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Austauschbar Die Vorstandsassistentin
KOLUMNE Austauschbar von che2001

07:32 Montag, 21. April 2008

Sie ist Ende 20, ziemlich adrett, frisch von der Uni und sagt ausgebufften Endvierziger-Ingenieuren, wo es ihrer Meinung nach langzugehen hat. Sie wird für 8 Sunden täglich bezahlt, arbeitet aber regelmäßig 12 Stunden lang. Ihre Chefs sagen, das müsste so sein, wenn man Führungskraft ist, sie selbst kämen oft erst um 23 Uhr nach Hause.

Sie glaubt ihnen das. Was die Chefs ihr verschweigen ist die Tatsache, dass sie da großzügig Jagdgesellschaften, IHK-Bälle und Bootsausflüge mit reinrechnen, während sie wirkklich 12 Stunden am Tag hart arbeitet. Das geht auf die Substanz, und ob sie das sehr lange so durchhalten wird ist noch die Frage. Sie kompensiert es mit einer aufgesetzten Haha-Fröhlichkeit. So in etwa gleichaltrige Kolleginnen und Kollegen, die aus der gleichen Kategorie Leute stammen - angepasste WiWi-Absolventen mit kleinbürgerlicher Familienhintergrund - lachen da gerne mit und finden, sie sei ein schrecklich netter Mensch, ältere Kollegen finden diese Lachen debil und hysterisch. Überhaupt, die Altersunterschiede: der älteste Abteilungsleiter ist 60 und leitet die Forschung und Entwicklung, der jüngste 35 und Chef der Strategie&Coaching. Wenn bei Dienstbesprechungen die Aufgaben verteilt werden, ist der 60jährige bemüht, zwar loyal seine Projekte voranzutreiben, aber sein Personal auch von allzuviel Arbeit freizuhalten. Er sagt den Chefs öfter mal ins Gesicht” Was sie da wollen ist zwar eigentlich recht schön, wir kriegen das aber nicht hin, rein personell gesehen, oder wir müssten unsere normalen operativen Tätigkeiten einstellen.” Er kommt damit immer durch.

Mr. 35 würde so etwas nie sagen, sondern schreit beim Aufgabenverteilen ganz laut “hier”, um mit seiner Abteilung zu glänzen. Das fällt ihm leicht, da er nichts selber macht, sondern nur Aufgaben verteilt. Diese Generation hat nicht gelernt,l sich zu wehren oder den Wert von Eigen-Sinn anzuerkennen. Aber sie hat gelernt, wie wichtig Gadgets, Luxusautos und Markenanzüge sind.





Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Die Vorstandsassistentin (che2001)
Es muss natürlich 8 Stunden täglich heißen, nicht 8 Wochenstunden!
Lanu, Che... musste das los? (porschekiller)
Sorry, aber wenn es 1955 schon Inet gegeben hätte, wäre diese "Beschreibung" genauso ausgefallen. Was ist jetzt genau der Story-Plot?
Re: Lanu, Che... musste das los? (porschekiller)
Ich mach das nochmal konkret: Ich kenne eine (nicht kleine ) Menge von Mädels, die eine verantwotungsvolle (früher sagte man noch "Sekretärin") Rolle übernehmen können, ohne sich den Selbsterhaltungstrieb gastroenergen austreiben zu müssen. Meistens (ich sage: 95%!) findet diese Rollenübernahme friedlich, schleichend und unerkannt statt.

Ja, ok, ich bin der Frauenversteher vor dem Herrn, aber was mir Chef-Sekretärinnen (aka Assitentinnen) so berichten, hat nichts mit Che's angeblicher Real-Satire zu tun. Da geht's fürderbar um emotionale Defekte, die der "Fürst" nicht bedienen kann, oder sprachliche Defizite, die dem "Patriarchen" nicht in die Wiege gelegt wurden. Die Assis oder eben Sekretärinnen haben eine reinigende Funktion, die den Amts-Inhaber vor der Offenbarung seiner Blödheit schützt. Das ist ein relativ guter Job, gemessen an der Manager-Qualität börsennotierter Unternehmen...
Re: Re: Lanu, Che... musste das los? (che2001)
Hier geht es um eine real existierende Person, und die ist keine Chefsekretärin, sondern eher so etwas wie eine Stabsmanagerin.
Re: Re: Re: Lanu, Che... musste das los? (redsector)
Dann schreibs eben auch gleich rein...




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