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08:47 Mittwoch, 30. Mai 2007
[Choralmodus]
Der Herr in seiner unendlichen Weisheit hat es eingerichtet, dass die, die nichts zu beißen haben, doch wenigstens ins Gras beißen Könnneeeen![/Choralmodus] Die Herren im Aufsichtrat finden im Grunde das Geld viel zu schad für die, die gar nichts vom Geld verstehn, weil sie eh den ganzen Tag arbeiten gehn. Also muss etwas geschehn. Und es geschieht ja auch: Die an entlassene BenQ-Ex-Mitarbeiter ausgezahlten Gratifikationen, Prämien und Zusatzabfindungen sollen von diesen nun zurückgezahlt werden, weil sie die verbleibende Masse schmälern, bzw. aus ihr entnommen werden. Denn es ist ja nur unrecht und billig, wenn nicht die Lenker an der Spitze, sondern die Mitarbeiter für eine verfehlte Konzernpolitik bluten müssen. Schließlich ist so jemand nur ein Stück Mitarbeiter und kein Leistungsträger der Gesellschaft. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Nicht ganz so schwarz und weiß [plus Frage an Lady Elise] (sethos)
http://www.heise.de/newsticker/meldung/90300
Ich weiß nicht, Che. Ich habe das gestern schon bei Heise gesehen. Ich habe dann nichts gesagt, weil mir das etwas eigenartig vorkam. Die Zahlen machten mich stutzig. Es sind 1300 Mitarbeiter entlassen worden, aber nur 170 bestrifft diese Gratifikationsgeschichte. Wieviel Prozent sind das, etwa 11%? 12%? Diese 170 Mitarbeiter haben ganz kurz vor der Pleite im September zusammen 5,2 Millionen bekommen. Das sind durchschnittlich 30 K € pro Nase - 3 Monatsgehälter für mittleres Management? Jedenfalls kein Peanuts-Bonus für den braven Fleißbandmitarbeiter. Ich sehe eher, daß da irgendwelche Obere den letzten Rest an liquider Masse unter sich und ihre unmittelbaren Gefolgsleute verteilt haben könnten. So nach dem Motto, spendieren wir uns nen Bonus, ab dem nächsten Monat gibt's vielleicht nichts mehr, und die Weihnachtsgeschenke für Frau und Kinder sollen doch dieses Jahr nicht kleiner ausfallen. Weiß vielleicht die Lady Elise irgendwas da drüber?
Re: Nicht ganz so schwarz und weiß [plus Frage an Lady Elise] (A_Friend)
Kann ich nur beipflichten. Auch für mich klingt das eher so, als hätte sich das Mängelment im letzten Moment noch mal einen kräftigen "Schluck aus der Pulle" genehmigt, während andere Mitarbeiter leer ausgingen, obwohl Abfindungen vereinbart waren. Sollte das der Wahrheit entsprechen, müsste der BOO in die andere Richtung losgehen.
Re: Re: Nicht ganz so schwarz und weiß [plus Frage an Lady Elise] (che2001)
Das kann durchaus sein, danke für diese Überlegung! Es wäre dann ein Bubenstück erster Kajüte.
Re: Re: Re: Nicht ganz so schwarz und weiß [plus Frage an Lady Elise] (sirturbo)
Schau Dir einfach mal die Zahlen in der SZ an: http://www.sueddeutsche.de/,tt3m2/wirtschaft/artikel/114/115998/
Wenn Vertriebler 65k€ an Prämie bekommen - erzähl mir man keiner, daß das Fußvolk war... "Bei den anderen 140 Betroffenen fallen die Beträge zwar teilweise noch höher aus, doch es treffe in der Regel gut verdienende ehemalige Führungskräfte, heißt es bei der Insolvenzverwaltung." ist ja nu auch recht deutlich...
Rückforderung astrein (porschekiller)
Der WDR hatte auch schon drüber berichtet, daß die meisten "Sklaven" bei BenQ diese Rückforderung für richtig halten, da sie nur ein paar Großkopferte aus Management und Vertrieb betreffen; es ging um leistungsbezogene Bonuszahlungen und "Bleibeprämien". Diese verstossen gegen das Insolvenzrecht, weil sie so kurzfristig vor der Pleiteankündigung ausbezahlt wurden, daß das Management da von der drohenden Insolvenz gewusst haben musste. Die Mitarbeiter hätten die Prämien nicht annehmen dürfen, da sie den Grundsatz der Gläubigergleichheit verletzen.
Hier: http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/wirtschaftsbranche/benq/070529.jhtml?rubrikenstyle=wirtschaft
Re: BenQ-Insolvenzopfer sollen zahlen - Die Wahrheit (betroffener)
Liebe Leute,
so einfach wie es hier aussieht ist die Situation leider nicht. Das mit den Bleibeprämien mag vielleicht stimmen, aber die sollen nur an eine handvoll Leute aus dem oberen Management gegangen sein. Bei mir und den fast 3000 übrigen ex-Mitarbeitern ist davon jedoch nichts angekommen. Und trotzdem habe ich diese Woche vom Involvenzverwalter Prager einen Brief erhalten in dem ich aufgefordert werde die "Sonderzahlung" vom September zurückzuzahlen. Bei mir sind es ca. 1000 EUR die ich quartalsweise bekommen habe. Siemens hat mir das auf mein Tarifgehalt (!) draufgelegt als ich vor ein paar Jahren angefangen habe. Und so wie mir sieht es auch bei vielen meiner Kollegen aus. Die Insolvenzverwaltung holt hier das letzte aus den ehemaligen Mitarbeitern heraus indem sie Teile des Lohns zurückfordert. Gleichzeitig bestreitet sie sämtliche Forderungen der Mitarbeiter aus Alterssicherung. Irgendwie müssen ja für Herrn Prager und Co. ja die 9 Millionen (!) herkommen die er sich für die Abwicklung gönnt... So, jetzt könnt Ihr entscheiden an wen das BOO gehen soll.
Re: Re: BenQ-Insolvenzopfer sollen zahlen - Die Wahrheit (betroffener)
Nicht dass Ihr mich falsch versteht, es ist sicher alles rechtens, aber ist das gerecht?
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