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08:33 Freitag, 07. Dezember 2007
Die Idee fand nicht mal der risikofreudige Peter Turi gut: Money Porn. Ein Magazin nur für Millionäre, das exklusiv an mindestens 100.000 Schwer- und Neureiche der Republik verschickt wird und sich der Normalverdiener nicht mal am Kiosk angucken kann. Nach nur drei Nummern geht dem Glossy for the Filthy Rich die Knete aus und der Herausgeber zum Amtsgericht.
Übereinstimmenden Berichten zufolge liegt beim AG Nürnberg der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Das Blatt ist pleite. Wegen des Ausfalls von Investorenzusagen sei die Zahlungsfähigkeit nicht mehr gesichert, lautet die offizielle Version. Seit Wochen schon munkelte die Branche über Solvenzprobleme und Entlassungen. Die ersten Kündigungen wurden offenbar schon ausgesprochen, getroffen hat es die Sales-Leute. Es soll weitergehen, ein neuer Investor könnte den Laden retten, sogar "kurzfristig" den Break-Even erreichen. Denn eigentlich war die Idee ja super: "Die Entwicklung ist insbesondere deshalb dramatisch, weil die Markteinführung erfolgreich verlaufen ist", beschwört Geschäftsführer Christian Geltenpoth laut DWDL die Zukunft des Geschäftsmodells. Das setzt auf hochwertige Anzeigenkunden: Luxusmarken sollten sich die Werbung bei der kaufkräftigen Zielgruppe was kosten lassen. Beim Anzeigengeschäft habe sich eine "deutlich positive" Entwicklung abgezeichnet, meint der Geschäftsführer. Aus dem Munde seines Chefredakteurs Andreas Wrede hörte sich das kürzlich noch deutlich weniger euphorisch an. Das Anzeigengeschäft sei schwierig, "aber es springt an", zitiert "Welt Online" den Ex-Max-Mann. Im Mai war das Millionario-Magazin gewohnt großspurig angekündigt worden: "Deutschlands erstes Statusmagazin“ werde "eine neue Kategorie im Bereich der Luxus-Lifestyle-Medien etablieren: inspirierend, souverän, selektiv [...] Allerdings kann RICH nur lesen, wer sich Luxus auch leisten kann." Im September gab es dann die erste teure Nummer, die aktuelle Ausgabe Nummer Vier soll gar nicht mehr ausgeliefert werden. Das Erfolgsrezept sollte bald exportiert werden. Was aus dem für Mai 2008 geplanten Start in Österreich wird, steht in den Sternen. Im nächsten Jahr sollten weitere europäische Länder sowie Russland und China mit dem Reichenblatt beglückt werden. Warum Superreiche ausgerechnet so ein Magazin brauchen, ist eine Sache. Die von der "W&V" niedlicherweise als "Besserverdienende" bezeichnete Zielgruppe braucht auch eher keine Anzeigen, um Bedürfnisse zu wecken. Turis Urteil über RICH lautete folgerichtig schon im Mai: "Braucht kein Mensch". Jetzt hat er das schriftlich, mit Eingangsstempel vom Amtsgericht Nürnberg. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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