fast ohne Wirkung auf die Geschäftsleitung. Die Geschäftsleitung der ATU hat es in den vergangenen Jahren meisterhaft verstanden, die Uneinigkeit in den Filialen zu schüren, um Betriebsräte zu unterbinden. Einige Mitarbeiter wurden und werden priviligiert, sei es durch Geld oder einen "Posten". Diese treten in den Filialen dann als "Petzen" auf, sodass Tendenzen zur Mitarbeitermitbestimmung und Betriebsratsgründung im Vorfeld erkannt wurden und die betreffenden Mitarbeiter "entsorgt" wurden. Ich persönlich zweifle ganz stark daran, das der von der Geschäftsleitung verordnete Gehaltsverzicht dazu führt die ATU auf wirtschaftliche Beine zu stellen. Der Wegfall der Prämie (etwa 10 bis 15% der Gehalts) führt zum Sinken der Motivation der Mitarbeiter. Die fachlich guten Mitarbeiter, besonders die aus dem Werkstattbereich, haben sich schon längst was neues gesucht, lassen sich Gehaltskürzung nicht gefallen. Deshalb wird am Werkstattservice der ATU nichts wesentliches verbessern. Die Wartezeiten für die Kunden an Stoßzeiten werden sich durch den weiteren Personalabbau noch verlängern. Mehr Umsatz durch weniger Service wird wohl kaum entstehen. Mit weniger Angestellten kann man nicht mehr Kunden zufriedenstellen. Im Gegenteil die Kunden werden sich nach oft preiswerteren Alternativen zur ATU, wie Reifendienste Vergölst/Euromaster umschauen. Außerdem steht die Firma Volkswagen mit Stop and Go unter Führung des ehemaligen ATU Managers Detlef Sämisch in den Startlöchern. Der weiß im Gegensatz zur KKR wie man so eine Werkstattkette erfolgreich führt. Das erreicht man nicht, indem man die Mitarbeiter finanziell an die Wand drückt und demotiviert. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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