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10:41 Mittwoch, 11. April 2007
Es klingt wie blanker Hohn: der Aufsichtsrat von Siemens* hat den Vertrag von Klaus Kleinfeld, der im September ausgelaufen wäre, bis 2012 verlängert. Arbeitsplatzsicherheit motiviert die Leute schließlich - oder?
Das ist etwas ganz anderes als der kleine Hümpel unglücklicher Siemensianer gestern in der S-Bahn, die davon redeten, wie ihre Sparte doch wohl bis spätestens Ende des Jahres auch ausgegliedert werde. Dann würden die Mitarbeiter noch für ein Jahr in einer Auffanggesellschaft übernommen, denn der Käufer sei nur an den Kunden, Verträgen, Lizenzen und Systemen interessiert und braucht die Mitarbeiter nicht, und dann ist Schluß. Die Lady, die am meisten redete, beklagte sich, sie wolle nicht von zu Hause aus arbeiten - sie ist doch froh, rauszukommen und die Kollegen zu treffen! Leider sagten die drei Kollegen natürlich nicht, von welcher Sparte sie waren, sonst wäre das jetzt der Insider des Monats. Nein, statt dessen kann ich nur feststellen, daß Herr Kleinfeld einem vergleichbar schweren Schicksal glücklich entkommen ist - mit Hilfe des bereits abgesägten Aufsichtsratschefs und ex-Vorstandsvorsitzenden von Pierer. Den Vertrag eines Menschen zu verlängern, den nicht nur wir Berufspessimisten bei Boocompany schon kurz vor dem Ende sehen, ist allerdings nicht nur eine symbolische Geste und eine Rückenstärkungsaktion nach dem Motto 'Klaus, wir glauben an dich!' Nein, der interessanteste Satz in dem Heise-Artikel versteckt sich weiter unten. 'Abfindungsklausel' und 'im Fall eines vorzeitigen Ausscheidens von Kleinfeld könne die Auszahlung des Vertrages damit gestoppt werden.' Eine 'Vorsichtsmaßnahme' nennt man das. Soll das jetzt heißen, ohne diese Klausel hätte Kleinfeld, selbst wenn ihn noch vor September das Schicksal ereilt**, trotzdem Anspruch auf alle fünf Jahresgehälter gehabt? Und jetzt nur wieviel? Diese Frage beantwortet der Artikel nicht, aber irgendwie kann sich der Sentinel hier nicht des Eindrucks erwehren, die Siemens-Oberen machen sich wetterfest für kommende schlechte Zeiten. Wenn die Lady von der Auffanggesellschaft zur Heimarbeit und dann schließlich zur Arbeitslosigkeit verurteilt wird, dann soll es ja Kleinfeld und Konsorten nicht genauso gehen. *Unter seinem zum Abschuß freigegebenen Chef Heinrich von Pierer, muß man dazusagen! **Womit ja durchaus realistisch zu rechnen ist! Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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