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11:41 Dienstag, 12. Dezember 2006
Ich habe mich zwar nicht als solches geirrt: Siemens macht schon immer noch Gewinn. Aber es hat sie jetzt die Realität doch etwas herbe eingeholt, und jetzt müssen sie plötzlich so richtig heftig Steuern zahlen, was ja Firmen wie Siemens mit Vorliebe nicht mehr tun. Deshalb machen sie nun doch nicht so viel Gewinn, wie sie gedacht haben.
Auf dem kleinen Platz zwischen den feinen Münchener Stadpalais, in denen die Siemens-Konzernleitung stilvoll residiert, hat sich dieses Jahr ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt angesiedelt - keine merkwürdige Tümelei, sondern die richtige echte Mittelalter-Szene, die man im Sommer in Kaltenberg oder bei den Wikingern in Ratzeburg findet.
Deshalb kann man jetzt mittags das bizarre Schauspiel bewundern, daß jundynamische Nieten in grauenhaft teuren Nadelstreifen mit einem altgermanischen Terracotta-Humpen voll Met zum Klang irgendwelcher Rebeks und Schalmeien zwischen den Auslagen von Waffenschmied und Kürschner umherschlendern. Der Waffenschmied hat allerdings nur stumpfe Schwerter, für Schaukämpfe. Scharfe wären gar nicht legal, sagt er. Nur eine Streitaxt, die ist scharf. Siemens redet ja immer noch davon, daß das ungesetzliche Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter aufs schärfste nicht toleriert werde. Ein System stecke selbstverständlich nicht dahinter. Damit erkläre ich mir auch die eine scharfe Axt: jeder jungdynamische Kotzbrocken da in den feinen Palais, bei dem man Verbindungen zu den schwarzen Kassen feststellt, wird nach draußen gebracht, wo man ihm mit der einen scharfen Streitaxt flugs den Schädel spaltet. Und zwar so schnell, daß er nicht mehr auf seinen Chef zeigen kann und rufen: "Der hat mir aber gesagt, daß ich es so machen soll!" Danach wäscht man sich gründlich die Hände mit Mittelalter-Seife Marke "Schwarzer Ritter", und geht zum Tagesgeschäft des Jahres 2006 über. Kommentare: (Neuer Kommentar | Alle öffnen) |
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