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19:52 Sonntag, 04. März 2007
"Ich will eine Entschädigung, ein Schmerzensgeld, und ich will die Köpfe der Mobber!"
So beschreibt Mobbingopfer Detlev Lengsfeld seine Motivation, nach einem gewonnen und einem verlorenen Prozess in seinem Kampf gegen frühere Vorgesetzte in der Autostadt fortzufahren. "Ich kann es bislang nicht gerichtshart beweisen, aber ich gehe davon aus, dass in der Autostadt von vornherein mehr Stellen eingeplant wurden, als benötigt waren, um auf diese Weise Fördermittel der Bundeanstalt für Arbeit bzw. Arbeitsagentur abzugreifen, und in diesem Zusammenhang wird Mobbing systematisch von oben eingesetzt, um durch das Vergraulen von Mitarbeitern Überkapazitäten abzubauen." Lengsfeld hegt den Verdacht, dass bis in die IG Metall hinein Strukturen existieren, die solche Praktiken decken. Seine vielen Briefe an SPD-Politiker und VW-Vorstände blieben unbeantwortet. Lengsfeld war zunächst als Programmierer bei der Autostadt, einem als Unternehmen selbstständigen, aber an VW angegliederten automobilen Erlebnispark angestellt worden, dann folgte eine Achterbahnfahrt: Eingestellt, gemobbt, durch Mobbing krank und arbeitsunfähig geworden, weiter gemobbt, gekündigt, Prozess gewonnen, wieder eingestellt, gemobbt krank und wieder gekündigt, bei alldem kein Schutz durch Betriebsrat oder IGM. Lengsfeld war zum 01.05.2000 bei der Autostadt eingestellt worden, im Vorfeld hatte es bereits Misstöne bei der Höhe des Gehalts. Gemachte Zusagen wurden, so Lengsfeld, ihm gegenüber nicht eingehalten. Nach Ablauf der Probezeit gab es "verschärftes Gerangel um die bereits durch Änderungsvertrag zugesagte Gehaltserhöhung und dann Versetzung in anderes Arbeitsumfeld, nicht vertragsgemäße Beschaftigung. Da Claus Hohmann (Anmerkung Autor: CTO der Autostadt) ein Meister von Umstrukturierungen ist, bekam ich eine neue, nicht erfüllbare Arbeitsaufgabe. Im ersten Schritt war es eine völlige Überforderung und im zweiten eine völlige Unterforderung. Aus dem reichhaltigen Schriftverkehr könnte man es auch anders lesen. Abmahnung, wegen angeblich schlechtem Sozialverhalten Diese Abmahnung sollte mir nur die Macht eines Claus Hohmann aufzeigen. Bereits hier wurde gelogen und gegen das Maßregelungsverbot und gegen Treu und Glauben gehandelt. Durch Vergleich am 10.09.03 wurde die Abmahnung nach Ablauf eines Jahres aus der Personalakte entfernt. Schließlich kam es zur Erkrankung durch fortgesetztes Mobbing...Auch die Darlegung der Krankheitsgründe unter Zeugen und das schriftlich festgehaltene Rückkehrgespräch halfen nicht, mich vor weiteren Übergriffen durch Vorgesetzte, namentlich Jürgen Seffers, Joachim Dettmann, Claus Hohmann zu schützen. Selbstverständich waren der Betriebsrat und die Geschäftsführung, aber auch das Gesundheitswesen der Volkswagen AG über die Vorkommnisse informiert." Die krankheitsbedingte 1. Kündigung wurde durch ein Urteil vom 13.04.2005 wegen einer positiven Zukunktsprognose abgewiesen. Obwohl Mobbing nicht vorgetragen wurde schrieb der Vorsitzende Richter "... Zweifel angebracht, ob der Mobbingvorwurf nicht doch zutrifft" Auf die Krankheitsbedingte 2. Kündigung folgte ein Vergleich durch das Arbeitsgericht Hannover. Lengsfeld behält sich weitere Schritte vor und hat wg. Mobbing auch eine Strafanzeige erstattet. Bei seiner Odyssee durch Mobbings-Selbsthilfegruppen stieß er auf mehr und mehr Leute, die teils in der Autostadt, teils bei Auto 5000, teils bei VW selber Ähnliches erlebt haben und mittlerweile davon ausgehen, dass es sich um eine organisierte Mobbing-Struktur handelt. Lengsfeld hat zum zweiten Mal einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik hinter sich und eine bescheinigte Arbeitsfähigkeit von 2-3 Stunden am Tag-nicht als Programmierer, sondern als Kinokartenabreißer. http://wiki.mobbing-gegner.de/StartSeite http://che2001.blogger.de/stories/349727/ Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
@che (lanu)
ich versteh das anliegen, doch auf die email hättest du auch gut und gern verzichten können. kein leser blickt da durch. dann doch lieber noch einmal erklären, worum es geht
Re: (che2001)
Das ist ganz einfach. VW-Vorstände, SPD-Politiker und Gewerkschafter gehen auf die Vorwürfe, hinter dem Mobbing in der Autostadt stünde System und Methode, grundsätzlich nicht ein. Also verweist der Betroffene auf Blogeinträge, in denen solche Dinge thematisiert werden und die nachweislich ihre Leser finden.
Re: ich bleib dabei (lanu)
das ist eine email, die sich dem normalen leser nicht erschließt.
ich weiß, dass ich dir das nicht erklären muss.
Re: Autostadt-Mobbinggegner in der Offensive (derdodepapagei)
Ein zweischneidiger Artikel. Jemand, der kein Glück vor Gericht hat, eine großangelegte Verschwörung wittert, die er nicht beweisen kann und daher auch mit Briefen bei den Verdächtigen keine Reaktion hervorruft, triumphiert, dass er seine "Gegner" zumindest im Internet erfolgreich schlecht machen konnte. So liest sich das für mich. Vielleicht wären ein paar Hintergrundinformationen nicht schlecht gewesen, um diesen Eindruck nicht aufkommen zu lassen.
Re: das ist das problem (lanu)
sag ich doch.
Re: (che2001)
Und genau zu diesem Zweck ist der Beitrag mit Links hinterlegt, zu denen es wiederum Kommentare und weitere Links gibt, aus denen sich ein ziemlich komplexer Zusammenhang ergibt. Aus dem Mobbinggegner-Blog und den Blogs, die wiederum damit verlinkt sind, ergibt sich zum Beispiel, dass es eine Reihe weiterer Personen gibt, die im VW/Autostadt-Zusammenhang in ähnlicher Weise gemobbt worden sind wie Lengsfeld, und die kennen wiedrum Leute, die genauso usw. Wenn man sich damit näher befasst, ist der Eindruck, hinter diesem verbreiteten Mobbing verberge sich System, Methode und Strategie die m.E. wahrscheinlichste Annahme.
Re: Re: (derdodepapagei)
Wenn du sagst, dass die Links für die Zusammenhänge wichtig sind, dann wär's doch gut, entsprechendes Interesse zu wecken. Der Artikel schafft das aber in dieser Form nicht, weil er wie gesagt einen etwas zweifelhaften Eindruck hinterlässt.
Das wird durch den Vergleich mit den Links nicht besser. Nimm zum Beispiel die Formulierung: "trotz nicht so glücklich für ihn verlaufener Prozesse". Auf der angegebenen Website klingt das anders. Dort heißt es, ihm ist gerichtlich bestätigt worden, gemobbt worden zu sein. Was stimmt denn nun? Auch das "Ich kann es nicht beweisen..."-Zitat lädt nicht grad zum Weiterforschen ein. Ich fänd's netter, Fakten zu nennen, als dass ich mir die durch Selbststudium holen muss, wobei das Zitat nahelegt, dass da nichts zu holen ist. Mir ist klar, dass solche Fälle eine harte Nuss sind, weil als Außenstehender nur schwer zu beurteilen. Um so wichtiger ist die glaubwürdige Vermittlung der Hintergründe.
Re: (che2001)
Ok, Tunnelperspektive, da meinerseits seit über einem Jahr in der Materie drin, und andererseits nicht in der zeitlichen Muße, dazu eine Reportage zu schreiben. "nicht so glücklich verlaufen" heißt in diesem Fall nicht Prozeß verloren oder Mobbing nicht anerkannt bekommen zu haben, sondern das, was ich eingangs zitiert habe: Schadensersatz und Schmerzensgeld von denen, die ihn gemobbt haben und Entfernung dieser Leute aus ihren Führungspositionen in der Autostadt.
Mehrere Probleme (sethos)
Ich sehe mit dem Artikel mehrere Probleme:
Die reichlich wirre Email erweckt den Eindruck, der Betroffene sei ein Querulant und selbsterklärtes Opfer von der nervigen Sorte; solche Leute blendet man aus, genau wie Mütter, die gegen Handystrahlen demonstrieren, den Menschen, der in der Bürgerversammlung den Anti-Hundekot-Antrag stellt, und geschiedene Väter, die für ihre Kinder kämpfen. Alle diese Stereotypen sind sehr abstoßend, und auf keinen Fall will man sich von ihnen ein Ohr abkauen und den Tag versauen lassen. Das Wort Mobbing ist ein Import der letzten 10, 12 Jahre, und seither sehr beliebt; es kann zwei ganz unterschiedliche Sachverhalte bezeichnen. 1.) Gruppendruck, das heißt, in einer Gruppe Kollegen wird einer ausgegrenzt; man stellt z. B. systemtisch die Kooperation ein, um diese Person vor den Vorgesetzten schlecht dastehen zu lassen. 2.) Schikane, das heißt, die Vorgesetzten behandeln einen ausgewählten Untergebenen systemtisch schlechter als die anderen, meist mit der Absicht, ihn irgendwie loszuwerden. In beiden Fällen ist es besser, zu sagen, was genau passiert; Mobbing klingt zu schwammig, und es schwingt ein Unterton von Verfolgungswahn mit, der einfach bäh ist (siehe meinen vorigen Punkt). Was Che mit diesem Artikel sagen wollte, ist, daß bei der Autostadt systematisch Angestellte von oben schlecht behandelt werden, um ihre Nerven zu zermürben und sie rauszugraulen, und daß dies mit Absicht geschieht, weil von vornherein zu viele Arbeitsplätze eingeplant wurden, um an Fördermittel der Bundesanstalt für Arbeit zu kommen. Das ist ein höchst faszinierender und relevanter Sachverhalt! Nur erschließt sich dieser erst durch sorgfältiges Studium der Kommentare und Links. Deswegen wirkt der Artikel wirr, unbestimmt, querulantisch und paranoid und schreckt eher von der Lektüre ab, als Menschen auf den relevanten Sachverhalt aufmerksam zu machen, der es sehr wohl verdient, wesentlich mehr Beachtung zu bekommen! Deshalb würde es sich lohnen, den Artikel grundlegend neu zu formulieren und zu re-posten.-
Re: (che2001)
Das greife ich auf, werde aber erst in den nächsten Tagen dazu kommen. Solange kommentiert mal bitte fleißig weiter :-)
Okay (sethos)
Ich halte das mal im Auge, und wenn es dann die allgemeinverständlichere Fassung gibt, werde ich mich freuen.
Und verlinken - meine Blogs (vor allen Dingen den englischsprachigen bei LiveJournal) lesen doch gelegentlich Leute, die Boocompany nicht lesen, und wenn sie auch nur gewöhnliches 2.0er-Stimmvieh sind, so tut es doch imemr gut, einen solchen Sachverhalt in den Mempool zu schütten. Irgendwo kommt er schon wieder zum Vorschein.-
Re: (che2001)
Hier vielleicht noch ein weiteres Informationsbröckchen:
http://blog.mobbing-gegner.de/index.php?/archives/187-Nach-Volkert,-Hartz-und-Gebauer-neuer-Fall-von-Unterschlagung.html#comments
wie denn jetzt? (lanu)
soll ich den artikel neu freischalten oder den hier ändern?
geht hier ganz nach wunsch
Re: Autostadt-Mobbinggegner in der Offensive (Update) (macdet)
Lieben herzlichen Dank an CHE. Klasse. Hoffentlich wird nun einiges klarer.
Ich habe den Text http://blog.mobbing-gegner.de/index.php?/archives/193-VW-Autostadt-Mobbinggegner-in-der-Offensive-Update.html um Links ergänzt. Aber auch hier kann ich leider nicht sagen was zwingend gelesen werden sollte. Ist vielleicht bereits wieder zu viel. Fakt ist: Täglich könnte ich auch heute noch schreien. So viel an "Mitmenschen" auf einem Platz. Und alle sehen weg. Danke!
Re: Re: Autostadt-Mobbinggegner in der Offensive (Update) (che2001)
Es würde aber sehr der Lesbarkeit und Glaubwürdigkeit Eurer Anti-Monning-Blogs nützen, wenn sie weniger emotional daherkämen und die Sachverhalte, um die es eigentlich geht, in wenigen knappen Sätzen auf den Punkt gebracht würden. Das gilt gerade auch für ad personam erhobene Vorwürfe, zumal die betreffenden Namen außerhalb des VW-Umfelds niemand kennt. Glaub mir, in München wirst Du kaum noch erwarten können, dass alle Leser mit dem Namen Winterkorn etwas anzufangen wissen.
Und noch´n Gedicht (che2001)
Eins zur Klarstellung (che2001)
Es geht hier nicht um VW, es geht um die Autostadt. Das ist ein Erlebnispark mit Automuseum, Geländeparcours, Rizz-Carlton-Hotel und Lounge, der ein eigenes Unternehmen ist, das der Wolfsburg AG gehört. Die wiederum ist in public private partnership teils Eigentum von VW und teils der Stadt Wolfsburg. Die Autostadt wurde 2000 unter Verwendung sowohl von VW-Mitteln als auch öffentlichen Geldern als deutscher Beitrag zur EXPO gegründet und soll der Entwicklung neuer Beschäftigungsmodelle und Arbeitsformen dienen, mit einem hoch gehängten ethischen Anspruch. Motto des CEOs Wachs: "„Der Erfolg eines Industrieunternehmens wird in klassischer Hinsicht in Europa nicht unmittelbar auf seine Dienstleistungskompetenz und Servicequalität zurückgeführt. Dies zu verändern gilt mein Hauptaugenmerk bei der Etablierung der Autostadt. Ziel ist es, ein in der angloamerikanischen Wirtschaft erfolgreich gelebtes Dienstleistungsbewusstsein mit dem ausgeprägten und qualitativ hoch stehenden Kulturverständnis Europas zu verbinden. Wenn das Herz von Volkswagen in der Autostadt schlägt und damit der Kunde glaubhaft und emotional angesprochen wird, haben wir einen Beitrag zum Unternehmenserfolg von Volkswagen geleistet.“
So, und nun werfen Lengsfeld und andere ehemalige Mitarbeiter der Autostadt vor, systematisch zu mobben. Sie genenm an, dass die Autostadt von der Arbeitsagentur Prämien bekäme, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellt. In der Autostadt soll es den "Mobbinggegnern" zufolge Usus sein, dass solche eingestellten Langzeitarbeitslosen, kaum dass sie eingearbeitet sind, intern versetzt und mit völlig neuen Aufgaben betraut werden, mehrmals hintereinander, solange, bis sie entnervt das Handtuch schmeißen. Die Vermittlungsprämie behielte die Autostadt natürlich. Ich habe keine Ahnung, ob dieser Vorwurf den Tatsachen entspricht, behaupte also nicht, dass es so ist, aber wenn sich das bewahrheitet, handelte es sich um einen Fall von organisiertem Betrug. Und auch so hätte es noch a Gschmäckle, wenn in einem Unternehmen mit dem Anspruch der Autostadt Vorgesetzte ihre Untergebenen schikanierten. Wie gesagt, alles Konjunktiv, aber es wäre interessant, dem weiter nachzugehen.
Re: Autostadt-Mobbinggegner in der Offensive (Update) (macdet)
Es ist ja auch eine neuer/alter Fall aufgetaucht! Lutz beschreibt das "Desaster" mit seinen Worten!
http://blog.mobbing-gegner.de/index.php?/archives/193-VW-Autostadt-Mobbinggegner-in-der-Offensive-Update.html#c146 und per Mail hat er mir Hoffnung gemacht das noch weitere Stimmen sich erheben. "Die Mauer das Schweigens soll brechen!" und Platz machen für Erneuerung. |
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