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Telekom T-Service: Albeite dankbal ohne mullen und knullen!
BOO Telekom von sethos

10:35 Dienstag, 17. April 2007

Das Beispiel von Siemens und BenQ Moblie macht Schule - wir sind jetzt alle in Taiwan! Nicht schlecht, sagt sich die *Elekom, das können wir doch auch - 'mehr Arbeit für weniger Lohn' ist durchsetzungsfähig geworden, seit BenQ vorexerziert, was mit Leuten passiert, die das nicht so toll finden. Die Sogwirkung auf Arbeitsmarkt und -recht in Deutschland und Europa wird gewaltig.

Denn der Clou ist: die Gewerkschaft ist für diese Ungeheuerlichkeit generell zu haben. Man verhandle 'mittlerweile über Inhalte', erklärte die Telekom glücklich. Der Preis für die Telekom? Beschäftigungsgarantie bis 2010. 2 1/2 Jahre. Dankbar für garantierte 30 Monate mehr Arbeit, lassen die Beschäftigten sonst alles mit sich machen?

Am Anfang wurden ja noch sehr markige Töne gespuckt, aber mittlerweile sind die Verhandlungen sehr zahm geworden. Als brave kleine Konfuzianer, dankbar für unseren Platz in der natürlichen gesellschftlichen Hierarchie, und unseren Oberen treu ergeben und ohne Frage untertan, werden wir in Zukunft alle so lange arbeiten, wie uns gesagt wird, und uns dankbar mit dem zufriedengeben, was uns zugeteilt wird - dankbar, denn wir haben ja überhaupt noch Arbeit. Die Drohung von Harz IV. und die 'gefühlte Arbeitslosigkeit' versetzt die gesamte lohnabhängige Bevölkerung in Angst und Schrecken. Wäre ich paranoid, würde ich spätestens jetzt anfange, zu behaupten, das hat Methode.

Aber, wenn man weiter denkt, dann kann diese Methode nicht funktionieren. Wir sind kein Schwellenland, wo die Leute, die unter solchen Bedingungen arbeiten, sich dann vom mühsam ersparten Lohn den ersten eigenen Fernseher, das erste eigene Handy, das bessere Leben für ihre Kinder kaufen. Unter dem Vorzeichen einer wachsenden Binnennachfrage kann Raubtierkapitalismus, so zynisch das klingt, eine Weile funktionieren.

Weniger Lohn für mehr Arbeit bedeutet in einem voll entwickelten Ersteweltland unmittelbar a) weniger Binnennachfrage und b) sinkendes Steueraufkommen, und wenn wir Pech haben, droht das Gespenst der Deflation, nicht nur der Konjunkturflaute. Die völlig hausgemacht wäre.

Nicht nur rationalisieren sich Betriebe freudig Richtung Nullpunkt (BenQ exerziert es vor, die *Elekom versucht freudig, das nachzumachen - die Kunden werden ja schon freudig verjagt), wir sind jetzt schon am Punkt, wo wir den Selbstabschaltungsmechanismus einer einstmals funktionierenden Volkswirtschaft beobachten können. Soziale Marktwirtschaft funktionierte nicht, weil wir alle nett zueinander waren, sondern weil ein gewisses Niveau garantiert war, das wiederum ein gewisses Niveau an Binnennachfrage garantierte.

Mit einer Politik, die schon seit Schröder vor der Wirtschaft und ihren 'Wahrheiten' völlig kapituliert hat, ist natürlich auch nicht mehr zu rechnen. Wir fahren alle in den Abgrund - und die Telekom ist schuld, weil sie die Falltür aufgemacht hat. Oder sind es die ver.di-Oberen, die willig springen?





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