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Hans-Joachim Bernt-Verlag Wie "Stahlfront-Fans" Kritiker einschüchtern wollen
INSIDER Hans-Joachim Bernt-Verlag von lanu

19:06 Sonntag, 13. April 2008

Wie gerne würde man doch das Thema "Stahlfront" ignorieren und zu den Akten legen. Schließlich hat man ja genug darüber geredet, dass SF-Literatur mit rechten Tendenzen das Bild der Military-SF nur beschmutzt. Aber die rührige Fangemeinde oder vielleicht auch der Verlag selbst lassen das Thema nicht ruhen...

Wobei: Es ist momentan nicht ganz klar, wer hinter den zahlreichen Einschüchterungsversuchen steckt. Ob es jemand aus dem Kreis des Bernt-Verlags ist, der das - nennen wir es mal - Machwerk zu verantworten hat, oder dessen Ableger Unitall, der das Buch verlegt hat oder ob einfach nur einige Fans es nicht verknusen können, dass man berechtigte Kritik an der Reihe äußert.

Nehmen wir mal an, dass der Verlag damit nichts zu tun hat, denn natürlich kann man sich nicht vorstellen, dass ein so angesehener, seriöser und ernsthafter Verlag, der sein Geld mit Nachdrucken und der Fortschreibung alter SF-Serien macht und auch Perry-Rhodan im Programm hatte - wobei die Rhodan-Macher sich von dem braunen Machwerk so schnell wie möglich distanzierten - seine Bluthunde loslässt. Oder Klageandrohungen vom Stapel lässt. Nein, wir vermuten einfach mal, dass da ein paar Fans übereifrig waren. Aber rollen wir das Ganze doch mal von vorne auf und schauen uns dazu mal die Amazon-Diskussion rund um den Titel an. Denn natürlich finden sich dort auch Fans und Kritiker der Serie ein.

Während sich auch dort der Verlagschef selbst zu Wort meldet, sind wohl übereifrige Fans am Werke, anders kann man sich das Ganze nicht erklären, wie gesagt. Jedenfalls findet sich dort folgendes Statement, nachdem der Autor des SF-Blogs NGC6544, der auch hier bei der Boocompany nochmals Kritik an dem Werk äußerte, H. J. Bernt direkt auf die Klageandrohung, die in diversen Foren zu hören und lesen ist ansprach:

Meine Empfehlung an Herrn BernT wird also sein, per Antrag auf Durchsuchungsbeschluß bei den Betreibern von SF-Fan.de die Identität von "prospero" feststellen zu lassen, da sehr wohl eine Klage gegen Sie beabsichtigt ist. Solche Dinge (es geht ja nicht um Mord und Totschlag) dauern wohl, auch die Festlegung auf ein zuständiges Gericht (LG Konstanz oder Amtsgericht Radolfzell) hat, so höre ich, zu einer erheblichen Verzögerung geführt. Lassen Sie sich also überraschen, was als nächstes geschieht und von welchem Gericht Sie informiert werden...

Der Verlagschef selbst schlägt im Posting vorher durchaus liberalere Töne an, geht aber mit keinem Wort auf die Klageandrohung gegenüber dem Blogger ein. Deswegen kann vermutet werden, dass das nur ein dummer Jungenstreich von den übereifrigen Fans der Buchreihe "Stahlfront" ist. Allerdings ist es interessant, dass schon vorher in der Diskussion die Kritiker mit dem Argument der Schmähkritik mundtot gemacht werden sollen. Was mit der beste Beweis dafür ist, in welche Ecke man die Buchreihe stellen kann - die Methoden von Rechtsradikalen im Umgang mit ihren Kritikern sind ja bekannt und das passt ganz gut dazu.

Interessant ist auch, dass es jetzt schon den zweiten Diskutanten und Kritiker trifft, der das Thema aufmerksam und kritisch verfolgt. Nicht nur, dass der Benutzer mit dem Nickname "Why so serious" im Politikforum, der eigentlich nur einen Thread zum Thema "Virtuelles Marketing" startete, verdächtigt wird, der Blogger und Poster namens "Prospero" zu sein. Glaubt man dem Amazon-Posting, haben auch die SF-Fan-Forumsmacher sämtliche Beiträge von "Prospero" zu dem Thema gelöscht.
Ob das stimmt oder nicht wäre noch nachzuprüfen. Dabei ist es mit ein wenig Googlegeschick durchaus ein Leichtes, zu erfahren, wer nun hinter dem Pseudonym "Prospero" steckt. Aufgrund dieser zahlreichen Verdächtigungen Unschuldiger hat er sich auch im NGC6544 selbst zum Thema in einem offenen Brief geäußert und verbittet sich die Belästigung weiterer Unschuldiger oder Verdächtigungen, die Personen treffen, die ihn nicht tangieren.

Ebenfalls haben die Macher des NGCs die Kritik im Blog nochmal eingehen geprüft und sind der Ansicht, dass diese weder ehrenrührig noch schmähend noch sonst etwas ist. Ähnliches gilt für die Kritik an der Boocompany und im persönlichen Blog des Autors, der das Thema nach den Postings eigentlich schon für erledigt hielt und sich deswegen nicht mehr dazu äußerte.

Wie überrascht der Autor des Blogs war, als bekannt wurde, dass möglicherweise eine Klage gegen ihn vorläge, kann man sich natürlich vorstellen, zumal der Beitrag seit November letzten Jahres online steht. Im oben genannten Politikforum bekräftigt aber ein Poster namens "Beißer" auch durchaus, dass eine Klage in Vorbereitung sei.

Den internen Quellen zufolge, die der BooCompany vorliegen, ist dieser "Beißer" offenbar eng mit dem Bernt-Verlag verbandelt und es fällt auf, dass wo immer die Rede von "Stahlfront" ist, dieser sich ungefragt in die Diskussion einmischt und spammt. Offiziell hat Bernt allerdings nichts mit dem Autor "Torn Chaines" zu tun. (Was auch mehrmals auf der Webseite und in diversen Forenthreads so dargestellt wird, siehe das Interview des Verlegers mit dem "Autor".) Natürlich ist es denkbar, dass der Verlag gegen Kritiken vorgeht und verlangt, diese abzustellen. Zudem äußerte sich der NGC-Poster auch nochmals in der Amazon-Diskussion - und es wirklich ein Leichtes, die Identität des Posters herauszufinden, dazu scheinen aber die Fans (glücklicherweise) nicht in der Lage zu sein. (Der Autor hat vorsichtshalber diverse Änderungen im Impressum seines Blogs vorgenommen.) Allerdings - hätte Bernt nicht sofort reagieren müssen als die Kritik in der SF-Fangemeinde und in zahlreichen Foren relativ stark gegen ihn Front machte? Warum hat er das nicht getan? Liegt den SF-Fan-Forenbeteibern auch wirklich eine offizielle Drohung vor oder haben diese nur vorausschauend gehandelt, wenn die Postings wirklich gelöscht worden sind? Man kann in Foren viel behaupten, stimmen muss das nicht.

Falls Bernt wirklich eine Klage vorbereitet ist er wenigstens so klug, es nicht herauszuposaunen. Dass die ganze Angelegenheit äußerst unappetitlich ist braucht man wohl nicht zu betonen. Eher noch, dass der Name "Stahlfront" ebenfalls der Name eines rechten Fanzines ist, das in Baden-Württemberg beheimatet ist. Wo zwar nicht Unitall sitzt, aber der Bernt-Verlag. Seltsam? Aber so steht es geschrieben...





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