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13:34 Mittwoch, 11. Juli 2007
"Zurzeit liegen keine Störungen vor. Wir wünschen Ihnen eine gute Fahrt mit der S-Bahn München." Dies erklärt die Homepage der S-Bahn-München im Brustton der Überzeugung schon den ganzen Vormittag. Und tatsächlich, der Streik der Lokführer wurde ja auch per Gerichtsbeschluß beendet. Daher sollte natürlich alles planmäßig laufen. Oder?
Natürlich wird nicht mehr gestreikt, wo käme man da hin - man muß sich ja an die Gesetze halten und die Vorschriften befolgen. Wilde Streiks sind schließlich ein Grund zu gar fürchterlicher Eskalation. Also macht man Dienst nach Vorschrift, und das war's. Dazu muß man wissen, daß 'Dienst nach Vorschrift' das Gegenstück der Beamten zum Streik ist. Wenn man nur genau das macht, was der Buchstabe der Vorschrift festsetzt, und auch nicht einen einzigen Schritt vom festgesetzen Beamtenweg abweicht, um dem Geist der Aufgabe Genüge zu tun, dann knirscht das System bald gar fürchterlich. Das ist überall so, wo Beamte arbeiten, bei der Bahn aber ganz besonders. Wenn jeder nur ein bißchen vorsichtiger in die Station einfährt, ein bißchen länger stehen bleibt (alles im Rahmen der Vorschrift, natürlich, die Standzeiten festlegt), wenn man die alte Vorschrift beachtet, daß in die Station des Kaffs, in dem die Bezirksirrenanstalt angesiedelt ist, mit besonderer Vorsicht einzufahren ist, wenn man sich daran hält, daß während der Fahrt nicht telefoniert werden darf und man deshalb ein, zwei Minuten länger in der Station stehen bleibt, um in aller Ruhe am Handy zu schwatzen - dann hat man bald ein real existierendes Chaos mit 10 bis 15 Minuten Verspätung auf jeder Linie. Und die Betreiberfirma sagt kein Wort dazu, denn es wird ja nicht mehr gestreikt, es gibt auch kein technisches Problem - also gibt es auch keine Verspätungen. Alles ist in bester Ordnung. Alles normal. Weitergehen, es gibt nichts zu sehen. Business as usual, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.- Quelle: http://www.s-bahn-muenchen.de/
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