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Unitall Verlag / HJB-Shop "Stahlfront" aus dem Unitall Verlag: Die SF für den Landser
BOO Unitall Verlag / HJB-Shop von Prospero

07:40 Dienstag, 11. Dezember 2007

Da hat die SF sich mühsam aus dem Schmuddelimage befreit - "Star Trek", "Raumpatrouille", "Doctor Who", den Pro7 immer noch im Archiv verschimmeln lässt - alles hochwertige tolle Serien. Ebenso gibts tolle SF-Bücher mit interessanten Ansätzen - und dann gibts "Stahlfront".

Stahlfront ist die neue SF-Military-Serie des Amerikaners Torn Chaines, der in den USA keinen Verlag für sein Werk fand. Weshalb das so ist, werden Sie wissen, wenn Sie dieses Buch gelesen haben ... Na das ist doch offensichtlich: Der Mensch schreibt so schlecht, dass kein Verlag den drüben haben wollte...
Mit den obigen Worten nun wirbt der Verlag Unitall für die neue Military-SF-Serie - Geschäftsvertreter des Verlags ist übrigens der Herr, der das Buch vertreibt - aber das sind ja natürlich zwei verschiedene Dinge, Verlag und Vertrieb. "Stahlfront" also - "Front of Steel" soll der englische Titel heißen. Soll. Angeblich. Weil der Autor aber dazu kommen wir noch - eine neue SF-Reihe, deren Stil von jedem schwächeren Maddrax-Roman geschlagen wird. Mühelos und im hohen Bogen übrigens.
Das kann man ohne weiteres feststellen, schließlich gibts eine ausführliche Leseprobe auf www. stahlwelt . de. Nun ist es nicht schlimm schlechter als - schreiben wir mal - Jason Dark zu sein, der Verlag Unitall jedenfalls hat es verlegt, der HJB-Shop vertreibt es.
Hans-Joachim Bernt macht sein Geld mit SF-Serien wie "Ren Dhark" - früher mal eine Konkurrenz für "Perry Rhodan", jetzt erscheinen neue Abenteuer in Hardcovern exclusiv im HJB-Verlag. Diese Verwertung ist im Genre nicht unüblich. Auch "Perry Rhodan", "Atlan" und andere SF ist im Shop zu finden. Das ist also eigentlich gar nicht so schlimm. Und welcher SF-Fan würde sich nicht über eine neue Serie freuen.
Schlimm ist, dass die Leseprobe des ersten Romans der "Stahlwelt-Reihe" mit Stellen aufwartet bei denen einem der Döner im Halse steckenbleiben kann. "Je tiefer er nach Kreuzberg hineingelangte, um so stärker veränderte sich das Straßenbild. Unter all den dunkelhäutigen Gestalten kam sich Wittmann vor wie ein Fremder…" oder "Es blieb ihm nichts anderes übrig, als Aysche Demirel zu ertragen. Von ihr begeistert sein musste er nicht. Sobald er nur an sie dachte, hatte er ihre riesige Nase vor Augen. Ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. Es war kein Wunder, dass Dinge wie Schleier und Burka in dem Kulturkreis erfunden worden waren, dem Demirel entstammte."
Und das sind noch die eher - nun - geschmackvolleren Ergüsse eines Autors, der zwar Deutsch verstehen und schreiben will laut dem Interview auf der Stahlwelt-Homepage, dessen englische Antwort-Passagen aber bloß nicht übersetzt werden sollen weil sie ja sonst - nun - verfälscht würden... Oder so. Ja. Dachte ich mir auch gerade, dass das total logisch ist. Falls nach dem Lesen der vermeintlichen Biographie noch jemand glaubt, dass dieser Autor wirklich existiert - nun, am Nordpol baut der Weihnachtsmann zusammen mit seinen Elfen Geschenke zusammen... Englische Original-Seiten des Romans sind jedenfalls bisher nicht gesichtet. Und es fällt auf, dass es Widersprüchlichkeiten gibt - wenn erstens behauptet wird die Übersetzerin habe sich da einen kleinen Scherz erlaubt wenn "Erkan und Stefan"-Dialoge im Buch auftauchen, im Interview heißt es dann aber, der Autor haben solche Jugendliche persönlich beobachtet. Und die KOENNTEN dann auch gar nicht anders reden, da sei sich der Autor SEHR sicher.
Ihr wollt nicht wirklich wissen worum es bei der Geschichte an sich geht. Glaubt es mir. Ihr könnte euch natürlich die Leseprobe herunterladen und euch selbst ein Bild machen. Aber Vorsicht: Nicht dass ihr euch dann in die "Gedankenpolizei"-Reihen einreiht, weil ihr hysterische Deutsche seid, die gleich ein Verbot der Reihe fordern...





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