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07:28 Freitag, 10. August 2007
Es steht nicht gut um den treuen BooCompany-Patienten Airnergy. Da gehen Prozesse verloren. Da werden Aufsichtsbehörden trotz bester politischer Kontakte der Airnergy-Führung aktiv. Da droht das endgültige Aus durch ein Verwaltungsgerichtsurteil. Die Losung ist klar: Die Kuh wird gemolken, bis sie tot umfällt. Dabei fing alles so gut an.
Die Millionen-Provinzposse in Hennef dreht sich um eine lustige kleine Blechkiste, die für 5800.- Euro an Patienten, Wellness-Freaks und Arztpraxen verkauft wird. Singulett-Sauerstoff soll das Wirkungsprinzip sein. Singulett-Sauerstoff gibt es tatsächlich, dieser wäre ausgesprochen reaktiv und damit ziemlich ungesund. Deshalb sei hier zur Beruhigung aller Airnergy-Nutzer angemerkt, dass am Ende des Plastikschlauches ganz sicher kein anderer Sauerstoff rauskommt, als der, der auf der anderen Seite eingesaugt worden ist. 5800.- Euro, könnte da einer sagen, das ist ein Haufen Geld. Wer soviel nicht übrig hat, der verfügt aber vielleicht über ein wenig bastlerisches Geschick. Der könnte sich dann natürlich auch ein verblüffend ähnliches Gerät aus Teilen mit einem Gesamtpreis von rund 20 Euro zusammenstellen. Eine geeignete Luftpumpe und die Schläuche bekommt man im Aquaristikhandel für 4 Euro. Eine Handvoll blauer Leuchtdioden braucht man noch, die man spektakulär unter dem wassergefüllten Glaskolben (rund 2 Euro) arrangiert, die gibt es bei Conrad für 35 Cent das Stück. Grüne oder rote LEDs tun es natürlich auch. Die sehen allerdings im Halbdunkel bei weitem nicht so stylisch aus. Ein aerodynamisches Gehäuse kostet rund 10 Euro. So ungefähr sollte es jedenfalls aussehen, wenn es fertig ist. Die Geschätsidee von Airnergy ist aus dieser Perspektive betrachtet ohne Frage überzeugend, sofortiger Reichtum scheint garantiert. Nun liegt Hennef zwar im Westen, jedoch nicht im Wilden Westen. Deshalb gibt es ein paar Gesetze, die einer Realisierung der Idee zunächst im Wege zu stehen scheinen. Neben dem Strafgesetzbuch sind das z.B. solche Wortungetüme wie das "Medizinproduktegesetz" oder das "Heilmittelwerbegesetz". Und deshalb ist die brilliante Idee nur mit ein paar Freunden in Politik, Medien und Verbänden umsetzbar. Wenn man also einen Norbert Blüm und einen Rudolf Dreßler als Werbepartner und Unterstützer gewinnen kann, vielleicht noch einen MDR-Fernseharzt Dr. Thomas Höhn und den österreichischen Mr. Gesundheit "Professor" Hademar Bankhofer, gerne auch noch einen umtriebigen und in Geldfragen gewieften Ärzteverbandsfunktionär namens Dr. Wolfgang Grebe. Es kann keinesfalls schaden, wenn man sich durch Sponsoring noch die Gunst eines Nachrichtenkanals wie n-tv und des einen oder anderen Sportverbands sichert. Wenn es dann einmal läuft, dann reicht es nicht nur für einen Airnergy-Aufkleber auf dem Rennauto eines Freenet-Vorstands, sondern dann steigt man schnell zu einem der Hauptsponsoren der deutschen Motorsportszene auf. Doch von nun an ging's bergab. Mehr dazu in der nächsten Folge. (Teil 2) (Teil 3) Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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