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13:58 Sonntag, 08. April 2007
Alljährlich zeichnet die Bild-Zeitung Prominente, die sich nicht rechtzeitig dagegen wehren, mit einem Medienpreis aus, der den selbstausgedachten Namen Osgar trägt. Und dieses Jahr ist die ARD als Berichterstatter mit auf’m Hof.
Die ARD wird am 14. Mai im Vorabendprogramm eine Sendung mit den Höhepunkten der Bild-Osgar-Gala vom 12. Mai übertragen. Als Grund führt Programmdirektor Günter Struve an: "Es ist Osgars Anliegen für Frieden, Freiheit und das Zusammenwachsen Deutschlands, das uns bewegt, die glamouröse Gala aus Leipzig mit unserem Star Jörg Pilawa am 14. Mai erstmals im Ersten zu übertragen." Schaut man sich an, wie viele Rügen die Bild Jahr für Jahr vom Presserat für die Verletzung von Persönlichkeitsrechten kassiert und dass selbst ein Gericht dem Blatt unterstellt, "bewusst einen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer" zu suchen, dann kann man über so viel Dreistigkeit nur noch staunen. Die Verbreitung von Frieden und Freiheit passt ungefähr so gut zur Bild wie die von Krieg und Diktatur zu Mahatma Gandhi. Dass die ARD diesem Blatt dafür eine unbezahlte Werbesendung einräumt, darüber darf man sich allerdings nicht wundern. Die Zeitungen aus dem Springer-Verlag haben in der Vergangenheit ziemlich scharf auf die öffentlich-rechtlichen Sender geschossen. Da dieses Jahr wieder eine neue Gebührenerhöhungsrunde mit den Bedarfsanmeldungen der öffentlich-rechtlichen Sender beginnt, kuschelt die ARD halt ein wenig mit dem Springer-Blatt. Vielleicht kommt man so glimpflicher davon. Wenn es um ihre Gebühren geht, kennen die öffentlich-rechtlichen Sender anscheinend keine Schamgrenze mehr. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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