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09:48 Sonntag, 14. Oktober 2007
Verdient haben diese neagtive Nachricht alle Beteiligten. Was für ein jämmerlicher Haufen. Der Springer Verlag macht sich gegen den Mindestlohn für Briefzusteller stark und greift als neuer Inhaber der PIN Group die gelbe Post an. Und was tut die Post?
Das Blödeste, was einem da ein fallen kann, sie streicht Anzeigen mit einem Volumen von 800.000 Euro in allen Springerblättern. Und damit das nicht nach einer Strafaktion wie zum Beispiel damals bei Lidl aussieht, wird anschließend behauptet, dass dies ein ganz normaler Vorgang gewesen sei. Ja nee, is klar. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Was findest Du daran so blöd? (mikyle)
verstehe ich wirklich nicht.
Re: Was findest Du daran so blöd? (lanu)
weil man die abhängigkeit der medien mit so einer strafaktion nicht deutlicher zeigen. springer mit liebes- bzw. geldentzug gefügig machen zu wollen, ist blöd. es dann auch noch abzustreiten ist noch blöder.
Re: Re: Was findest Du daran so blöd? (mikyle)
Aber das wäre bestimmt kein Vorwurf an die Post. Springer berichtet schon in dem Moment abhängig, wo es im Interesse der Tochter berichtet. Die von Dir erhoffte Unabhängigkeit ist also dann schon futsch.
Die Reaktion der Post finde ich berechtigt, gerade weil Springer so ofensichtlich im eigenen wirtschaftlichen Interesse hetzt.
Re: Re: Was findest Du daran so blöd? (mikyle)
ich weiss nicht, ob es mit gefügig machen zu erklären ist. Ich hätte als Post auch einfach keinen Bock, Springer nach dieser Geschichte Geld in den Rachen zu schmeissen.
Re: Re: Re: Was findest Du daran so blöd? (lanu)
springer ist springer. da gibt es keine frage. der futterentzug ist vielleicht menschlich verständlich, PR technisch ist es mehr als ungeschickt. aber das kannst du auch gern anders sehen. :-)
RE: Boo für wen? (GeorgDrahtlos)
Die SZ beruft sich auf den Spiegel und der beruft sich auf die Post. Ich kann es nicht sagen, wer die »Nachricht« lanciert hat. Du vielleicht? Ein investiver Journalist war es bestimmt nicht.
Dass die Post eine Strafaktion bestreitet, ist nur verständlich. Kostenlose Reklame für »Konkurrenz« ist nicht drin. Trotzdem sind die PIN-Zusteller durch die Presse gegangen. So gesehen hat die Post den Boo verdient. Übrigens: Hat ja geklappt, irgendwie: http://mypic.in.phpwww.de/081014/d3k5jc3w.jpg
Re: Mein Boo-Dilemma mit Springer und der Post (zeitungsleser)
Wem nutzen niedrige Zusteller-Löhne ?
Auf den ersten Blick: den Postkunden und den Gesellschaftern der Postunternehmen, leider nicht den Zustellern. Die Kunden bezahlen über ihre eigenen Sozialabgaben die Sozialhilfe für die Zusteller, die nicht genug verdienen, um sich selbst zu ernähren. Für die gesparten Portogebühren zahlt er also im Ausgleich höhere Sozialabgaben. Also gewinnt am Ende nur einer: die Gesellschafter der Postunternehmen, die höhere Gewinne erzielen (dank Auslandsversteuerung und Stiftuntsmodellen der großen reichen Familien werden sie durch Steuern und Sozialabgaben in diesem Land ja nicht belästigt). Der Boo gilt also: dem Sozialstaat, der Mittelschicht und der Unterschicht, die von ihrer Arbeit nicht mehr leben kann.
Re: Mein Boo-Dilemma mit Springer und der Post (Siga)
Am Ende des verlinkten SZ-Artikels steht, das die Post 40 Millionen Umsatz mit der Zustellung von Springer-Zeitschriften macht.
Wenn PIN so toll ist, wieso stellt PIN dann nicht die Springer-Zeitschriften zu ? Die Post braucht man noch für PIN-freie Zonen. Dadurch kriegt man weniger Mengenrabatte bei der Post. Exklusivverträge "Zeitschriftenzustellung nur alle Exemplare für ganz Deutschland oder gar nicht" kann ich mir wettbewerbsrechtlich nicht vorstellen. Oder gilt das Briefmonopol auch für Zeitschriften und die verhunzte Presse weiss das wie immer nicht ? D.h. die Kalkulation "Vertrieb über PIN+Post" müsste kalkulatorisch besser sein als nur über die Post. Wieso ist es das nicht, oder kommt das noch (längerlaufende Verträge) oder ich habe es nicht mitbekommen oder sind die 19% Mehrwehrsteuer die Kalkulationsgiftpille oder subventioniert die "böse Monopol-Post" den Zeitschriftenvertrieb so sehr ? Auch andere Zeitschriften müssten ja scharf auf günstige Zustellung sein. Die meisten Zeitschriften gibt es eh nur im Abo, krebsen oft finanziell vor sich hin und "die paar gesparten Cent pro Exemplar" läppern sich schon. Wenn Pressefuzzies schlau wären, würden sie die PIN-Typen öfter mal danach fragen und sich neue günstigere Vertriebswege oder zumindest einen Markt mit mehreren Anbietern schaffen. Wenn Pin so gut ist, wieso nutzt es wohl kaum wer ? Hermes ist ja bekannt und wird auch genutzt (z.B. Ebay-Käufe). Evtl. ist die PIN-Kalkulation aber gar nicht so gut (selbst mit Sklaven-Zustellern) und/oder sie nehmen dieselben Monopolpreise wie die Post. Ähnliches sehen wir ja am DSL-Markt mit T-Com vs. Arcor/1&1/Freenet/Tele2/... und Vorsicht-Kunde-Artikeln in der ct' .
Re: Re: Mein Boo-Dilemma mit Springer und der Post (zeitungsleser)
Der Pressevertrieb via Post ist 1. flächendeckend und 2. sehr viel günstiger als die klassischen Post-Konditionen, dafür steht er allen Verlagen offen.
Steigen die Preise im Pressevertrieb insgesamt, weil die Flächendeckung immer teuerer wird (die neuen Anbieter wollen ja nur in den gewinnträchtigen Regionen präsent sein), werden die kleinen Verlage verlieren, sie müssten die Abo-Preise drastisch erhöhen und damit noch schneller sterben. Die grossen Verlage interessiert das nicht... im Gegenteil, sind sie ja an alternativen Postzustellern beteiligt und v.a. verlieren sie ja lästige Konkurrenz um Leser + Abonnenten + Anzeigenkunden. Je weniger Verlage es gibt, desto höher die Margen für die übrig gebliebenen Konzerne. Und schliesslich werden die Journalisten auch wesentlich geschmeidiger, wenn sie nur noch zwischen einer Handvoll Arbeitgebern wechseln können.
Re: Re: Re: Mein Boo-Dilemma mit Springer und der Post (Siga)
> Der Pressevertrieb via Post ist 1. flächendeckend und 2. sehr viel günstiger als die klassischen Post-Konditionen, dafür steht er allen Verlagen offen.
Die Frage ist also, ob und wie(Kostenrechnungsmäßig) die Zeitschriftenzustellung 'subventioniert' wird. > Steigen die Preise im Pressevertrieb insgesamt, weil die Flächendeckung immer teuerer wird (die neuen Anbieter wollen ja nur in den gewinnträchtigen Regionen präsent sein), werden die kleinen Verlage verlieren, sie müssten die Abo-Preise drastisch erhöhen und damit noch schneller sterben. Das was die Rosinengebiete die per PIN beliefert sind billiger sind, darf der geringere Rabatt bei der Post nicht teurer werden. Das sind kalkulatorische Dinge und oft nur Dreisätze über die man nachdenken muss. Meist dienen falsche Milchmädchen-Rechnungen aber nur zur pseudo-seriösen Verteidigung falscher Meinungen. Daher ist controllingtechnisches Denken nicht verbreitet obwohl man es eigentlich immer macht, wenn man bei ebay die Versandpreise einkalkuliert und Sammelkäufe und gespartes Portogeld kalkuliert. > Die grossen Verlage interessiert das nicht... im Gegenteil, sind sie ja an alternativen Postzustellern beteiligt und v.a. verlieren sie ja lästige Konkurrenz um Leser + Abonnenten + Anzeigenkunden. ??? Springer müsste ja über PIN vertreiben. Tut es aber nicht, oder ? Das war meine Frage. D.h. im Zeitschriftenmarkt ändert sich nichts, so lange nur die Post anbietet. Ein neuer Player mit Sklavenlöhnen wäre eine Option, billiger Zeitschriften zu vertreiben. Ist es aber anscheinend nicht. Wenn ich eh herumlaufe und Tageszeitungen einwerfe, könnte ich ja auch Spiegel, Stern, ct,... einwerfen. Tut PIN irgendwie aber anscheinend nicht (4-6 deutschlandweite Zeitschriften im Abo bzw. als Vereinsmitglied). Die 19% Mehrwertsteuer sind Vereinszeitschriften vielleicht nicht egal, aber Springer wäre es egal, weil Umsatzsteuer für Unternehmen durchlaufende Posten sind. Wenn PIN wirklich günstig wäre, müsste Springer darüber vertreiben und PIN ist nicht so wenig, weil Zeitungen ziemlich weit verbreitet werden. Gibt zwar viele Bauernhöfe/Dünne Gegenden wo man die TagesZeitung per Post bekäme(soll heissen: Wo PIN nicht rumläuft), aber diese 1%-10 % Leser (geratene Zahlen) sollten die Kalkulation (PIN wo geht, Post sonst) nicht kaputtmachen bzw. wenn, würde mich die Kalkulation (Post-Preis-Staffel für Zeitschriften) interessieren. > Je weniger Verlage es gibt, desto höher die Margen für die übrig gebliebenen Konzerne. Und schliesslich werden die Journalisten auch wesentlich geschmeidiger, wenn sie nur noch zwischen einer Handvoll Arbeitgebern wechseln können. Wo eine Nachfrage ist, findet sich ein Angebot. Speziell wenn es zu viele Redakteure und zu viele Druckerei-Kapazitäten gibt. Teilweise geht es auch nur darum, anderen einen Teil vom Kuchen wegzunehmen, aber noch gibt es genug Verlagsgruppen und auch die ganzen 'kleinen' und Spezialthemen-Verlage mit 1-10 Zeitschriften (heise z.B.). Teilweise sind das Tochterunternehmen der Druckereien die damit die Auslastung verbessern. Siehe auch die vielen kostenlosen Zeitungen "Käseblättchen".
Re: Re: Re: Re: Mein Boo-Dilemma mit Springer und der Post (zeitungsleser)
Ich habe versucht, Deinen Kommentar zu verstehen:
PIN befindet sich ja gerade erst im Aufbau und die Übernahme durch Springer ist erst kürzlich erfolgt. Es kann also noch etwas dauern, bis Aufträge verlagert werden - so etwas geht in der Logistik nicht von heute auf morgen. Eine Subvention findet nicht statt, es rechnet sich ja auch für die Post, wenn sie durch die höhere Auslastung ihrer Postboten durch Abonnements auch in dünn besiedelten Gebieten rentabel bleibt. 50 % der deutschen Bevölkerung leben ausserhalb der Ballungsräume. Wenn es einmal eine Preisdifferenzierung aufgrund der unterschiedlichen Lieferkosten gäbe, würde das Land noch schneller veröden - das kann man ja wollen, aber dann sollte man es auch so sagen. Den Rest Deines Beitrages habe ich sprachlich nicht einordnen können.
Re: Mein Boo-Dilemma mit Springer und der Post (Siga)
Pin sind einerseits 7000 Mitarbeiter die einen auf Post machen.
PIN sind für mich aber auch die Zeitungszusteller der Tageszeitungsverlage. Die klappern frühmorgens die Häuser ab und könnten Post/Zeitschriften mitbringen. Der Briefträger kommt hier mittags/nachmittags. Hier in der Zeitung war ein Bericht sie würden der Pin-Group beitreten. Mitbekommen habe ich davon aber noch nichts. Eigentlich ist das Geschäfts-Modell (Zeitungszusteller liefern Briefe und Fremdzeitschriften) so einfach, das man schon viel früher darauf hätte kommen können. Der Link auf PIN enthält das Wort "Regionalverlage" und etwas von >90% Abdeckung. In manchen Gegenden haben bestimmte Zeitungen vermutlich hohe Marktanteile. Wenn man die nicht ins Boot holt, kann man die Gegend nicht vernünftig abdecken. Einschränkung: Wenn der Zusteller jedes Haus abklappert/an jedem Briefkasten vorbeiläuft, kann er seine Taschen besser mit Briefen füllen wenn er der kleineren Zeitung angehört. Aber Jerusalem-Post in Palästina oder Evangelen-Kurier im Vatikan dürften zu wenig Straßen/Häuser abklappern um für PIN-international in Frage zu kommen. (Das war nur ein fiktives Beispiel. Welche Zeitung wo in Deutschland dominiert weiss ich nicht). Für mich ist PIN somit ein Kollektiv/Gemeinschaft von Zeitungsausteller-Verlagen und weniger eine Post-Klon-Firma die mit ihren eigenen Mitarbeitern die Straßen abklappert. Daher ist der Vergleich mit der Post aus meiner Sicht teilweise unpassend, so wie Paypal eher keine Bank sondern (bisher nur) ein Zahlungsabwickler ist. Für den einen (micht, Techniker) ist es ein Haufen Nervbolde die Kontakte wollen, für den anderen (Schlippsträger) ist ist Zugriff auf Humanressourcen: OpenBC/Xing. Zurück zum Hauptthema: Mich wundert, das knauserige Verleger noch nicht Zeitschriften über PIN vertreiben und wüsste gerne die kalkulatorischen Gründe. Privatleute müssen 19% Umsatzsteuer für ihre PIN-Briefmarken bezahlen. Bei der Post gibt es keine 19% Umsatzsteuer auf Briefe. Die Umsatzsteuer und Ablehnung von Mindestlöhnen ist die mir bekannte häufigste Jammer-Bekundung von PIN und Co. Unternehmen hingegen ist die Umsatzsteuer egal, weil sie diese als Vorsteuer komplett! zurückbekommen. D.h. für gewerbliche Versender ist PIN und Post "gleich teuer"(präziser: Für Unternehmen ist es egal ob PIN 19% Umsatzsteuer nimmt) und müsste folglich krass gefragt sein. Für Privatleute ist PIN 19% teurer. Bei Porto handelt es sich um bei jedem Brief anfallende und somit häufige! variable Kosten. Da fliesst das Geld 'sofort' in günstigere Wege. Für Pakete ist Hermes etwas 'schäbiger' als die Post, aber da kriege ich für 3,90 Euro ein (angeblich wie auch immer) versichertes Paket. Bei der Post nur ein Päckchen. Also würde ich Hermes bevorzugen seit ich davon weiss. Und das tun viele z.B. bei Ebay, weil es den 'versichteren' Versand von 8 Euro auf 3,90 Euro absenkt und damit besser für Käufer und somit Kostenargument für Verkäufer ist. Klar kosten Umstellungen Aufwand usw. Aber man hat eh Auslandsabonnenten die eine Sonderbehandlung kriegen (Z.B. Neues Land "PIN-Deutschland" mit eigenen Konditionen in der Warenwirtschaft/IT-System und PLZ-Gebiete die PINifiziert sind, werden auf PIN-Deutschland umgestellt und die Exemplare nicht mehr bei der Post sondern bei PIN abgeliefert) und auf der ganz anderen Seite fahren viele Kleinverlage ihre kleine Auflage im Kombi zur Post und dann die andere Hälfte zu PIN. D.h. so langsam könnten Teile der Zeitschriften zu PIN herüberwandern. Und saubere Zeitschriften und Faber/WestLB-Lotto-Briefe sind angenehmer als versiffte Postkarten und Briefe mit Adresse in Sütterlinschrift mit Nachkriegspostleitzahl (ja, das war etwas übertrieben). Mit meiner vermuteten Subventionierung hattest Du Recht. Wenn man bei der Brief-Post fast alles als (monatliche/...) Fixkosten ansieht, sind alle Briefmarken/alle Zeitschriften Deckungsbeitrag. Also wird man (in bestimmten Grenzen bis der Briefkasten, Postsack, Auto, Flugzeug, LKW, Bahncontainer, Gittercontainer voll ist) mehr Aufträge annehmen, weil man dann mehr Geld übrig hat, und nicht nennenswert mehr Häuser abklappern muss. Bei Paketpost, wo man jedes Haus gezielt anfahren und sich die Unterschrift des Empfängers holen muss, kann man sich "Subventionierung"(Verkauf unter variablen Kosten) hingegen nicht leisten so das die Preise bei Paketen nicht beliebig niedrig werden. Das hatte ich so klar vorher nicht differenziert und falscherweise nennenswerte variable Kosten für Briefpost unterstellt. Die Beispiele waren konkret aber das ist mir lieber als abstrakt zu formulieren was in Diskussionen gerne böswillig missverstanden oder gar nicht verstanden wird (heise-Forum). Wenn PIN also z.B. keine Briefmarken hat, bitte im Kopf passend auf "Gutscheincodes die bei der Einlieferung abgerechnet werden" oder was halt gilt "umstellen". |
Mir nach!
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