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Freenet Offener Brief an die Anne-Will-Redaktion zu Helmut Thoma (Update)
INSIDER Freenet von lanu

11:55 Sonntag, 08. Juni 2008

Job-Macher statt Spitzel-Bande - Deutsche Manager besser als ihr Ruf
Sendung am 8. Juni 2008 um 21.45 Uhr

Sehr geehrte Anne-Will-Redaktion,

zum Thema der o.g. Sendung haben Sie, wie der Gästeliste zu entnehmen ist, als einzigen Angehörigen des Organs eines börsennotierten Konzerns den ehemaligen RTL-Geschäftsführer Helmut Thoma in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der freenet AG eingeladen.

Dazu sollte das Publikum vielleicht etwas über Vorgänge erfahren, in die auch die heutigen Schützlinge Helmut Thomas, nämlich die freenet-Vorstände Eckhard Spoerr und Axel Krieger verwickelt sind.

Das Unternehmen freenet steht momentan stark im Focus der Öffentlichkeit, da die Organe kritischen Großaktionären Einfluss auf das Unternehmen, u.a. Sitz und Stimme im Aufsichtsrat, verweigern wollen. Zu den kritischen Großaktionären gehört mit der United Internet AG eines der erfolgreichsten deutschen Unternehmen der Nachkriegszeit, dessen Gründer Ralph Dommermuth zu den Kritikern von Managern mit Selbstbedienungsmentalität gehört

(Manager Magazin)

und vielleicht deshalb als Partner für die freenet-Organe besonders unerwünscht ist.

(Handelsblatt)

Statt dessen favorisieren die freenet-Organe die Aufnahme eines neuen Großaktionärs, dem hierzulande auch schon unangenehm aufgefallenen Finanzinvestor Permira, der dankbar ist, seine problembehaftete debitel-Beteiligung durch Einlage in die freenet endlich los zu werden und den für die Wertsteigerung notwendigen massiven Arbeitsplatzabbau des dann fusionierten Unternehmens andere erledigen zu lassen – die schon länger auffallend exorbitant bezahlten freenet-Vorstände.

(Manager Magazin)

Mit Helmut Thoma haben Sie leider einen Aufsichtsrat ohne Glaubwürdigkeit eingeladen, um Manager gegen eine selbstverständlich ungerechte pauschale Herabwürdigung zu verteidigen. Er beaufsichtigt als Aufsichtsratsvorsitzender Manager, die in der Gesamtheit falsche öffentliche Zerrbilder deutscher Manager maßgeblich mit bewirken, weil die Herren Spoerr und Krieger eben nicht besser sind als ihr Ruf.

Dubiose Vorgänge gab es bereits vor deren Zeit bei freenet. Im Jahr 1997 haben drei Sanierer, zu denen die heutigen freenet-Vorstände Eckhard Spoerr und Axel Krieger gehörten, das Weltunternehmen Michael Cromers, die MCM Moderne Creation München Reisegepäck GmbH in den Ruin getrieben haben und sich, teilweise verdeckt, an einer Schweizer Gesellschaft beteiligt haben, an die sie in ihrer Funktion als Sanierer mit Geschäftsführungsbefugnis und Treuepflicht die MCM-Markenrechte für 15 Mio. DM verkauften, die diese Gesellschaft vier Monate später für 30 Mio. DM weiterverkaufte. Üblicherweise nennt man so etwas „Untreue“.
Eine gute Schilderung dieser Vorgänge findet sich in einem Internet-Blog wieder.

Dort aufgeführt sind auch die Details, wie die freenet-Vorstände sich an der Schweizer Gesellschaft beteiligten. Eckhard Spoerr, der heutige freenet-Vorstandsvorsitzende machte dies sogar verdeckt über das Konto seiner Mutter, einer Steuerberaterin. Heraus kam in dies in einem Strafverfahren in St. Gallen/CH (Az. ST.203.13782), in dem der zuständige Richter entsprechende Kontoauszüge beschlagnahmen ließ.
Die Herren Spoerr und Krieger, damals 28 Jahre alt, waren bei diesen Vorgängen Helfershelfer eines dubiosen Herrn Ludwig M. Schneider, der Anfang des Jahres seine Münchener Unternehmensberatungsgesellschaft in die Insolvenz geschickt und sich selbst nach Griechenland abgesetzt hat.

Umso interessanter sind diese Vorgänge im Zusammenhang mit einer Strafanzeige, durch welche die Staatsanwaltschaft gegen die freenet-Vorstände ermittelt:

(Wirtschaftswoche)

Kürzlich hat die Staatsanwaltschaft zu einem Punkt der Strafanzeige bereits Anklage erhoben:

(Manager Magazin)

Da diese Strafanzeige im Internet verfügbar ist, kann jeder sie lesen und einige vergleichbare Sachverhalte zur Tätigkeit der Herren Spoerr und Krieger bei MCM feststellen. Im Kern der Strafanzeige geht es darum, dass an eine Schweizer Gesellschaft, die von einem guten Freund der Herren Spoerr und Krieger gegründet wurde, ein zweistelliger Millionenbetrag von freenet geflossen ist. Die Vorgänge an sich sind evtl. nicht strafrechtlich relevant, solange die Vorstände nicht selbst an dieser Schweizer Gesellschaft beteiligt sind. Im Fall MCM haben sie jedoch gezeigt, dass sie sich mit Schweizer Gesellschaften bereits auskennen und auch bereit sind, sich verdeckt an solchen zu beteiligen.

Den sachlichen Darstellungen dieser Strafanzeige wurde bisher nicht widersprochen, so dass davon auszugehen ist, dass die geschilderten Sachverhalte inhaltlich richtig sind. Die freenet-Vorstände und auch der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Thoma behaupten nur immer wieder, dass die Vorwürfe haltlos seien. Auf eine sachliche Diskussion wird nie eingegangen.

Ein weiterer interessanter Punkt dazu ist, dass Harald Thoma, der Sohn Helmut Thomas, gemeinsam mit dem Freund der freenet-Vorstände Spoerr und Krieger, der die oben erwähnte. Schweizer Gesellschaft gründete, ebenfalls gemeinsam eine Gesellschaft gegründet hatte und diese an freenet verkaufte. Im Anschluss war Harald Thoma mehrere Jahre als Berater für freenet tätig und bestritt daraus scheinbar seinen Lebensunterhalt. Obwohl Helmut Thoma als Aufsichtsratsvorsitzender bei der letzten Hauptversammlung am 20.07.2007 von mehreren Aktionären zu diesen Vorgängen befragt wurde, verweigerte er dazu die Auskunft.

Ein besonderes „Geschmäckle“ hat die Sache, weil unter Führung von Helmut Thoma ein Aktienwertsteigerungsprogramm für die Vorstände der freenet AG aufgelegt wurde, dass nach Ansicht von Experten einzigartig in der deutschen Wirtschaft ist und den Herren Spoerr und Krieger den Bezug zweistelliger Millionenbeträge ermöglicht. Allein für 2007 erhielten die Vorstände Spoerr und Krieger Vorstandsbezüge von zusammen rund 7 Millionen Euro und damit mehr als fast alle Manager deutscher Unternehmen, vor allem wesentlich größerer Unternehmen. Der Börsenkurs der freenet AG reduzierte sich von 22,10 auf 15,99 per 31.12.07 (berichtigt um eine Dividende von 6 Euro aus dem Jahr 2007 ist dies immer noch ein gesunkener Kurs), während beispielsweise der DAX von 6.681 auf 8.067um 21 % stieg.

Selbst Forderungen des Vertreters eines großen Fonds nach einem freiwilligen Teilverzicht des Managements auf seine überzogenen Bezüge blieben unbeachtet.

Ein weiteres Geschmäckle hinterlässt dabei die Tatsache, dass die Geliebte Eckhard Spoerrs, Frau Franziska Oelte, als Arbeitnehmervertreterin im freenet-Aufsichtsrat sitzt und dort sogar dem Präsidium angehört, wo zum einen neben allen anderen Vorgängen auch diese Vergütung abgesegnet wurde. Zum anderen gehören dem freenet-Aufsichtsrat neben Frau Oelte auch noch weitere Führungskräfte der freenet als „Arbeitnehmer-Vertreter“ an, die von dem Aktienwertsteigerungsprogramm für Vorstand und Führungskräfte partizipieren dürften. Bezeichnenderweise wurde auf der Hauptversammlung 2007 eine konkrete Auskunft zu der Frage verweigert, ob dem Aktienwertsteigerungsprogramm auch Aufsichtsräte zugestimmt haben, die davon mit begünstigt sind.

Die exorbitant überzogene Vorstandsvergütung der freenet AG ist deshalb auch Gegenstand einer beim Landgericht Kiel anhängigen Anfechtungsklage (LG Kiel 16 O 100/07).

Es fällt schwer, zu glauben, dass dieser Vorstand, der scheinbar nur aus guten Freunden besteht, ebenso wie der Aufsichtsrat besser sein soll als sein Ruf.

Wenn man die Vorgänge insgesamt betrachtet, erweckt dies eher den Eindruck, dass Unionsfraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen solche Vorgänge meinte, als er sagte, dass das marktwirtschaftliche System infrage gestellt werde, wenn Spitzenunternehmen und Manager „demonstrieren, dass sie die Bindung an Recht und Gesetz offensichtlich für sich selber nicht mehr für maßgeblich halten“.

(Reuters)

Für die freenet-Vorstände könnten bisher günstige Verjährungsregeln (5 Jahre für Betrug und Untreue statt 10 Jahre wie bei Steuerhinterziehung) „hilfreich“ gewesen sein. Die Sachverhalte werden verdrängt, verschleiert und totgeschwiegen, in der leider nicht ganz unberechtigten Hoffnung, dass staatliche Aufklärung durch die zuständige Staatsanwalt nicht wirksam erfolgt und eventuell irgendwann niemand mehr danach fragt.

Es wäre zu hoffen, dass Sie anhand dieser Informationen die richtigen Fragen zu stellen wissen, vielleicht verrät Herr Thoma Ihnen ja in der Sendung, für welche Leistungen sein Sohn jahrelang Geld von dem Unternehmen freenet erhalten hat, das er zu überwachen hat und wie er dies mit seiner gebotenen Unabhängigkeit in Einklang bringt.

Gruß Lanu
CEO
boocompany.com

Update:

War wars denn nun? Ich hätte die Wette gewonnen. Klar.

Helmut Thoma sagte in der Sendung, dass er sofort dafür sei, dass erfolglose Manager für ihr Handeln auch haften müssen. Dazu müsste man mal überlegen, ob man nicht die Haftungsbedingungen anders gestaltet, dass da „wirklich Leute zur Verantwortung gezogen werden können, was bis jetzt offenbar in den Gesetzen nicht passiert.“
Im Wortlaut nachzusehen hier, ab Minute 47:25.

Frau Ursula Engelen-Kefer hatte kurz zuvor noch erwähnt, dass der sog. Corporate-Governance-Kodex, der Verbesserungen bewirken sollte, zum Teil nicht eingehalten werde.

Im Fall von Helmut Thoma als Aufsichtsratsvorsitzendem der freenet AG hätte man da mal nachfragen können, in welchen Punkten die freenet AG z.B. nicht dem Kodex folgt, wie es hier (pdf) nachzulesen ist.

Auf Seite 119 des freenet-Geschäftsberichts 2007 steht:

„Die Gesellschaft hat eine D&O-Versicherung für die Organmitglieder abgeschlossen. Diese Versicherung beinhaltet keinen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands und die Mitglieder des Aufsichtsrats (Ziffer 3.8 Satz 3 des Kodex). Die Konditionen der D&O-Versicherung werden laufend überprüft, insbesondere hinsichtlich des Selbstbehalts, weil ein damit verbundener Vorteil für die Gesellschaft nicht ersichtlich ist. Verantwortungsvolles Handeln ist für alle Organmitglieder selbstverständliche Pflicht.“

Wie Helmut Thoma seine Statements bei Anne Will mit seinem Handeln in Einklang bringt, bleibt wohl sein großes Geheimnis.

„Wenn aus dem Aufsichtsrat geheime Informationen in die Öffentlichkeit gelangen, sei das „Gefühl“, den Schuldigen aufspüren zu wollen „menschlich nachvollziehbar“, argumentierte Thoma – aber man könne natürlich nicht zu ungesetzlichen Mitteln greifen, beschwichtigte er schnell.“

Jeder kann das nachvollziehen, wenn es z.B. darum ginge, dass Planzahlen, Verhandlungen über Fusionen etc. nach außen dringen.
Für Herrn Thoma ging es dabei wohl eher um das unangenehme Gefühl, wenn im Aufsichtsrat Dinge besprochen und beschlossen werden, die man den Aktionären vollkommen anders darstellt, da man sonst schadensersatzpflichtig gemacht werden könnte. Wenn solche Dinge dann an die Öffentlichkeit geraten, ist das nicht nur unangenehm für die Aufsichtsräte, sondern möglicherweise hat dies einen peinlichen und teuren Auftritt vor Gericht zur Folge.

Überdies stellt sich natürlich auch noch die Frage, wer aus dem Aufsichtsrat während der ganzen Zeit die Presse gezielt mit Informationen versorgt hat, als freenet mit debitel verhandelte und potenzielle Angebote von United Internet abgewehrt wurden. Dies geschah alles im Interesse Thomas. Dennoch waren dies ebenso geheime Informationen, die nach dem Buchstaben des Gesetzes nicht aus dem Kreis des Aufsichtsrates zu gelangen haben.

Weiter sinnierte Thoma darüber, dass solche sensiblen Informationen aus dem Aufsichtsrat auch missbraucht werden könnten, z.B. zum Insiderhandel.

Da hätte Anne Will ja mal nachfragen können, wie Thoma das gemeint hat.

Aber naja, man kann nicht alles haben. ;-)





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Offener Brief an die Anne-Will-Redaktion zu Helmut Thoma (lanu)
der brief wurde parallel hier als kommentar gepostet:

http://annewill.blog.ndr.de/2008/06/06/deutsche-manager-sind-besser-als-ihr-ruf/

womöglich ist er aufgrund der vielen links auch im SPAM filter gelandet.

oder auch nicht
Re: Re: Offener Brief an die Anne-Will-Redaktion zu Helmut Thoma (widerstand)
am ende beim ndr auch irrelevant mit dem 12.6.2008, wen es die neue aenderung
im rundfunkstaatsvertrag geht ..

online nur programmbegleitend und dann auch nur 7 tage online belassen das zeug ..

also waere das thema in einer woche auch gegessen .. am besten ist sowas immer per fax,
den papier ist magie :-)

oder druckst es dokumentenecht auf einem nadeldrucker aus und schickst es rum ..

dolles ding uebrigens,

--widerstand

kommentar 1 (lanu)
der mit dem gesamten offenen brief wurde nicht akzeptiert
Re: kommentar 2 (lanu)
mit einem hinweislink auf den offenen brief hier, wurde ebenfalls nicht freigeschaltet
so, (lanu)
und jetzt gibts die email an die redaktion
email ist raus (lanu)
"Sehr geehrte Damen und Herren,

da meine Wortmeldung unter folgendem Artikel
http://annewill.blog.ndr.de/2008/06/06/deutsche-manager-sind-besser-als-ihr-ruf/

offensichtlich nicht erwünscht ist, da zwei Versuche nicht freigeschaltet wurden, möchte ich Sie auf diesem Weg auf meinen offenen Brief aufmerksam machen und um eine Stellungnahme bitten:

http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15443/

Mit freundlichen Grüßen

Lanu
CEO
boocompany.com"
Re: email ist raus (sempralon)
Ich liebe deine Vorgehensweise ;-)

... ist aber die falsche Stelle, die werden nix machen ... von wegen der Hörigkeit !
Die Verflechtung geht bis in die Direkte Beeinflussung der "Kandidaten" innerhalb der Sendungen ... ich hatte mal so eine Bombe platzen lassen, zuerst fand der Grüne meinen Vorschlag richtig gut und nach einer kleinen Ausblendung war er "Meinungskonform", mitten in einer Livesendung, wohlgemerkt !
Deswegen bin ich vorsichtiger geworden, viel vorsichtiger ... und ich hoffe nur, das diese Leute nicht mal auf den Trichter kommen, wie man wirklich an die brisanten Informationen kommt ...

... kleiner Tip am Rande, lancieren ist gesünder als es selber zu Propagieren ... kurz "Reden ist Silber, andere Reden lassen ist Gold !"
im grunde (lanu)
bin ich doch optimist. das weiß nur keiner
irren ist männlich ... (sempralon)
... hätte nie gedacht das sie das in's Forum stellen !

Hut ab !
Martin Kannegiesser, INSM (wolodja)
Initiator und Hauptsponsor, ist auch dabei. Natürlich wird das ebenfalls nicht erwähnt.


immerhin (eine antwort) (lanu)
Sehr geehrte/r Lanu,

Ihr Kommentar ist hier veröffentlicht:
http://annewill.blog.ndr.de/2008/06/06/deutsche-manager-sind-besser-als-ihr-ruf/#comment-10747

allerdings per Link, weil der Text doch recht lang ist.


Mit freundlichen Grüßen
Zuschauerredaktion
ANNE WILL
Re: Offener Brief an die Anne-Will-Redaktion zu Helmut Thoma (widerstand)
oeffentlich rechtliche,
ich liebes ..

sie sind eine anstalt und wir alle die BENUTZER!!! (achtung, kein wortspiel, steht so definiert in den gesetzen :-) )

sie sind eine anstalt oeffentlichen rechts und muessen darauf eingehen !!

hingegeben bei rtl oder sat1 ist man KONSUMENT ..

BENUTZER vs. KONSUMENT ??
macht es klick ??

man stelle sich mal wirklich fernsehen ohne die gez finanzierten via staatsvertrag vor ..
moechte man nicht .. oder ?

herr knüwer zum thema (lanu)
Ich wette (lanu)
zu diesem thema fällt kein wort.

wer hält dagegen?
Lanu, du bist ja richtig böse ... aber ich halte mal dagegen ... (sempralon)
... Thoma wird kurz danach gefragt (gepiesackt) und er zieht sich auf seine Schweigepflicht zurück ... das war es dann, allerdings wird er die Schuld auf einen Gewerkschaftsfunktionär schieben ... hmmm ... mal sehen, ob ich als Orakel tauge ...
Leider tauge ich nicht als Oracel ... (sempralon)
... Pech gehabt, könnte man sagen, aber zumindest wurde versucht, den Gewerkschaften eines "reinzuwürgen" ... Thoma war auch recht ruhig (in Hinsicht auf Anfeindungen) ... die Sendung war, wie zu erwarten eine Hommage an die guten Arbeitgeber, die schon zumeist gestorben sind ...
Re: Offener Brief an die Anne-Will-Redaktion zu Helmut Thoma (strappato)
Man hätte das als E-Mail auch an die anderen Gäste der Sendung schicken können.
Re: Offener Brief an die Anne-Will-Redaktion zu Helmut Thoma (Update) (whistlebird)
Lanu,

mal ehrlich – verdrehst Du in Deiner neusten Spoerr-Hasstirade nicht ein bisschen die Tatsachen?
Du sprichst von United Internet als einem der erfolgreichsten Deutschen Unternehmen der Nachkriegsgeschichte. Immerhin: Lobhudelei ist ja sonst so gar nicht Deins. Dass Du jetzt den Bückling vor dem nächstbesten Milliardär und bekennenden Ferrarijünger Ralph D. aus Montabauer machst: Hut ab – so kenn ich Dich gar nicht.
Lass uns mal schaun, welches Unternehmen vielleicht noch erfolgreicher ist als United Internet. Dazu muss man natürlich immer die längerfristige Perspektive bemühen. Betrachten wir mal die Fakten der letzten 5 Jahre:
Kurssteigerung UI seit 1.1.2003 zum Schlusskurs gestern: 815% - toll!
Toller: Freenet - Kursteigerung im gleichen Zeitraum: 888%

OK, Ralph „ich hab den dickten Pott im Hafen von Monaco“ Dommermuth hat nur knapp gegen Spoerr verloren (wieder mal – hat er eigentlich jemals schon gewonnen?). Zum Debakel wird die Bilanz wenn man die Dividende betrachtet.
UI: 89% Dividendenrendite bezogen auf den Kurs am 1.1.2003 – gar nicht schlecht, aber: Hier zeigt Ecki – wie Du ihn liebevoll nennst – wie man Werte für die Aktionäre schafft: 449% Dividendenrendite im gleichen Zeitraum. Für Dich zum nachrechnen: Das ist Faktor 5!! Ecki ist hier sage und schreibe fünd mal so gut wie Ralph.
Wir einigen uns also auf die Feststellung: „Noch erfolgreicher als eines der erfolgreichsten Unternehmen der Deutschen Nachkriegsgeschichte ist FREENET!“ – Zumindest wenn man die Wertsteigerung für die Aktionäre über einen längeren Zeitraum betrachtet.

So und nun wollte unser Telekom Strucki aus dem Westerwald also Freenet kaufen. Findest Du nicht, dass Ralph hier eine erbärmliche Figur abgegeben hat? Offene Briefe hat er geschrieben, die wohl naiver kaum sein konnten. Süß, nicht wahr? Ich finde: Unwürdig für einen CEO eines börsennotierten Unternehmens – sind wir denn im Kindergarten? Wenn man der Presse glauben darf, hatte UI mehrfach und ausgiebig die Chance im freenet Datenraum die Interna zu prüfen. Dann muss man halt irgendwann mal ein Übernahmeangebot machen oder man lässt es. Aber was liest man: Ralph „ich hab die dickste Mühle von Montabauer auf dem Hof stehen“ Dommermuth war im Urlaub!!! Ist das zu glauben? In meinen Augen hat er seiner Firma und seinen Aktionären durch sein unprofessionelles und teils wirklich peinliches Agieren in der Öffenltichkeit massiv geschadet. Nach Deiner Logik müsste ich gar sagen: Das ist Untreue und Betrug am Aktionär!! Wenn Gründer ihrer Aufgabe nicht mehr gewachsen sind, sollten sie wissen wann es Zeit ist zu gehen. Am Ende hat es wohl an den handwerklichen Fähigkeiten gefehlt eine Finanzierung auf die Beine zu bekommen, wenn man dem glauben darf, was unter Bankern erzählt wird.

Wundervoll finde ich aber wie Du offenbar Ralph anhimmelst – warst Du auch schon mal auf einer seiner legendären Strucki Partys auf seiner Jacht? Naja. Macht ja nichts – ein bisschen käuflich ist jeder. Bleibt unter uns. Ich verstehe aber warum Du sauer auf Ecki bist. Wenn mein Idol in der Öffentlichkeit so vorgeführt würde wie Ralph, wäre ich auch sauer. Naja, Kopf hoch. Es kommen auch wieder bessere Tage. Dann hat Ralph bestimmt ein ganz tolles Quartalsergebnis und Du kannst wieder stolz sein auf Dein Idol. Und Ralph kauft sich noch einen Ferrari…

Nur, dass ich hier zum hundertsten mal dieselbe freenet Soße lesen muss, kotzt mich langsam an. Fällt Dir mal was Neues ein? Ist schon wieder saure-Gurken-Zeit, so dass der Kram von irgendwelchen drittklassigen Blogs von vor einem Jahr nochmal aufgewärmt werden muss? Wie oft kommt der Scheiß noch? Schreib doch in Zukunft einfach nur einen Satz: Ich hasse den Spoerr - ich weiss nicht warum, aber ich hasse ihn!!
Dann muss man nicht so viel lesen und ist am Ende nicht enttäuscht, dass außer plumper Verleumdung wieder nichts dabei war.

Hast Du den Trick mit dem offenen Brief eigentlich von Ralph? Super gemacht, wirklich ganz groß! Man muss wissen wie man die Fäden zieht. Nur manchmal, da macht man sich auch ein bisschen lächerlich…

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal!

nabend ecki, (lanu)
alles fit? :-)
Re: nabend ecki, (whistlebird)
Ohhhh, was für ein großer, großer, intelligenter Reply - wirklich sehr smart! Bin beeindruckt! Kommse grad ausm Biergarten? Matsch inne Birne? Akku leer?
Ich hasse diese Einzeiler - "ich hab keinen Bock und rotz was in mein Blog" Antworten. Aber wenn man nur Müll nachlappern kann, dann braucht es vielleicht etwas mehr Vorlauf.
Ich schau morgen mal wieder rein. Vielleicht ist Dir bis dahin was vernünftiges eingefallen. Viel Erfolg!
Ja, das 5-Fache ist nicht schlecht ... (sempralon)
... allerdings, wie du schon sagtes, Werte für die Aktionäre ...
Das gleiche wurde auch mit Grundig und Grohe gemacht, die Gewinne für die Aktionäre wurden ausgeschüttet und übrig blieben ausgeweidete Leichen ...

Man kann Gewinne so oder so erzielen ...
genieß den vorteil dieser seite! (lanu)
jetzt haben wir beide gesagt, was wir loswerden wollten.

ein weiterer vorteil meiner seite ist, dass man nicht alles lesen muss, was hier steht und dass man nicht mit jedem reden muss, der hier schreibt. es ist fast wie im richtigen leben.
Re: Ja, das 5-Fache ist nicht schlecht ... (whistlebird)
auch wenn man sich hier im Mäntelchen der Anonymität jede Form von Zynismus erlauben kann, sollte wohl ein Minimum an Objektivität und Logik gewahrt bleiben. Schau mal hier: http://www.berlinews.de/archiv-2006/1649.shtml:

freenet war vier Jahre hintereinander innerhalb der top 15 der "fastest growing tech companies" nach Deloite (Plätze 1,2,5 und 13):
Den Sustained Excellence Award hat freenet in 2006 gewonnen. Und wo war United internet? Na gut, Platz 48 in 2006, auch ganz gut.

Das Unternehmen aber mit Grundig zu vergleichen, macht doch in diesen Zusammenhang überhaupt keinen Sinn. Wie kann man von einer "ausgeweideten Leiche" sprechen, wenn dieselbe kurz nach Ausschüttung von über 500 Mio Dividende in der Lage ist, Debitel zu übernehmen.
Im Gegenzug hat Ralph D aus M. es nicht geschafft, freenet zu übernehmen obwohl er sich dazu mit Drillisch einen subber Verbündeten an die Seite geholt hat und über ein Jahr lang Anlauf genommen hat. Wenn einem die Interessen der Aktionäre egal sind und man in Urlaub geht wenn's erst wird, dann steht man halt am Ende als der Looser da. Ich bin sicher Ralph und Lanu werden das auch irgendwann verkraften. Bei einer ordentlichen Strucki-Party mit gekauften Miezen ist der ganze Ärger dann wieder vergessen.

Apropos Zynismus: Wenn Lanu nicht den Bückling vor Strucki-Königen aus Montabauer macht, redet er im Zusammenhang mit denjenigen, die die wirklich erfolgreichen Unternehmen aufbauen und Werte für die Aktionäre schaffen ja gerne von Untreue und Betrug. Wie sieht es eigentlich mit Ralphs Sponsoring den Americas Cup aus? Hier hat UI ja viele Mio EURO versenkt, um am Ende auf dem drittletzten Platz zu landen. Aus internen Quellen hört man von einem zweistelligen Mio-Desaster, weil keine Sau die Looser von Team Germany sehen und dafür auch noch zahlen wollte. Nun gut, man hat immerhin einmal gegen China gewonnen - ist ja auch was. Das ist das Land, das im Segeln immer schon ganz vorne mitgefahren ist. Warum erinnert mich das jetzt irgendwie an Drillisch? ;-)
Egal - Ralph hat immer betont, dass es sich bei der millionneschweren Ausfahrt immer um ein rein nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen priorisiertes Projekt gehandelt habe.
Nee Ralph, is klar... rein betriebswirtschaftliche Sache und so, klar - hab ich als UI-Aktionär totales Verständnis für. Der CEO macht sich in der Öffentlichkeit mit offenen Briefen lächerlich - bekommt bei allen Übernahmen, bei denen er in den letzten drei Jahren mit von der Partie war, gezeigt dass es an handwerklichen Fähigkeiten mangelt und nimmt dann das Geld der Aktionäre, um sein privates Hobby zu finanzieren. Super Typ! Und ausgerechnet den zaubert lanu aus dem Hut, um jemanden als "Kritiker für Manager mit Selbstbedienungsmentalität" zu präsentieren. Ist das nicht der Brüller?

Der Typ segelt einfach gerne und will den gekauften Miezen auf seinen Strucki Partys mal ein bischen mehr bieten als immer nur Monaco. dafür muss man als Akionär doch Verständnis haben. In diesem Sinne...
mäntelchen der anonymität (lanu)
auch das genießt du gerade.

ich finde freenet auch super. da sind wir uns absolut einig
Ich habe meine Grüne ein Zyniker zu sein ... (sempralon)
... der Cassandra-Effekt, verstehst ?
Allerdings, warum wird denn die Firmenkasse ausgeschüttet ?
Diese Frage solltest du dir stellen ... ein Nachbar von mir hörte kurz vor der Euroeinführung auf mich, er kaufte Dollar und als der Eurowert fast am niedrigsten war tat er es wieder, kaufte mit dem Dollar den Euro zurück !
Der Mann ist Wiederholungstäter ... er hat die Telekomaktie für etwas über 100 Euro verkauft, als alle sie haben wollten ... und Freenet ?
Die Aktie steht gut und alle wollen sie haben ... oder nicht ?

Was hat das mit einer Leiche zu tun ? Nun, Freenet schüttet zuviel aus, auch Stammkapital ...
Re: Ich habe meine Grüne ein Zyniker zu sein ... (whistlebird)
Du bist der Größte! Bin wirklich beeindruckt - ich hätte gar nicht gedacht, dass so viele Turbokapitalisten hier schreiben. Nachdem Lanu sich ja schon als kleiner Struckiheld und Wasserträger von Ralph D. aus M. geoutet hat, bin ich wirklich erstaunt wieviele kleine Warren Bufftes hier schreiben. Kannst Du mir auch mal ein paar Tips geben?
Aber mal zu den Fakten. Die Firma gehört den Aktionären und wenn Liquidität da ist, die nicht benötigt wird, dann scheint es wohl sinnvoll, dass die Aktionäre Börsenwert in Dividenden wandeln. Dass die Liquidität bei freenet nicht gebraucht wurde, scheint wohl bewiesen, nachdem freenet problemlos debitel übernommen hat. Man muss einfach den Eindruck haben, dass hier ein sehr professionelles Management mit Eckhard Spoerr an der Spitze am Werk ist und keine Amateure, die das Geld der Aktionäre in teuren Segeltörns verzocken wie es nun mal Ralph Dommermuth tut. Traurig für die UI Aktionäre, aber so ist das nun mal - es gibt halt leider viele Ex-Gründer, die ihre Rolle als Chef einer Aktiengesellschaft falsch verstehen und ohne jeden Skrupel das Geld ihrer Aktionäre zum Fenster raus werfen oder ihre privaten Hobbys finanzieren. Die Frage einer Ausschüttung stellt sich dann natürlich gar nicht mehr. Es ist halt nix da zum ausschütten.

Ich schätze Du bist ein großer Fan von Combots - hier gibt es die total absurde Situation, dass die Firma kein Geschäftsmodell mehr hat und auf hunderten Mio EURO Liquidität sitzt und nicht ausschüttet. Wirklich großartig!! Hier verzocken die Grewe Brüder das Vermögen ihrer Aktionäre um mal ein paar Hirngespinste zu testen und ihr Ego zu produzieren. Heraus kommt ein Rohrkrepierer nach dem anderen. Ist das nicht schön? Da finde ich das Vorgehen des freenet Managements schon sehr viel professioneller.

Und hier noch ein Tip für Deinen Nachbarn: freenet steht innerhalb der nächsten 14 Tage bei über 14 EURO. Da bin ich total sicher ;-)

ahh, mein freenet troll (lanu)
wenn du etwas beizutragen hast, dann versuche es. aber hör auf, mir auf die füße treten zu wollen.
Re: ahh, mein freenet troll (whistlebird)
...ich trete Dir doch nicht auf die Füße - versuche es zumindest nicht. Ich habe lediglich mein Erstaunen darüber ausgedrückt, dass Du inzwischen dazu übergehst, Unternehmen über den grünen Klee zu loben - und das ausgerechnet im Zusammenhang mit United Internet, einer der übelsten Struckibuden der Republik und Ralph Dommermuth, einem der größten Selbstbediener unter allen Managern.
Grundsätzlich finde ich den Ansatz aber gut, Wachstumsunternehmen auch mal zu loben. Nur "Bashing" macht die Seite schon ein bischen unglaubwürdig, findest Du nicht? Ich finde die Richtung gut - an Details kann man ja immer arbeiten.
Re: Re: ahh, mein freenet troll (lanu)
dann sollten wir beide an unseren formulierungen arbeiten.
Stammkapital, was ist das ? (sempralon)

Stammkapital ist ... brauche ich nicht auszuführen, oder ?
Freenet hatte ein Problem das es zu lösen galt, keine Kundschaft mehr auf einem übersättigten Markt !
Da kaufte man Debitel (die recht Pleite war ...) und hatte einen guten Kundenzuwachs, allerdings die Schulden drücken immernoch !
Gewinnausschüttung ? Jupp, die gibt das und die Nassen von Debitel zahlt man aus der Betriebskasse !
Allerdings wird die Betriebskasse nicht mehr aufgefüllt, statt dessen werden die Aktionäre bedient ... diese schwärmen bald von der Aktie und fangen sehr zögerlich an an diese Erfolgsaktie zu verhökern ... sie wird auf diese weise sagen wir mal bis 35-40 Euro getrieben (das ist aktuell noch realistisch, es kann aber auch einen Gierhype geben wie bei der Telekom, allerdings ist Freenet noch zu klein), dann werden die Großpakete vergoldet und in diesem Moment solltest du deine Aktien schon los sein !
Das Timing steht noch nicht fest, ob es heute beginnt oder erst im nächsten Jahr ... denn die Herren wollen sich zur Ruhe setzen, sie werden alt ... so wie ich ...
Zu UI ... was meinst du warum die Aktionäre derart still halten ?
Die müssen doch recht verärgert sein, nicht ?
UI hat plausible Pläne und arbeitet über Strohfirmen der Anteilseigener (Aktionäre), tritt ergo nie direkt als UI in Erscheinung (unterläuft so Kartellbehörden), die größeren Aktionäre bekommen also schon aus diesen Dividende, die Investitionen tragen schon Früchte ... UI ist wie ein Pilz, wenn du ihn siehst, dann ist es schon zu spät !
Re: Offener Brief an die Anne-Will-Redaktion zu Helmut Thoma (Update) (porschekiller)
Ich hab ja eigentlich in dem Glauben gelebt, diese Ex-Vertriebs-Lutscher wie Ecki oder Ralle D. mit ihrem "Meiner ist doch länger, ätsch"-Gehabe (sorry Ecki, aber der Ralle hatte schon immer die schärferen TanjaAnjas am Start;-) würden heute irgendwo in Acapulco nebenbei Ferraris und Benze vermieten und sich ansonsten den ganzen Tach am Bauch kratzen.

Aber nee - die müssen ja immer noch rabotten. Traurige Schicksale, diese...




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