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23:15 Mittwoch, 02. Mai 2007
Fußball ist ein volatiles Geschäft. Auch das Medienumfeld der schönsten Nebensache der Welt ist - mit Ausnahme des Zentralorgans Kicker vielleicht - keine sichere Bank. Jetzt ist raus, was nicht nur in Fankreisen schon seit Tagen gemunkelt wurde - RUND muss ins Eckige: den Schredder.
Dass Verlage mehr oder weniger erfolgreiche Magazine ohne große Umschweife in die Tonne treten, ist kein neues Phänomen. Bei den Chick-Magazines geht der Sensenmann schon länger um, zuletzt erwischte es Gruners Woman. Auch für Herrenmagazine gibt es nicht immer eine Bestandsgarantie, auch wenn sie sich wie die PC Pro ganz gut verkaufen. Die Manager haben hier in der Regel nicht lange gefackelt, rush and kick, sozusagen. Der Olympia-Verlag hat dagegen über Tage versucht, den Ball flach in den eigenen Reihen zu halten. Vielleicht liegt es an der Unerfahrenheit der Olympioniken mit dem Schredder, dass die letzte Stadionrunde für RUND zur Hängepartie ausartete. Die Mai-Ausgabe hätte eigentlich am 18. April ausgeliefert werden sollen. Die Leser wurden vom Olympia-Verlag mit "technischen Problemen" vertröstet, von denen weder die ratlose Redaktion etwas wissen wollte noch die Druckerei. Die Redaktion hatte die Augabe fristgemäß abgeliefert und bastelte Medienberichten zufolge schon an Nummer Sechs. Das nicht mehr ganz so überraschende Aus soll jetzt - und das ist doch einigermaßen überraschend - "im Einvernehmen mit der Redaktionsmannschaft" erfolgt sein. Als Grund gibt der Verlag die enttäuschende Entwicklung der Auflage an; statt der erhofften 50.000 seien zuletzt nur 25.000 Exemplare verkauft worden. Der Verlag hat die Erinnerung an sein publizistisches Cordoba auch flugs von der Website getilgt und will sich künftig auf den kreuzbraven Kicker konzentrieren. Offenbar ist die von dem Newcomer 11 Freunde erfolgreich besetzte Nische nicht so groß, wie die etablierten Verlage dachten. Zumal viele Spieler die Räume eng machten: Player ist inzwischen zum Männermagazin mutiert und Champ ist wohl der ewige Ersatzspieler. Das Hamburger Redaktionsteam um Rainer Schäfer will trotzdem weitermachen und sucht einen neuen Partner. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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