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19:57 Freitag, 21. September 2007
Es geht dabei um die IBM-Tochter SerCon, die anscheinend zum Ausverkauf steht,
da von den ca. 750 Mitarbeitern am 01.10.07 130 Leute zu einer anderen IBM-Tochter, der IBM-Business Services (BS) wechseln sollen. Das ganze findet im Rahmen eines "Betriebsüberganges" statt und somit soll für die MA, die nicht mit dem neuen Arbeitsvertrag der BS einverstanden sind, §613a gelten. Die neuen Arbeitsverträge enthalten unter anderem Klauseln, die Zeit- und Leiharbeitsfirmen alle Ehre machen. So kann die IBM-BS den MA bei Bedarf, oder so es denn seiner Karriere förderlich ist, weltweit verschieben und nach Belieben stationieren. Betriebsräten zu Folge untergräbt dieser Vertrag die Mitbestimmung und IBM entzieht sich darüberhinaus der Verantwortung, ihre MA fortzubilden. Das bleibt den MA vorbehalten, die sich ihrerseits ebenfalls bereit erklären sollen, "das er/sie alle Anstrengungen unternimmt" um evtl. "Utilization-vorgaben" zu erfüllen. Eine genaue Definition von "Utilization" bleibt IBM-BS sowie auch die SerCon schuldig. Alle Stimmen, die ich bisher zu diesem "Angebot" der IBM-BS gehört habe, sind bis auf die der Geschäftsleitungen durchweg negativ. Das Dingen ist ein Knebelvertrag, der Mobbing durch die IBM-Manager Tür und Tor öffnet. Zur IBM-BS gibt es folgendes zu sagen: Diese IBM-Company ist eigentlich eine Art Auffanggesellschaft. Zum Beispiel wurden hier seinerzeit Deutsche Bank-Leute ausgelagert und leisten nun IT-Dienste für die Deutsche Bank bei IBM. Die Deutsche Bank MA haben beim Übergang Verträge erhalten, die ein Artenschutzabkommen für sie vorsah. Diese Regelung läuft 2008/2009 aus. Somit dürfte im nächsten Jahr einiges an Spass für die MA vorbereitet sein. Sicher wird der Konkurrenzkampf nicht ohne sein. Diesem Konkurrenzkampf dürfen sich dann auch die SerCon-Leute stellen und mit solchen Knebelverträgen hat die IBM alle Trümpfe in der Hand, die Leute zu erpressen, oder bei Bedarf rauszuschmeissen. Auch dürfte es sicher sein, dass für die MA, die mit dem $613 zu der neuen Firma wechseln schon die Änderungskündigungen in der Schublade liegen. IBM ist gerade dabei, sich neu aufzustellen. Martin Jetter, IBM-Deutschland-Manager hat vor nicht allzu langer Zeit bereits angekündigt, das sich Deutschland-MA mit IBM-MA in Billiglohnländern werden messen müssen. Dies drückt sich unter anderem dadurch aus, dass versucht wird, die Gehaltsstrukturen zu verändern und das nach Möglichkeit ohne Fremdeinwirkung. So steht der Gedanke im Raum, Teilzeitkräften in Deutschland nach dem Tarif zu bezahlen, der in anderen Ländern wie Tschechien usus ist. IBM verlagert im Allgemeinen recht viel in solche Länder und erwartet demnach einfach eine gewisse Flexibilität ihrer Galeerensklaven in Deutschland. Zu meiner Person sei gesagt, dass ich seit 2000 bei der SerCon beschäftigt bin. Ich habe in dieser Zeit einiges an Falschheiten und Betrugsversuchen der IBM-Töchter am eigenen Leibe erfahren können und auch wenn ich nicht wirklich mit den Strukturen der IBM bekannt bin, weil mich Bullshit-Bingo niemals interessiert hat, weiss ich doch, dass das, was hier abgeht nicht fair für die Mitarbeiter ist. Der einzige Gewinner ist die IBM selbst, die ihre Strukturen straffen möchte, sprich, Leute loswerden, oder ihnen die Verantwortung für's grosse Business auf's Auge drücken möchte. Ich sagte vollmundig "Ausverkauf der IBM-Tochter SerCon". Es ist derzeit ein unbestätigtes Gerücht, dass es bereits eine Liste von Leuten gibt, die zur SoftwareGroup der IBM wechseln sollen. Auch wenn das nicht bestätigt ist, kann ich es mir lebhaft vorstellen. Überhaupt gehen viele davon aus, dass die SerCon gerade zerschlagen wird, weil sie bereits mit dem ersten Schwung von 130 Leuten eine Haupteinnahmequelle abgegeben hat. (aus meiner Post) Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: Ausverkauf der IBM-Tochter SerCon (sampo)
Traurig, aber wahr. Das ist die moderne Art des Sklavenhandels, man preist den MAs das alles als beste Lösung an, dann tritt das Gegenteil ein.
Ein Freund von mir macht das auch gerade mit, nicht witzig!
Tja' "Die Guten ins Töpchen, ... (sempralon)
... die "schlechten" ins Kröpchen "
Wie war doch der alte Spruch ist ! Siemens hat den Coup geschafft, die Telekomm vollzieht ihn gerade ... gaaanz behutsam, damit es keiner soooooo schnell mitbekommt, aber als ehemalige Behörde nimmt man sich die Zeit ! Aber das beste daran ist, man konzentriert die "Gute" Belegschaft (die nicht in Verdi organisiert ist) und schafft damit mehr Möglichkeiten aus der Konzentration der Kernprozesse den Profit zu machen, den die Aktionäre haben möchten ... man muss gerade zwei Herren bedienen, die Aktionäre die die Kredite investiert haben und die Banken, die sie an die Aktionäre ausgegeben haben, damit diese sich die Aktien haben kaufen dürfen ... that's it ! Aber hey, es gibt da doch bestimmt einen Sozialplan, den der Steuerzahler bezahlen darf und nicht IBM ...
Plattmache Schweinfurt und Hannover IBB (IBM-BS) (brodni)
Vor 2 Jahren wurden die IBM BS Standorte Schweinfurt und Hannover plattgemacht und ins Ausland verlagert. Der damalige GF der IBM BS, Hr. Nagel, der nun auf IBM Seite im Bundeswehr Tiger als Geschäftsführer, seine Schäfchen ins Trockene gebracht hat, sagte damals: Die Ungarn kosten 1/5 und die Tschechen und Indier sind noch billiger. Vor diesem Hintergrund geht es nicht darum Kosten zu reduzieren, sondern Leute abzubauen.
Anfang März sagte er noch wie gut Schweinfurt doch arbeiten würde und man brauche sich keine Sorgen um den Arbeitsplatz zu machen, eine Woche später sagte er an gleicher Stelle in Begleitung seiner Bodyguards, daß man Schweinfurt und Hannover dichtmachen werde. In Frankfurt sagte er, daß mit den Standortschließungen die auch Frankfurter Arbeitsplätze gesichert werden. Obwohl innerhalb der IBM genügend Stellen frei waren, gab es keine Möglichkeit eine dieser Stellen zu erhalten. Man wollte uns nur loshaben ! Das hat man uns auch so gesagt. Erst sagte man wir dürfen uns nicht bewerben, auf Druck des Betriebsrates durfte man sich dann doch bewerben, eingestellt wurde meines Wissens kein einziger, obwohl viele Profile gepasst haben, oder man die Mitarbeiter hätte einarbeiten können. Man hat uns in dieser Zeit mies behandelt, danach wurden sehr viele wieder als Freelancer eingekauft um die Kundensysteme am Laufen zu halten. Liebe Serconesen, wünsche Euch viel Glück, am besten Ihr macht Euch gleich aus dem Staub, handelt eine Abfindung raus und sucht Euch eine andere Firma. Auf der anderen Seite ist es genau das was IBM will, möglichst noch mehr Arbeit aus Niedriglohnländern erbringenlassen. IBM hat dort und baut ständig immense Kapazitäten auf, bzw. hat auch schon wieder zugekauft. IBM intern gibt es ja eh sp Strömungen die Meinung, die Mannschaft muß alle 7-10 Jahre durchgetauscht sein, oder so ähnlich. Was ich nicht verstehe, daß diese IBM sich in der Öffentlichkeit traut, den IT-Fachkräftemangel zu beklagen.
Re: Ausverkauf der IBM-Tochter SerCon (heul_nicht)
Wenn das ein Insider schreibt - dann ist er/sie zumindest auf einem Auge blind, verbindet Gerüchte und stille Post mit Fakten zu Aussagen, die so definitiv nicht stimmen. Aber es ist immer leichter verdeckt zu meckern und argumentieren als sich offen zu äußern. Sicher läuft da nicht alles wie es sein sollte/könnte, aber deswegen von Mobbing, Knebelverträgen und Ausverkauf zu sprechen ist Blödsinn. Vielleicht sollte man die Mitarbeiter/innen der aufnehmenden Gesellschaft mal fragen, warum sie noch da sind und wie sehr sie sich ausgebeutet fühlen. Wie immer wird es so sein, dass die Masse zufrieden ist, die wenigen Unzufriedenen als Brandstifter unterwegs sind.
Re: Re: Ausverkauf der IBM-Tochter SerCon (lanu)
was stimmt denn? und woher weißt du das?
Re: Re: Ausverkauf der IBM-Tochter SerCon (brodni)
Du schriebst:
Vielleicht sollte man die Mitarbeiter/innen der aufnehmenden Gesellschaft mal fragen, warum sie noch da sind und wie sehr sie sich ausgebeutet fühlen. Wie immer wird es so sein, dass die Masse zufrieden ist, die wenigen Unzufriedenen als Brandstifter unterwegs sind OK, hier die Antwort warum noch Mitarbeiter da sind: Ich war bis vor 2 Jahren bei IBM BS Schweinfurt, und ich habe viele Bekannte, die noch bei IBM BS sind. Hier einige Fakten: 1. Grundsätzlcih verfolgt IBM eine radikale Globalisierungsstrategie. Es werden Leistungen dort erbracht und eingekauft, wo sie am billigsten erbracht werden können. Erst in diesem Jahr wurden wieder enorme Offshore Kapazitäten aufgebaut/gebucht. 2. Innerhalb der IBM BS gibt es genaue Vorgaben wieviel % der Belegschaft pro Jahr zu reduzieren sind. 3. Die noch da sind, arbeiten an einem Standort, der durch $ 613 a geschützt ist. Frankfurt hier wurden die ehemaligen Deutschbänker und ABBler integriert. Die Deutschbänker hatten 5 Jahre Bestandsschutz, müßte in 2009 auslaufen, Auch an den Standorten Hamburg waren Deutschbänker. Ehningen ist der Hauptstandort, an diesem Standort sind auch die IBM Manager Deutschland zugeordnet, und die Manager werden sich nicht um Ihren eigenen Job bringen. Schweinfurt und Hannover hatten keinen Bestandsschutz mehr, also waren Sie dran. DVO Oberhausen wurde bereits vor 4 Jahre liquidiert. Auch 10 Schweinfurter, die eigentlich entsorgt werden sollten, wurden von IBM wieder eingestellt. Es handelte sich dabei aber durchweg nicht um IT-Fachleute, sondern um Managing und Kümmerer-funktionen. 4. Viele sind mittlerweile auch freiwillig gegangen 5. Tja und der Rest ist halt noch da, weil man hofft irgendwie durchzukommen, weil man noch einen guten alten Vertrag hat, weil man sich loyal zur Firma fühlt (Auch das gibt es), weil man sich seinem Kunden verpflichtet fühlt,... Wie gesagt, ich spreche mit vielen - sie fühlen sich mittlerweile ausgebeutet und verarscht. Hier nun Mutmaßung aufgrund der Tatsache, daß IBM intern die Schweinfurt Verlagerung mittlerweile als kontraproduktiv angesehen wird. Allerdings hat die IBM durch die Standortverlagerung Schweinfurt und Hannover gelernt, man hat dort viel Kompetenz zerschlagen und wäre froh wenn Sie das noch hätte. Vermutlich wird man bei Sercon nicht mehr mit dem Holzhammer vorgehen. Man wird sich die besten Köpfe rauspicken (Vielleicht die 130) und dann den Rest Sercon abwickeln. Und diese IBM beklagt den IT-FAchkräftemangel
Re: Re: Ausverkauf der IBM-Tochter SerCon (alexgo)
Was du schreibst, ist reichlich euphemistisch. Das mit dem Mobbing -eigentlich Bossing- ist doch gar nicht so lange her, als dass ein SerConianer sich daran nicht mehr erinnert. Sichtworte: Suhrmann, Müller, Riepe, offenkundig bestochene Betriebsräte... Das kann man gar nicht vergessen.
Etwas Schlimmeres ist mir in meinem Leben noch nicht begegnet, und ich habe es allen Ernstes mit knapper Not überlebt. Es ist auch nicht verborgen geblieben, dass nicht alle Kollegen das unbeschadet überstanden haben, dauerhaft erkrankten, plötzlich vom Stuhl sackten und in der Psychiatrie landeten. DAS brennt sich nun einmal in das Gedächtnis ein als Bild von einem Unternehmen, das einst zu den besten Arbeitgebern der Welt gezählt wurde. Und zur dunkelblauen IBM hat auch ein SerConianer gute Kontakte und weiß, dass es dort stellenweise nicht anders zugeht. Die vorgebliche Intranet-Hilfeseite zum Thema Mobbing dient vielen Managern als Anleitung, so genau halten sie sich an Beschreibung, Abfolge und Timing, wie es dort zu lesen ist. Ein Psychologe, der in letzter Zeit zahlreiche Patienten aus dem IBM-Konzern betreut, riet sogar zur Vorsicht den Betriebsärzten gegenüber, da Informationen, die nur diese haben dürften, dem Management bekannt wurden. Vor diesem Hintergrund sucht man natürlich die neuen Vertragsangebote nach Klauseln ab, die solches Bossing ermöglichen bzw. begünstigen. Und da haben die Vorredner durchaus recht, wenn sie zahlreiche Vereinbarungsvorschläge identifizieren, die dazu passen wie die Faust aufs Auge. Deswegen kann man auch nicht wie Stoiber von wenigen Frustrierten reden, die die vielen hochzufriedenen Kollegen mit Brandreden herunterziehen -im Gegenteil. Nebenbei kenne ich keinen einzigen Kollegen, der wirklich zufrieden wäre. Bestenfalls reden sich Einige mit Gewalt irgendwelche Chancen daher, verdrängen ihr mittlerweile deutlich unterdurchschnittliches Gehalt, das mit dem Übergang durch geschickt formulierte Klauseln und viel Blabla verschleiert nochmals signifikant gesenkt wird, und klammern sich an das Einzige, was in der SerCon noch Freude bereitet: die Arbeit mit und beim Kunden, weit weg vom eigenen Arbeitgeber. Dabei betrifft dies keineswegs etwa faule Eier, wie sie angeblich jeder Betrieb haben soll, sondern durchaus auch echte Koryphäen, Umsatzbringer und Technologieträger. Aber die gehen als erstes, und ich bin wohl auch bald weg. Den weiteren Abstieg in die Drittklassigkeit, wie dereinst ein Kunde beklagte, mag ich jedenfalls nicht mitmachen, und schon gar nicht mit einem Vertragspartner, der an jeder Ecke versucht, mich über den Tisch zu ziehen. Bei aller Loyalität: irgendwann ist Schluss mit Lustig.
Um die Öffentlichkeit ... (sempralon)
... zu beruhigen ... um mit der nackten Existenzangst (nach einem Jahr Hartz IV) der Belegschaft noch mehr Profit zu machen, als es mit einer Entlassung möglich wäre !
Noch Fragen, Anregungen oder Widerlegung meiner hier dargestellten Behauptung ? Junge Dame, Sie haben nichts begriffen ...
@ heul_nicht (sempralon)
Ich habe die Kommentare der anderen erst jetzt gelesen ... nur so als Hinweis, für das kluge Köpfchen ;-)
P.s.: Meine Schreibfehler rühren noch aus der vorschulischen Zeit her ... und wer diese findet (Schreibfehler), darf sie behalten *grins* |
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