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08:26 Freitag, 20. Juni 2008
Der Berufsstudent wird endgültig Berufspolitiker. SPD-Bundestagsabgeordneter Niels Annen (35) gibt nach 28 Semestern sein Studium an der Hamburger Uni auf. Begonnen hatte er es 1994, also vor 14 Jahren.
„Ich sehe keine Möglichkeit mehr, einen Abschluss zu erreichen. Deshalb lasse ich mich exmatrikulieren“, so Annen. Ein Statement, das für den überwiegenden Teil der Einwohner Deutschlands bedeuten würde, dass sie in der Arbeitslosigkeit und Chancenlosigkeit enden. Für Niels Annen kein Problem: Keine Berufsausbildung, nix gelernt, aber um Bundespolitik zu machen, reicht es. Und daneben bekommt Annen auch noch die gleichen Bezüge, die ein einfacher Richter an einem obersten Bundesgericht bekommt (R6). Ein Richter hat jedoch zwei Prädikatsexamina abgelegt und eine harte Ausbildung hinter sich, um in diese Einkommenskategorie zu gelangen. Im Klartext heißt das, Annen bekommt monatlich 7.339 Euro (ab 2009 monatlich 7.668 Euro) zzgl. Einer steuerfreien Kostenpauschale in Höhe von monatlich 3.720 Euro, von denen er die Miete einer Zweitwohnung in Berlin, die Miete für das Bürgerbüro in Hamburg-Eimsbüttel, Porto, Zeitungen, Fachpublikationen, Öffentlichkeitsarbeit, Sachkosten und die Kosten für Veranstaltungen begleichen kann. Für Büromaterial etc. stehen ihm noch einmal 833 Euro pro Monat zur Verfügung. Zudem unterhält er einen Mitarbeiterstab, für den monatlich 13.660 Euro aufgewendet werden können. Vermutlich ist jeder einzelne Mitarbeiter beruflich höher qualifiziert als Annen selbst. Obwohl Annen seinen Wählern zugesagt hatte, er würde sein Studium abschließen, begeht er jetzt Wortbruch. Er entschuldigt dies jedoch mit dem höheren Ziel seines politischen Einsatzes. Vielleicht ist das ja eine neue Bildungsalternative: wer nichts wird, wird Politiker. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Dauerstudent bricht Studium nach 14 Jahren ab. (redsector)
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