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10:24 Samstag, 03. März 2007
Der WDR ist vor Gericht damit gescheitert, von Supermärkten Rundfunkgebühren einzukassieren, die im Non-Food-Bereich verpackte Radios und Fernseher anbieten.
Das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigte das Urteil der Vorinstanz: Verpackte Geräte in einem Supermarkt werden nicht zum Rundfunkempfang, sondern zum Verkauf bereitgehalten. Wer hätte das gedacht? Der WDR hat das nicht geglaubt und mit dem auch ohne Verpackung scheinbar wasserdichten Rundfunkgebührenstaatsvertrag gewedelt. Dort heißt es nämlich, dass ein Rundfunkempfangsgerät gebührenpflichtig ist, wenn es „ohne besonderen zusätzlichen technischen Aufwand“ empfangstauglich gemacht werden kann. Diese im Prinzip unendlich dehnbare Gummiformulierung, die auch PCs jeglichen Alters und Konfiguration zum Rundfunkempfangsgerät erklärt, prallte vor Gericht an einer Mauer namens Realität ab und flog dem WDR als Gebührenverschwendungs-Flummi um die Ohren. Er darf nun als unterlegende Partei die Anwälte von Aldi, Plus und Kaisers/Tengelmann bezahlen, die als Prozessgegner auftraten. Einzige Chance wäre noch eine Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Doch nachdem bereits in Hessen und Rheinland-Pfalz die Oberverwaltungsgerichte in gleichartigen Fällen gegen die Rundfunkanstalten entschieden haben, sollte sich der WDR die weitere Gebührenverschwendung für unsinnige Prozesse gut überlegen. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Re: WDR: Gescheiterter Überfall auf Supermarktkasse (Heini Schwammerl)
Das mit dem Sparen ist ja so eine Sache. Ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender muß bzw. darf gar nicht sparen denn das Gebührenaufkommen ist ja unabhängig vom Aufwand (und leider auch von der Qualität). Rückzahlungen gibts auch keine also raus mit der Kohle.
Der Jauch wollte die Millionen schon nicht haben, die Produktionen werden auch immer billiger. 22 Kanäle benötigt man inzwischen für die "Grundversorgung" der Bundesrepublik. Dazu kommen unzählige Radiostationen und trotzdem wollen 8 Mrd Euro erstmal rausgeballert sein. Zum Vergleich. Der Forschungs- und Bildungsetat der Bundesregierung ist in 2007 mit 8,5 Mrd. Euro kaum höher.
Re: (zimmerpflanze)
Alles mögliche wird andauernd mit dem Bundes-Bildungs- und Forschungsetat verglichen.
Dabei sind in der BRD nach wie vor Bildung und Forschung Ländersache. Naja, sieht jedenfalls immer toll aus, oder?
Der SWR ist aber damit durchgekommen! (Peter_H)
In Baden-Würtemberg kann man also auch mit verpackten Geräten fernsehen. Gibt halt kein so gutes Bild, aber das stört die GEZ ja nicht. Dort hat man ein dementsprechendes Urteil durchgedrückt. Und inzwischen steht in den Faltblättern sogar, daß auch defekte Geräte gebührenpflichtig seien, w eil man sie ja jederzeit reparieren lassen könne. Ich habe keinen Fernseher. Ich könnte aber jederzeit einen kaufen. Also muß ich wohl zahlen...
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