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ARD/ZDF ARD/ZDF-Onlinestudie 2007: Same procedure as every year
INSIDER ARD/ZDF von derdodepapagei

08:36 Freitag, 11. Mai 2007

Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Da geben sich einige Leute bei ARD und ZDF wirklich Mühe, harte Zahlen zur Onlinenutzung der Deutschen zu ermitteln. Und dann wird daraus eine Jubel-Pressemeldung gemacht, die wenig bis nichts mit den ermittelten Zahlen zu tun hat.

Der Anteil der DSL- und Breitbandzugänge bei den Online-Nutzern stieg laut Studie zwischen 2003 und 2007 von 24 auf 59%. In diesem Zeitraum stieg der Anteil der Nutzer von Videodateien oder TV-Livestreamings von brutto 12 auf 16%. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Nutzer von Audiodateien oder Radio-Livestreamings von brutto 24 auf 25%.

Dazu heißt es treffend in der ARD-Pressemeldung: "Die zunehmende Nutzung von multimedialen Anwendungen hängt eng mit der Verbindungstechnik zusammen."

Die Jubelarie von HR-Intendant Helmut Reitze verdeckt ein weiteres Problem:

"Die Ergebnisse der Studie bestätigen mich in unserer Strategie, das reichhaltige Angebot der ARD aus den traditionellen Medien 'Das Erste', den dritten Fernsehprogrammen und den Hörfunk-Wellen auch soweit wie möglich auf allen neuen technischen Verbreitungswegen zugänglich zu machen."

Die Ergebnisse der Studie, soweit sie den gebührenpflichtigen Teil bei Audio und Video - das Livestreaming betreffen - bestätigen jedoch gar nichts:

Der Anteil der Web-TV-Nutzer von 2% hat sich seit 2003 nicht mehr erhöht. Radio-Livestreaming kann innerhalb von vier Jahren immerhin einen "Sprung" von 7 auf 11% der Onlinenutzer verzeichnen, stagnierte jedoch schon 2007 im Vergleich zum Vorjahr.

Doch auch diese niedrigen Zahlen stehen nur für das Minimum einer mindestens einmaligen Nutzung pro Woche. Vergleiche mit der täglichen TV- und Radionutzung würden sie vollends ins Reich der atomisierten Größen entführen.

Das heißt: Die ganzen Bemühungen der Gebührenanstalten seit 1997, das Internet als Vertriebsweg für Radio und Fernsehen zu verkaufen, der Versuch, Nachfrage durch Überangebot an öffentlich-rechtlichen Sendern im Netz zu erzeugen, das ganze Gequatsche vom Zusammenwachsen der Medien, all das findet nur in den Presse-Erklärungen der Intendanten statt. Die nackten Zahlen sprechen eine nackte Wahrheit aus: Internet und Rundfunk passen nicht zusammen.

Und was meint laut dpa der Herr ZDF-Intendant dazu?

"Auf dem Weg des Zusammenwachsens des Internets mit den anderen Medien müsse das öffentlich-rechtliche Fernsehen beteiligt werden, forderte Schächter."

Mit anderen Worten: Egal, mit wem das Internet zusammenwächst, wir wollen mehr Geld.

Cheerio, Mr. Intendant.





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