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SixApart SixApart - Content Generating Users gedankenlos dem IPO geopfert
INSIDER SixApart von sethos

13:50 Samstag, 02. Juni 2007

Während Blogockel und Bloginen die deutschsprachige Blogosphäre erhitzen, war in der englischsprachigen Welt eine ganz andere Substanz am Dampfen: LiveJournal, mit 13 Millionen Accounts* einer der polulärsten Bloghoster der Welt, hatte 500 Accounts und Communities temporär gelöscht, weil sie auf ihren Interessenlisten auf Dinge verwiesen, die irgendwie vage mit Pädophilie in Verbindung gebracht werden konnten. Doch dann entschuldigte sich Barak Berkowitz, der Oberboss von SixApart, den Besitzern von LiveJournal, umfassend bei den Usern, und das Problem schien schon ausgestanden.

Für mich hieß das - 'rin in den Boo, raus aus dem Boo. Am Abend, während das ganze Unheil noch frisch dampfte, wollte ich noch nichts sagen - die sollten erst mal Abstand gewinnen, und wenn dann die Presse drüber schrieb, wäre es ein interessanter Boo. Lauter aufgeregte Fangirls sind keine gute Quelle.

Am Morgen gab es Presseberichte, aber Barak** Berkowitz hatte sich schon derartig umfassend entschuldigt, es langte nur für einen Eintrag auf meinem eigenen Blog, mit den gesammelte Links, auf daß das Ereignis doch auch am Rande bis in den deutschsprachigen Online-Raum dringen möge.

Jetzt ist der untote Boo doch noch als Insider wiedererstanden - denn es stellt sich heraus, daß die ursprüngliche, panikartige Reaktion bei Six-Apart, der außer einer winzigen Handvoll echter Pädos und einigen Blogs und Communities ehemaliger Mißbrauchsopfer vor allen Dingen verschiedene Formen von Fan Fiction zum Opfer fielen, damit begründet war, daß SixApart an die Börse und jede Form von schlechter Publicity vermeiden will. Und keine Publicity kann schlechter sein, zumal in den USA, als diejenige, die das Wort 'Pädophil' enthält.

Aus Angst um den Börsengang hat SixApart seine Angestellten darauf angesetzt, sofort LiveJournal zu säubern, bevor dort auch Dinge passieren wie bei MySpace. Nur benutzten sie eine schwarze Liste, die das LiveJournal Abuse Team von einer spinnerten Neonazi-Gruppe*** bereits im April bekommen und damals berechtigterweise als Schwachsinn zurückgewiesen hatte.

Damit hatten sie aber einen bislang beispiellosen Aufstand der Content Generating Users am Hals. Man ist ja allgemein bereit, Bannerwerbung zu dulden und sogar den einen oder anderen bezahlten Account zu führen, weil LiveJournal das, was es tut, gut macht. Für einen guten Service bezahlt man gerne, so oder so. Aber jeder ist sich bewußt, daß es der eigene Content ist, der bei LJ für Aufmerksamkeit und damit Geld sorgt.

Genau wie bei dem Fanlib-Debakel ein bißchen früher lassen sich solche Subkulturen, die schon seit mindestens zehn bis zwölf Jahren online unterwegs sind, nicht so leicht über den Tisch ziehen und zu AALen machen wie der gemeine Student. Nein, die sagen sehr bald, 'Moment mal - was ist hier los? Wem nützt das?' und schauen weiter nach, wie es die unten verlinkte Insiderin jetzt getan hat.

Und dann kommt schließlich heraus, worum es eigentlich ging - Börsengang. Ganz banal. Nicht mal die Anzeigenkunden, nur die Gier der Besitzer, beim Börsengang möglichst viel zu kassieren. Nur - ohne Content Generating Users ist das Ding leider innerhalb kürzester Zeit mausetot, deshalb ruderte man zurück und hängt jetzt unglücklich zwischen den Stühlen, gezwungen, es AALen, Investoren und Anzeigenkunden recht zu machen.

Mal sehen, wozu das noch führt.

*Nicht notwendigerweise User - ich alleine dürfte auf 20 bis 25 Accounts kommen, und bin bei weitem nicht der einzige, der sich so vermehrt hat.
**Was ist das nur für ein Name?? Barack Obama. Barak Berkowitz. Wie kommen die Ammis nur darauf, ihren Söhnen so merkwürdige Vornamen zu geben?
***Siehe Anmerkung unten bei dem unten verlinkten Blog-Eintrag. Hier wird niemand gedankenlos als Nazi bezeichnet; die 'Hate Group', deren Liste LJ abarbeitete, hat auf ihrer Webseite überall die Flagge der Südstaaten aus dem Bürgerkrieg, die in den USA von den 'White Supremacists' geführt wird.





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