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09:53 Donnerstag, 28. Dezember 2006
Ausgewählte Blogger in den USA bekamen in den letzten Tagen ein überraschendes Weihnachtsgeschenk von der PR-Agentur Edelman: Ein 2000 $ teures Acer Ferrari-Notebook mit AMD-Prozessor und dem neuen Betriebssystem Windows Vista. Absender ist der Softwarekonzern Microsoft, für den Edelman den Vista-Launch begleitet.
Inzwischen ist in den USA die Diskussion über diese Aktion voll entbrannt. "Über Edelman braut sich ein neuer Ethik-Skandal zusammen", schreibt ein Blogger und erinnert an den Wal-Mart-Skandal der PR-Agentur. Andere halten diesen Bestechungsversuch für extrem kontraproduktiv, da die betroffenen Blogger - um ihre Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren - jetzt nichts mehr Positives über Microsoft Vista schreiben können. Aber vielleicht blieb dem Redmonder Software-Konzern auch gar keine andere Wahl. "Windows Vista auf einem bestehenden System zu installieren, ist die Hölle", heißt es in einem Blog. Die einzige Chance, um das neue Betriebssystem zu testen, sei die Auslieferung auf einem neuen Rechner. Nach der heftigen Diskussion rudert Edelman bereits zurück und will die Notebooks nun doch wieder retour haben - es seien schließlich nur Testexemplare.
Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen)
Ewwww (yetused)
Die wissen schon wieso Sie's verschenken. Für ein Betriebssystem, das mir sämtliche Rechte an allem abnimmt, würde ich auch nichts bezahlen wollen.
Also bei uns hat die Vista-Installation einwandfrei funktioniert... (Temporaler Agent)
...so sehr mir MS ein Dorn im Auge ist, dass hat gut funktioniert.
Re: Edelman PR will Blogger bestechen (kimmerin)
> Andere halten diesen Bestechungsversuch für extrem kontraproduktiv, da die betroffenen
> Blogger - um ihre Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren - jetzt nichts mehr Positives über > Microsoft Vista schreiben können. Mit anderen Worten, jede Zeitschrift, die nicht alle Produkte selbst kauft, die sie testet, ist unglaubwürdig? Seltsame Ansicht. Solange die Zeitschrift/Person, die über etwas berichtet, glaubwürdig ist, ist es mir eigentlich egal, ob das getestete Stück Hard- oder Software nun als Testexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt oder gekauft wurde. Und da ist natürlich das Problem bei Blogs gegenüber Zeitschriften. Eine Zeitschrift kann leichter die Unabhängigkeit seiner Mitarbeiter "nachweisen", als dies ein Einzelner Blogger vermag. Grüße, Lothar
Geschenk oder Teststellung (FoolDC)
Seriöse Medien schicken die zu Testzwecken gestellte Geräte wieder zurück an den Hersteller oder seine Agentur. Wenn die Acer Ferraris eine normale Teststellung sind, sehe ich da kein Problem. Schwierig wird es erst, wenn die Agentur bewusst im Unklaren lässt, ob sie das Ding zurück haben will oder die Kisten sind gleich als Geschenk deklariert. Das ist sicher verlockend, aber ein Blogger/Journalist, der in dem Themenbereich tätig ist, muss es ablehnen.
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