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12:01 Donnerstag, 28. Juni 2007
Normalerweise kenne ich die IZB-Informatik als Protagonist der endlosen Saga vom immer größeren Fisch, den ich schon seit vier Jahren auf dem Kieker habe, aber diesmal hat der (beinahe schon) siegreiche Riesenfisch sich selbst ein Ei gelegt: das Rechenzentrum machte am gestrigen Mittwoch freudig 'Bye-bye', und für mehrere Stunden ging bei fast allen bayerischen Sparkassen gar nichts mehr.
Das passiert, wenn sich solche Firmen immer mehr IT-Abteilungen einverleiben, bis am Ende des Prozesses nur noch ein einziges Riesenrechenzentrum übrig ist, an dem alle Sparkassen dranhängen. Ein Hardwarefehler sei es gewesen, sagt die IZB-Informatik; aber der Grund ist eh schon wurscht. Bemerkenswert ist bei der ganzen Geschichte, daß das zersplitterte Duodezsystem, das ich in meinem ersten Artikel zu dem Thema Sparkassen-IT vor vier Jahren gründlich dargestellt habe, einen ganz entscheidenden Vorteil bot: verteiltes Computing! Doch während die Sparkassen selber noch alle souverän sind, und jede Kreissparkasse Hinterunterpfaffenhofen oder Vorderdeichum-Ausbau jeweils freudig ihr eigenes Süppchen kocht (mit Direktor!), gewissermaßen als einstmals öffentlich-rechtliches Franchise-Unternehmen, haben zwei Firmen, die IZB-Informatik (Zusammenschluß von IZB-Soft, München, und Sparkassen-Informatik, Frankfurt) im Süden, und die Finanz-IT im Norden und in Neufünfland, inzwischen so erfolgreich Star Wars Episode I. gespielt, daß dem Duodezgetümmel jetzt im Grunde nur zwei Monolithen zur Verfügung stehen, denen es die IT komplett vertrauensvoll in den Rachen werfen kann, außer, man hält aus historischen Gründen an eigener Infrastruktur fest, was laut Heise-Bericht nur München und Erlangen tun.* Damit war die bayerische Abteilung (ehemals IZB-Soft) des Südfischs gestern für ein paar Stunden weg von Fenster. Der ehemalige Studiengenosse, der bei einer dieser Duodezsparkassen untergekommen ist, behauptete neulich noch vollmundig, der Südfisch sei viel größer und stärker als der Nordfisch - klar, die machen auch seine IT. Aber nach diesem schönen Patzer gestern fragt sich die Finanz-IT ja vielleicht doch, ob sie nicht doch die schärferen Zähne hat und einen Angriff wagen könnte? Es bleibt spannend - die Saga geht weiter! *Dislcaimer: Der untote Altägypter hat bereits öffentlich zugegeben, Sparkassen-Kunde zu sein. Er ist dies aber in München, das aus historischen Gründen ein eigenes Rechenzentrum und eine eigene IT-Infrastruktur hat. Das war früher manchmal schlecht - eine mir bekannte Sphinx bekam einstmals nur bei der Münchener Kreissparkasse Geld auf ihre Sparkassenkarte aus dem Rhein-Main-Gebiet, weil die am allgemeinen bayerischen Sparkassennetz hing, währen die Stadtsparkasse ihr eigenes Ding macht, und der Gateway öfter herunter als funktionable war. Gestern war das aber gut. Nicht, daß es gestört hätte - der untote Altägypter hat nur Abendessen für sich und seinen Kater eingekauft, und dabei bar bezahlt. Wäre die Münchner Stadtparkasse auch asgestürzt gewesen, hätte es ihm persönlich egal sein können.- * Außerdem gebe ich zu, daß das da da wohl der längste Satz war, den ich jemals bei Boocompany geschrieben habe. Er findet aber überall Anschluß und bedarf keiner hingerotzten drei Pünktchen zwischendrin, die die stringente Argumentation in eine Wolke von nebulösen Behauptungen verwandeln würden. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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