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18:29 Donnerstag, 04. Januar 2007
"Nabelschnurblut heilt Leukämie", meldet Focus online heute. Der "Studienautor Eberhard Lampeter" kommt zu Wort: "Wir haben bewiesen, dass die Infusion von Stammzellen aus dem eigenen Nabelschnurblut auch bei Leukämie eine sichere und Erfolg versprechende Behandlungsmöglichkeit sein kann". Journalismus sieht anders aus.
Was ist passiert? Eine einziges an Leukämie erkranktes Kind wurde auf Wunsch seiner Eltern nach einem Rückfall zusätzlich zu Chemotherapie und Bestrahlung mit Stammzellen behandelt, die aus Nabelschnurblut gewonnen wurden, das bei der Geburt eingefroren worden war. Nun scheint es gesund zu sein. Die Heilungschance dieser Krebsart liegt nach Angaben der Autoren auch ohne Nabelschnurblut bei rund 80%, und auch nach einem "ZNS-Rückfall" wie im hier beschriebenen Fall liegt sie noch bei über 70 Prozent.
Die Autoren sprechen dann auch nicht wie Focus Online von einer "Heilung durch Nabelschnurblut", sondern nur von der Möglichkeit, dass die Einlagerung von Nabelschnurblut in diesem Fall möglicherweise die Überlebenschance erhöht hätte. Sie wissen es nicht. Ach ja, die Autoren. Was der Focus nicht für erwähnenswert befindet, ist die Tatsache, dass der von Focus so euphorisch zitierte "Studienautor Eberhard Lampeter" Geschäftsführer und Gesellschafter der Vita 34 Gesellschaft für Zelltransplantate mbH in Leipzig ist, die nach eigenen Angaben als einziges Unternehmen europaweit das Angebot macht, Nabelschnurblut einzufrieren. Die Kosten für die Eltern liegen bei mehreren Tausend Euro. Experten bezeichnen die Einlagerung von Nabelschnurblut zur Eigenbehandlung übrigens als "aus ökonomischen, logistischen und medizinischen Gesichtspunkten nicht sinnvoll und zur Versorgung von Kindern und Erwachsenen in fast allen Fällen unnötig". Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Die WELT... (hockeystick)
..hat mittlerweile einen http://www.welt.de/data/2007/01/05/1165626.html">ordentlichen Artikel zum Thema gebracht.
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