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12:48 Dienstag, 24. Juli 2007
'Hacken wir uns noch einen Finger ab und verkaufen ihn an die Geier, dann haben wir eine Weile Ruhe' - nach dieser Methode scheint der Riesenkonzern Siemens seinen Wert halten zu wollen. Kostet der denkmalgerechte Unterhalt der Firmenzentrale am Wittelsbacherplatz wirklich so viel?
Erst wurde die Chip-Sparte als 'Infineon' an die Börse gebracht, also scheibchenweise verkauft, um dann mit dem Ende des Neuen Marktes einen spektakulären Wertverlust hinzulegen. Dann wurde die Handy-Sparte komplett an BenQ aus Taiwan vertickt, die sie innerhalb eines Jahres mit Totalschaden an die Wand gefahren haben. Jetzt ist die Autozulieferersparte dran, wie neulich schon die Siemensianer in der S-Bahn spekuliert haben.* Noch weiß man nicht, ob man es wie bei Infineon macht, oder direkt an die Konkurrenz von Conti verkauft, oder gar amerikanische Konkurrenz ranläßt, die einem Finanzinvestor gehört. Conti wiederum grault sich entsetzlich vor dem Heuschreck** und befürchtet, wenn diese Leute Siemens-VDO fressen, dann greifen sie sich als nächstes Conti und zerschlagen es. Conti macht's wie alle in Bezug auf Arbeitsplatzvernichtung, Auslandsfertigung etc., spuckt aber große Töne wegen Sicherung deutscher Arbeitsplätze. Natürlich würde ein Verkauf an den Heuschreck zu einer noch größeren Verunsicherung derselben führen als der an Conti, aber gute Nachrichten für die Angestellten sind es auf keinen Fall. Schließlich kann niemand glaubwürdig eine Firma übernehmen, ohne erstmal 'Kosteneinsparungen' und 'Effektivitätssteigerungen' anzukündigen. 'Wir stellen noch 1000 Leute ein bauen etwas ganz Tolles, mindestens so revolutionär wie seinerzeit ABS' - geht nicht. Geht gar nicht. Lockt keinen Hund hinterm Ofen hervor. Sorry.- * Ich bin viel zu zurückhaltend mit meinen S-Bahn-Insidern, habe ich manchmal den Verdacht. ** Die sollten sich erst mal die Bilder von meinem Heuschreck letzte Woche angucken, dann können sie vielleicht das Gruseln anfangen! Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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