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17:22 Freitag, 11. Januar 2008
Bei Burda sind die PR-Fuzzis in Hochform. Was das heißt, wissen wir hier: totaler Realitätsverlust. "Hubert Burda Media richtet die Marke Max in Print und Online strategisch neu aus", diktieren sie Tanja in ihr MacBook. Soll heißen: Max ist tot.
Zumindest das Hochglanzheftchen mit der bewegten Vergangenheit ist nun endgültig Geschichte. Die aktuelle Ausgabe der Max wird die letzte am Kiosk sein. Trotz erheblicher Investitionen in das "hochwertige Lifestyle-Magazin" (Burda-Prosa) konnte Max mit nur knapp 43.000 verkauften Exemplaren "in einem sehr schwierigen Marktumfeld nicht das notwendige Erlösniveau erzielen". Die Marke wird online und als Sonderhefte weiterleben. In der Redaktion sollen trotzdem zahlreiche Stellen gestrichen werden. Der Verlag bemühe sich, den betroffenen Mitarbeitern neue Stellen innerhalb des Konzerns zu vermitteln. Damit geht ein Stück deutsche Magazin-Geschichte zu Ende. 1991 von Mantheys Milchstraße gegründet, avancierte das Blatt mit einer Mischung aus Lifestyle und im edlen Schwarz-Weiß abgelichteten Nacktmodellen zum beliebtesten Coffee-Table-Mag von besserverdienenden Friseuren und anderen Möchtegern-Trendsettern. Nach dem grandios gescheiterten Versuch, das Heft als 14-tägig erscheinende Konkurrenz zum Stern zu positionieren, konnten auch verschiedene Operationen am lebenden Objekt den Patienten nicht mehr retten. Vielleicht lag es am Themenmix aus dem Gemischtwarenladen, garniert mit einer Prise Sex. "Max ist die einzigartige Themenmischung aus Musik, Film, Mode, Beauty, Design, Digital Life/Technik, Auto, Metropolen, Fotografie und Erotik", sagt Milchstraße. "Wollen wir nicht mehr", sagt jetzt Burda. Weiterleben werden die Max City Guides, dazu soll es "kreative Spezial-Ausgaben für die Werbe- und Kommunikationsbranche" geben. Auch in das Online-Portal will Burda 2008 weiter Geld stecken. Eine bunte Mischung aus lokalen Diensten, Shopping, Web 2.0 und Video soll Max eine Online-Zukunft sichern. Darüber hinaus will die "Burda Lifestyle Community" die "Expansion seiner Kreativ-Marke" und künftig "mehr Produkte wie Bücher, CD´s und Kalender unter dem Label Max vermarkten". Der Apostroph ist von Burda. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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